Gespräch „Letzte Briefe“ : Ein Gespräch mit Dorothea und Johannes von Moltke

Dorothea und Johannes von Moltke © Dorothea und Johannes von Moltke

Mo, 19.04.2021

Online

Eine Diskussion über die zutiefst persönliche Geschichte von Helmuth James und Freya von Moltkes Liebe, Glauben, Widerstand und Mut im Angesicht des Faschismus.

Goethe Pop Up Seattle heißt gemeinsam mit dem USC Max Kade Institut, den USC Libraries, dem Thomas Mann Haus und der Elliott Bay Book Company, das Geschwisterpaar Dorothea und Johannes von Moltke, Enkel von Helmuth James von Moltke und seiner Frau Freya, zu einer Lesung und Diskussion der Korrespondenz ihrer Großeltern aus dem Band „Last Letters: Die Gefangenenkorrespondenz zwischen Helmuth James und Freya von Moltke 1944-45“ willkommen.

Dorothea und Johannes von Moltke werden die Briefe in Bezug auf ihren familiären und historischen Hintergrund diskutieren und über die zeitgenössische Relevanz der Korrespondenz reflektieren.

Die Veranstaltung findet online über Zoom statt; eine kostenlose Registrierung ist erforderlich, um Zugangsdaten zu erhalten.
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Gefängnis Tegel, Berlin, im Herbst 1944. Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess wegen seiner führenden Rolle im Kreisauer Kreis, einer der wichtigsten deutschen Widerstandsgruppen gegen die Nazis. Wie durch ein Wunder ist der Gefängniskaplan in Tegel Harald Poelchau, ein Freund und Mitverschwörer von Helmuth und seiner Frau Freya. Von Helmuths Ankunft in Tegel Ende September 1944 bis zum Tag seiner Hinrichtung durch die Nazis am 23. Januar 1945 trug Poelchau täglich Helmuths und Freyas Briefe ins und aus dem Gefängnis und riskierte dabei sein eigenes Leben. Freya bewahrte diese Briefe noch ein halbes Jahrhundert lang auf, hielt sie aber zu Lebzeiten für zu persönlich, um sie zu veröffentlichen. Nach ihrem Tod im Jahr 2010 wurden die Briefe unter großem Beifall in Deutschland veröffentlicht. Sie erschienen vor kurzem in einer englischen Übersetzung von Shelley Frisch vor, die von Helmuth und Freyas Sohn Caspar und ihren Enkeln Dorothea und Johannes von Moltke eingeleitet und herausgegeben wird.
 
Über die Sprecher*innen:

Dorothea von Moltke promovierte in deutscher Literatur an der Columbia University. Sie ist Mitinhaberin von Labyrinth Books in Princeton und engagiert sich nachhaltig für soziale Gerechtigkeit, insbesondere durch den Aufbau von Bibliotheken in Gefängnissen in New Jersey und seit kurzem durch das Projekt Princeton Mutual Aid.

Johannes von Moltke erhielt seinen Doktortitel in Literatur von der Duke University. Er ist Professor an der University of Michigan, wo er gemeinsam für Germanistik und Film, TV & Medien berufen ist. Professor von Moltke ist Mitglied der Michigan Society of Fellows, Vizepräsident der American Friends of Marbach und ehemaliger President der German Studies Association. In Michigan war er Organisator des alle zwei Jahre stattfindenden German Film Institute.

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