Widerstreitende Perspektiven – Rechte Gewalt im deutschen Kino nach 1990

Wir sind Jung. Wir sind stark © Wir sind Jung. Wir sind stark

„Ich erinnere mich, dass ich an der U-Bahn-Station stand, der ganze Bahnsteig war voll von Leuten, und ein türkischer Mann sprach mich an und hat gesagt: ,Jetzt wird es schlimmer für uns‘“. Die früh verstorbene afrodeutsche Dichterin und Aktivistin May Ayim erzählt dies in Hoffnung im Herz (Dagmar Schultz, 1997). 
Die Filmauswahl in dieser Reihe ist ein Versuch, Ayims Erinnerung im Universum des jüngeren deutschen Kinos zu kontextualisieren. Zugleich ist es der Versuch, diese von vielen Einwander*innen und ihren Nachkommen sowie aufgrund ihres Aussehens diskriminierter Menschen geteilte, aber in der bundesdeutschen Öffentlichkeit bis heute zu wenig wahrgenommene Perspektive in Beziehung zu setzen mit einem dominanteren Erklärungsansatz für die neu aufflammenden rechten Aggressionen.