Ausstellung und Online-Festival Alles vergeht außer der Vergangenheit (Everything Passes Except The Past)

Alessandra Ferrini, Sight Unseen (2019), HD video, 18’47’’, still da video © Courtesy of the artist

17. September – 18. Oktober 2020
Eröffnung: 17.09.2020, 18–22 Uhr

Turin | Fondazione Sandretto Re Rebaudengo

Via Modane 16
Turin

Alessandra Ferrini, Sight Unseen (2019), HD video, 18’47’’, Videostill

(Post)koloniales Erbe

Die jüngsten, internationalen Ereignisse im Rahmen der Black Lives Matter-Bewegung haben den Zusammenhang von strukturellem Rassismus und kolonialer Gewalt offengelegt und ins Zentrum politischer und sozialer Debatten gestellt, und das bereits vor dem Fall des durch Polizisten erschossenen Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai 2020, der nicht nur die US-amerikanische, sondern auch die internationale Öffentlichkeit bewegt hat: Die Initiative in Turin ist Teil des internationalen zweijährigen Projekts des Goethe-Instituts Everything Passes Except The Past, das 2019 verschiedene Workshops, Vorträge und Performanceformate in Belgien, Frankreich, Portugal, Spanien und Italien veranstaltete. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse in Buchform ist für Herbst 2020 vorgesehen.

Ausstellung in Turin 

Unter dem Titel Alles vergeht außer der Vergangenheit werden vom 17. September bis 18. Oktober 2020 künstlerische Arbeiten von Bianca Baldi, Alessandra Ferrini, Grace Ndiritu und dem Kollektiv Troubled Archives in der Turiner Stiftung Sandretto Re Rebaudengo ausgestellt. Die versammelten Positionen stellen die westliche Idee des kolonialen Bildarchivs als „neutrales Dokument“ in Frage, spielen Realität und Repräsentation gegeneinander aus und decken Spannungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf.

Online-Festival

Zusätzlich zu der Ausstellung wird am 17. Oktober ein facettenreiches diskursives Online-Festival ausgerichtet: Neben einem Vortrag von Bénédicte Savoy diskutieren Aktivist*innen, Künstler*innen, Expert*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen aus Afrika, Lateinamerika und Europa das sensible Feld (neo-)kolonialer Verstrickungen aus diskursiver und künstlerischer Perspektive. Die Beiträge beleuchten die Herausforderung, ethnologische Museumssammlungen, den öffentlichen Raum und Filmarchive zu dekolonisieren und bringen Positionen aus dem globalen Norden und dem globalen Süden in einen intensiven Dialog. Zentral ist dabei die Frage, was wir von den Methoden der Kunst, des Aktivismus und der kritischen Theorie lernen können, um Machtstrukturen neu zu definieren und koloniale Ungleichgewichte zu überwinden.
  • Grace Ndiritu, A Quest For Meaning - AQFM VOL. 9 (2019), Tatjana Pieters Gallery, Ghent, Belgium © Courtesy of the artist
    Grace Ndiritu, A Quest For Meaning - AQFM VOL. 9 (2019), Tatjana Pieters Gallery, Ghent, Belgium
  • Bianca Baldi, Eyes in The Back of Your Head (2017), videoinstallazione © Courtesy of the artist
    Bianca Baldi, Eyes in The Back of Your Head (2017), Videoinstallation
  • Alessandra Ferrini, Sight Unseen (2019), HD video, 18’47’’, still da video © Courtesy of the artist
    Alessandra Ferrini, Sight Unseen (2019), HD video, 18’47’’, Videostill
In Zusammenarbeit mit der Turiner Stiftung Sandretto Re Rebaudengo

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