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Libanon
Emily Nasrallah

Emily Nasrallah
Emily Nasrallah | © Maik Schuck

Emily Nasrallah gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen der arabischen Welt. Sie wurde 1931 geboren und wuchs in einer christlichen Familie in einem Dorf im Südlibanon auf. Nach ihrem Studium der Erziehungswissenschaften in Beirut arbeitete sie zunächst als Lehrerin, dann als Journalistin und freie Schriftstellerin.

1962 debütierte sie mit dem Roman „Touyour Ayloul“ („Septembervögel“), der mit drei arabischen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Neben Romanen, Essays und Erzählbänden für Erwachsene veröffentlichte Emily Nasrallah auch sieben Kinderbücher. Im Zentrum ihrer Texte stehen das Dorfleben im Libanon, Emanzipationsbestrebungen der Frauen, Identitätsfragen im libanesischen Bürgerkrieg und Migrationserfahrungen. Als im Libanon ab 1975 für mehr als fünfzehn Jahre Bürgerkrieg herrschte, wurden ihre Romane und Erzählungen zu Hilferufen aus einer zerfallenden Gesellschaft. In ihrem bekanntesten Kinderbuch „Yawmiyyat Hirr“(„Kater Ziku lebt gefährlich“, 1998) schildert sie den Kriegsalltag im umkämpften Beirut aus dem distanzierten Blickwinkel eines Katers. Obwohl ihre Besitztümer mehrmals vollständig Bombenangriffen zum Opfer fielen, weigerte sich Emily Nasrallah, selbst ins Exil zu gehen. Ihr Roman „Septembervögel“ gilt heute als Klassiker der arabischen Literatur und gehört im Libanon zur Schullektüre.

Die Journalistin Emily Dische-Becker hob die Aktualität von Emily Nasrallahs Texten hervor: „Die Entwurzelung, durch freiwillige und unfreiwillige Abschiede, begegnet uns in Nasrallahs Werk immer wieder. Es geht ihr um den Schmerz der Zurückgelassenen, und um die Entfremdung jener, die gegangen sind, jetzt an einem neuen Ort leben und nicht mehr zurückkehren können. Diese Vertreibung ist ein essentieller Bestandteil der libanesischen Kollektiverfahrung, die gerade in Anbetracht der Massenvertreibung im benachbarten Syrien an neuer Bedeutung gewinnt." Discher-Becker weiter: „Es erfordert viel Mut, über das eigene Zuhause, die eigene Heimat, so zu schreiben wie Emily Nasrallah: Ehrlich, aber auch mit Zuneigung verflechtet sie die intimsten Winkel von Gebräuchen mit den Enttäuschungen und Opfern, die Frauen ertragen müssen."

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