Filmvorstellung 3 x Deutscher Film - Vorpremiere: Der Fall Collini

Der Fall Collini © Constantin Film

Mi, 05.08.2020

Grand Teatret

Mikkel Bryggers Gade 8
1460 Kopenhagen

Der Fall Collini // Systemsprenger // Deutschstunde

Im Rahmen des Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahres laden Goethe-Institut Dänemark, die Deutsche Botschaft, Nabolandskanalerne und die Deutschen Filmtage zu drei exklusiven deutschen Vorpremieren ins Grand Teatret in Kopenhagen. Die Filme bilden den spannenden Auftakt zu den Deutschen Filmtagen, die dieses Jahr vom 18.-25. Oktober stattfinden.

Der Fall Collini (Sagen Collini) von Marco Kreuzpaintner

Mittwoch, 5. August 19 Uhr, Grand Teatret, Kopenhagen

Marco Kreuzpaintner ist der Regisseur dieses superspannenden Gerichtsdramas, das von wahren Begebenheiten inspiriert ist. Der angesehene Industrielle Jean-Baptiste Meyer wird in einer Hotelsuite erschossen, das Motiv ist nicht bekannt, und der Täter, ein älterer italienischer Gastarbeiter, Fabrizio Collini, schweigt beharrlich. Der junge und unerfahrene Anwalt, Caspar Leinen, der als Pflichtverteidiger für Collini bestellt wird, hatte eine persönliche Beziehung zum Opfer, und er ist außerdem dem erfahrenen Staatsanwalt, Prof. Richard Mattinger, haushoch unterlegen. Im Verlauf des Prozesses deckt Caspar Leinen einen der größten deutschen Justizskandale auf, der seinen Ursprung in der Zeit des Nationalsozialismus hat. Der Film beruht auf dem internationalen Bestseller Der Fall Collini von Ferdinand von Schirach. Das Buch kann, ebenso wie andere Bücher des Autors, in der Bibliothek des Goethe-Instituts oder über die Onleihe ausgeliehen werden.
 


Weitere Filmpremieren:
 

Systemsprenger (Systembryder) von Nora Fingscheidt


Montag, 24. August 19 Uhr, Grand Teatret, Kopenhagen

Sie ist klein, aber gefährlich. Die unbändige, wilde Energie der neunjährigen Benni ist ein Schrei nach Liebe. Von der Wohlfahrtsgesellschaft mit ihrem Hang, zu diagnostizieren und in Schubladen zu stecken, wird sie aufgegeben. Sie ist ein „Systemsprenger“: Kinder, die radikal Regeln brechen, Strukturen verweigern und durch alle Raster der Kinder- und Jugendhilfe fallen. Doch wie schwer kann es sein, ein Kind zu lieben, fragt Regisseurin Nora Fingscheidt mit diesem ergreifenden, zum Nachdenken anregenden Drama. Der Film wurde bei den Filmfestspielen in Berlin 2019 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Als die Regisseurin Nora Fingscheidt das erste Mal auf den Begriff „Systemsprenger” stieß, arbeitete sie gerade an einer Dokumentation über wohnungslose Frauen. Der Begriff bezeichnet Kinder und Jugendliche, die von einem Hilfsangebot nach dem anderen aufgegeben werden. Für den Film traf sie unter anderem einen elfjährigen Jungen, der bereits in 52 Institutionen untergebracht war. Ihre Recherchen führten sie zu ihrem ersten Spielfilm und dem Porträt von Benni.

 


Deutschstunde (Tysktime) von Christian Schwochow

Sonntag, 20. September 19 Uhr, Grand Teatret, Kopenhagen

Siegfried Lenz‘ Klassiker Deutschstunde in einer kongenialen Filmversion von Christian Schwochow, überzeugt mit hinreißend schönen Bildern, zum Teil eingespielt am dänischen Wattenmeer. Sonja Richter spielt darin die Rolle der Gudrun Jepsen. Die Handlung führt uns zurück in die Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, als der junge Siggi Jepsen in eine Anstalt für schwererziehbare Jugendliche geschickt wird. Im Deutschunterricht soll er über die "Freuden der Pflicht" schreiben, aber stattdessen beginnt er über seine Kindheit in dem norddeutschen Dorf Rugbüll an der dänisch-deutschen Grenze zu schreiben. Sein Vater hatte dort als Polizist übereifrig den Künstler Nansen zu überwachen, ob dieser das von den Nazis auferlegte Malverbot einhielt - die Figur des Malers ist dem Expressionisten Emil Nolde nachempfunden. Der Film ist zur gleichen Zeit ein intimes Familiendrama wie eine großartige Beschreibung des Marschlandes und seiner Bewohner, die mitten im Wahnsinn des Krieges gefangen sind.
 

Der Film wird in Zusammenarbeit mit Golden Days gezeigt.

 

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