Lesungen | Podiumsgespräche Yōko Tawada: Abenteuer der deutschen Grammatik

Yōko Tawada: Abenteuer der deutschen Grammatik © Yves Noir (links) | Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke (rechts)

Mo, 19.02.2018 -
Do, 22.02.2018

diverse Veranstaltungsorte in den Niederlanden

Lesereise

Yōko Tawada MIT ihrEM Lyrikband Abenteuer der deutschen Grammatik AUF LESEREISE DURCH DIE NIEDERLANDE

Abenteuer der deutschen Grammatik

Die deutsche Grammatik sei schwer ist eines der Klischees, dem Yōko Tawada begegnet. Die Lyrikerin nimmt Sätze, wie sie uns im Alltag begegnen, und nimmt sie wörtlich, zeigt dabei, wie leicht und spielerisch sich Grammatik auch "lesen" lässt. Der Lyrikband enthält erhellende, überraschende und vergnügte Einblicke in die deutsche Grammatik und darüber hinaus weitere Gedichte und Kurzprosa zu Städten, Gärten und bekannten Autoren. Tawadas Gedichte in diesem Band sind bezaubernd und unverwechselbar.

Der erste Gedichtzyklus Abenteuer der deutschen Grammatik war namensgebend für das schmale Büchlein, das 35 Gedichte, verteilt auf fünf Zyklen, vereint. Die Texte sind jeweils eine kleine kritische Hommage an die deutsche Grammatik. Ihr Überraschungseffekt geht auf eine andere, von außen kommende Sichtweise zurück, der oft Vergleiche, Irritationen und Verfremdungen zu Grunde liegen, wie beispielweise im Gedicht Die zweite Person Ich:

Als ich dich noch siezte,
sagte ich ich und meinte damit
mich.
Seit gestern duze ich dich,
weiß aber noch nicht,
wie ich mich umbenennen soll.

Dieser Text thematisiert den Unterschied zwischen der deutschen und japanischen Sprache, in der es ein komplexeres Pronominalsystem gibt als im Deutschen. Neben die Pronomina treten Nomen, die ebenfalls als Pronomina fungieren können und eine Reihe von Nebenbedeutungen und Nuancen aufweisen. Zentral sind dabei verschiedene Stilebenen. Aufgrund des umfangreichen versprachlichten Höflichkeitssystems gibt es mehr als fünf verschiedene Formen für "ich", die die soziale Distanz zwischen den Gesprächspartnern zum Ausdruck bringen. Das Phänomen, das Yōko Tawada in diesem Gedicht evoziert, ist nicht nur sprachlicher Natur, sondern auch ein Beispiel für die Unübersetzbarkeit der Kultur. Auch in zwei weiteren Gedichten – Die zweite Person und Die dritte Person – werden die Unterschiede der Pronomina als grammatikalische Kategorie im Deutschen und Japanischen illustriert.

Yōko Tawada

Yōko Tawada (* 23. März 1960 in Nakano, Tokio) ist eine japanische Schriftstellerin, die in Berlin lebt und in japanischer und deutscher Sprache schreibt.
Tawada wurde als Tochter eines Buchhändlers in Tokio geboren und studierte an der Waseda-Universität Literaturwissenschaft (Schwerpunkt russische Literatur). Von 1982 an studierte sie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg und promovierte bei Sigrid Weigel in Zürich. Ihre erste literarische Veröffentlichung hatte sie 1986 mit dem Japan-Lesebuch beim Tübinger konkursbuch Verlag, ihre erste Buchveröffentlichung in Deutschland 1987, in Japan 1992. Tawadas zweisprachiges Werk umfasst Lyrik und Prosa, Theater-, Hörspiel- und Operntexte; es wurde in Japan wie in Deutschland vielfach ausgezeichnet (u.a. Gunzô-Literaturpreis, 1991; Akutagawa-Preis, 1993; Chamisso-Preis, 1996; Goethe-Medaille, 2005).
Außerdem ist Yōko Tawada Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.
 
 

TERMINE:

  • Montag, 19.02.2018, 11:00-13:00 Uhr:
    Universiteit Leiden
    Duitse taal en cultuur
    P.N. van Eyckhof 3
    Raum 005
    2311 BV Leiden
    Tel.: +31 – 71 – 527 20 70
    www.leidenuniv.nl
    Anmelden bei Jenny Audring
  • Montag, 19.02.2018, 19:00-21:00 Uhr:
    Rijksuniversiteit Groningen
    Academiegebouw, Raum A8
    Broerstraat 5
    9712 CP Groningen
    Tel.: +31 – 50 – 363 59 00
    www.rug.nl
    Anmelden bei Florian Lippert
  • Dienstag, 20.02.2018, 10:30-12:00 Uhr:
    Christelijke Hogeschool Windesheim
    Campus 2-6
    8017 CA Zwolle
    Tel.: +31 – 88 – 469 96 99
    www.windesheim.nl
    Anmelden bei Esther Geerse
  • Dienstag, 20.02.2018, 19:00-20:30 Uhr:
    Noordelijke Hogeschool Leeuwarden
    Rengerslaan 10
    8917 DD Leeuwarden
    Tel.: +31 – 58 – 251 23 45
    www.nhl.nl
    Anmelden bei Claudia Gronau
  • Mittwoch, 21.02.2018, 11:00-12:30 Uhr:
    Universiteit Utrecht – Nieuwere Duitse Letterkunde
    Drift 23, Raum 207
    3512 BR Utrecht
    Tel.: +31 – 30 – 253 49 56
    www.uu.nl
    Anmelden bei Charis Goer
  • Mittwoch, 21.02.2018, 17:00-19:00 Uhr:
    Hogeschool Utrecht
    (Instituut Archimedes)
    Padualaan 97
    3584 CH Utrecht
    www.hu.nl
    Anmelden bei Oliver Greiner
  • Donnerstag, 22.02.2018, 14:00-15:30 Uhr:
    Hogeschool InHolland
    Professor J.H. Bavincklaan 7
    1183 AT Amstelveen
    Tel.: +31 – 20 – 495 11 11
    www.inholland.nl/locaties/studeren-in-amstelveen
    Anmelden bei Nicolette Zieltjes
  • Donnerstag, 22.02.2018, 20:00-22:00 Uhr:
    Literaturhaus Deutsche Bibliothek Den Haag
    Witte de Withstraat 31-33
    2518 CP Den Haag
    Tel.: +31 – 70 – 355 97 62
    www.deutschebib.de
    Anmelden bei Gabriela Rüling
     

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