Konzert für rezitierende Stimme und Klavier Viktor Ullmann, ein Musiker im Ghetto Theresienstadt

Cortile del Ghetto Terezin Simon Wuyts@2019 FreeImages.com

So, 16.02.2020

Palazzo Ducale

Piazza Matteotti 9
Genua

«trotz allem leben»

Das Konzentrationslager Theresienstadt und Vorzimmer von Auschwitz war eine perfide Augenwischerei. Von Februar 1942 bis Oktober 1944 wurden hier insbesondere prominente Juden und bekannte Künstlern  interniert. Im Lager fanden zahlreiche kulturelle, sportliche, religiöse, philosophische Aktivitäten statt, mit denen die Realität des Holocaust vor der Welt verborgen werden sollte. 

Große Komponisten, die ihres Lebens beraubt worden waren, wie der Österreicher Viktor Ullmann, fanden in der Musik ein Refugium, in das sie flüchten konnten, um sich für einen Augenblick aus dem Zusammenhang zurückzuziehen, in dem sie sich gezwungenermaßen befanden. Der Komponist, Dirigent und Pianist bemühte sich in Theresienstadt um die Organisation von Theateraufführungen und Konzerten. Er schrieb dort 24 Konzerte, die einen beträchtlichen Teil seines Gesamtwerkes ausmachen. Unter diesen auch seine letzte Komposition, das Melodrama Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke (1944), nach einer gleichnamigen Erzählung von Rainer Maria von Rilke, in der es um die Unmöglichkeit der Rückkehr zu Liebe und Leben geht. 

Am 16. Oktober 1944 wurde Ullmann nach Auschwitz-Birkenau deportiert und kurz nach seiner Ankunft durch Vergasung ermordet.
 
Die integrale Aufführung der Oper wird von der Stiftung Fondazione Giorgio e Lilli Devoto und dem Kulturzentrum Primo Levi in Zusammenarbeit mit Palazzo Ducale und Goethe-Institut Genua realisiert.

Vollständiges Programm:
http://www.palazzoducale.genova.it/wp-content/uploads/2020/01/Concerto-16-febbraio-2020-Viktor-Ullmann.pdf
 

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