Gespräch KUNDURA BÜHNE PRÄSENTIERT KÜNSTLERGESPRÄCH MIT STEFAN KAEGI, DEM MITBEGRÜNDER VON DEUTSCHLANDS ORIGINELLEM THEATERENSEMBLE RIMINI PROTOKOLL

Künstergespräch mit Stefan Kaegi © TTFotografie_Schauspielhaus Zürich

Do, 14.01.2021

Online


Kundura Stage lädt am 14. Januar um 18.00 Uhr MEZ (20.00 Uhr in der Türkei) zu einem exklusiven Online-Künstlergespräch mit Stefan Kaegi ein, dem Mitbegründer des renommierten deutschen Dokumentartheaterensembles Rimini Protokoll sowie dem Designer und Leiter des Remote X Project. Mit dem Schwerpunkt auf den transplantierten Performern und dem ferngesteuerten Publikum wird Kaegi seine Ideen und Erfahrungen zu verschiedenen Arbeiten teilen, um die performative Sprache durch die Projekte von Rimini Prokoll neu zu definieren und sie durch ineinander verwobene Erzählungen und Schichten auf der Grundlage seiner eigenen künstlerischen Praxis zu bewerten.
 
Kundura Stage möchte mit dieser speziellen Online-Veranstaltung das dokumentarische Theater vorstellen und fördern und lädt Branchenprofis sowie Künstler, Studenten, Dramaturgen, Regisseure und Redakteure aus dem Kreis der Performance-Künstler und alle Interessierten ein, mehr zu erfahren über die Schwelle zwischen Fiktion und Realität im dokumentarischen Theater.
Während der Pandemie in diesem Herbst war die Performance "Remote Istanbul" leider nur kurzzeitig erlebbar auf den Straßen Istanbuls. "Remote Istanbul" ermöglicht es dem Publikum, seine Beziehung zur Stadt durch alltägliche Praktiken zu hinterfragen, sein eigenes Verhalten zu beobachten und sich gegenseitig mit Hilfe von künstlicher Intelligenz zu beobachten. Der Designer und Leiter des Remote X Project und Mitbegründer von Rimini Protokoll, Stefan Kaegi, trifft die Kundura Stage-Follower bei diesem Online-Künstlergespräch vor dem Relaunch der "Remote Istanbul"-Performance, die im nächsten Sommer erneut präsentiert werden soll.
 
Stefan Kaegi
Stefan Kaegi kreiert dokumentarische Theaterstücke, Audio-Interventionen, kuratierte Formate und arbeitet im urbanen Umfeld in vielfältigen Kooperationen. Mit Hilfe von Recherchen, öffentlichen Auditions und konzeptionellen Prozessen gibt er oft "Experten" eine Stimme, die keine ausgebildeten Schauspieler sind, aber etwas zu erzählen haben. Die meisten seiner Arbeiten erscheinen unter dem Label "Rimini Protokoll" - Name des Berliner Theaterkollektivs, das er zusammen mit Helgard Haug und Daniel Wetzel Anfang des Jahrtausends gründete. Zu Kaegis frühen Projekten gehören Arbeiten wie "Mnemopark", eine Modelleisenbahnwelt mit 4 passionierten Bastlern in einem Live-Film (im Maßstab 1:87). Oder Cargo Sofia" um zwei bulgarische LKW-Fahrer und einen zum mobilen Zuschauerraum umgebauten Lastwagen (Cargo Sofia"). 2008 entwickelte er "Radio Muezzin" in Kairo - ein Projekt über den Ruf zum Gebet im Zeitalter der technischen Reproduktion, 2011 "Bodenprobe Kasachstan" über Migration und Öl in Zentralasien.
Seit 2014 adaptiert Kaegi den immersiven Audiowalk "Remote X" in so unterschiedlichen urbanen Landschaften und Kontexten wie Santiago de Chile, Shanghai, Moskau oder New York, und er tourt mit der interaktiven Installation "Nachlass", die acht Menschen porträtiert, die nicht viel Zeit zum Leben haben. 2007 wurde Rimini Protokoll mit dem Faust-Theaterpreis ausgezeichnet. 2008 erhielt es den europäischen Preis "New Realities in Theatre'' und 2011 den Silbernen Löwen auf der Biennale von Venedig für Darstellende Kunst. Sowohl "Call Cutta in a Box" als auch die "Weltklimakonferenz" erhielten eine lobende Erwähnung durch die Jury der Ars Electronica. Die Multiplayer-Videoinstallation "Situation Rooms'' über die Waffenindustrie erhielt 2013 den Excelence Award des 17. Japan Media Festivals. Und 2015 erhielten Stefan Kaegi und Rimini Protokoll den Grand Prix Theater/Hans-Reinhart-Ring.
 
Rimini Protokoll

Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel gründeten im Jahr 2000 das Theater-Label Rimini Protokoll und arbeiten seitdem in verschiedenen Konstellationen unter diesem Namen. Schritt für Schritt haben sie die Mittel des Theaters erweitert, um neue Perspektiven auf die Wirklichkeit zu schaffen.
Rimini Protokoll entwickeln ihre Bühnenwerke, Interventionen, performativen Installationen und Hörspiele oft gemeinsam mit Experten, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten außerhalb des Theaters erworben haben. Außerdem transponieren sie gerne Räume oder soziale Strukturen in theatrale Formate. Viele ihrer Arbeiten zeichnen sich durch Interaktivität und einen spielerischen Umgang mit Technik aus.
Der Online Vortrag wird in englischer Sprache mit türkischen Untertiteln auf Zoom gehalten. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich: 
 
www.beykozkundura.com

 

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