Key Note und Diskussion Klimawandel: neues Ziel oder neue Waffe der Populisten?

7. Pražská konference o populismu © Heinrich Böll Stiftung Prag

Mo, 16.05.2022

16:00 - 19:00

Goethe-Institut Tschechische Republik

Wir laden Sie herzlich zu dem Vortrag und der Podiumsdiskussion mit dem Titel Klimawandel: neues Ziel oder neue Waffe der Populisten?einem der Highlights der siebten Prager Populismus-Konferenz, ein. Diese findet vom 15. bis 17. Mai 2022 statt und wird die europäischen populistischen Parteien und Bewegungen und ihre Haltung zum Klimawandel analysieren.

Die Referent*innen werden sich insbesondere mit sozialen Bewegungen in Zeiten der Pandemie sowie mit Klimanarrativen und den Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Debatte über Lösungen für die Klimakrise in Mitteleuropa befassen.

Wann: Montag, 16. Mai 2022. 16:00 Uhr - 19.00 Uhr

Wo: Goethe-Institut (Masarykovo nábřeží 32, Prag 1)

Die Veranstaltung wird per Livestream auf Facebook und YouTube übertragen.

Sprache: Tschechisch-Englisch-Verdolmetschung

PROGRAMM:

16:00 Eröffnung der öffentlichen Veranstaltung

Radka Wildová (Stellvertretende Ministerin, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport)

Tomáš Nigrin (Direktor, Institut für Internationale Studien, Karls-Universität)

 
16:15 - 17:00 Key Note Paper

Donatella Della Porta (Scuola Normale Superiore, Pisa)

Soziale Bewegungen in Zeiten der Pandemie: Herausforderungen und Chancen für progressive Politik

In Zeiten der Pandemie wurden Wellen von Protesten unterschiedlichster Art mobilisiert. Auf der einen Seite haben Proteste Koalitionen der radikalen Rechten, esoterischen Anti-Impf-, Anti-EU- und ultrakonservativen christlichen Gruppen mobilisiert, die sich gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Ansteckung bis hin zur Ablehnung der Pandemie richteten. In diesen Gruppen haben populistische Visionen konspirative Überzeugungen genährt, die bereits in der regressiven Politik verbreitet sind. Auf der anderen Seite wurden progressive soziale Bewegungen zur Verteidigung der sozialen Rechte und der partizipativen Demokratie mobilisiert. In verschiedenen Formen - einschließlich innovativer Repertoires des Protests auf der Straße, aber auch Initiativen, die gegenseitige Hilfe und die Entwicklung von alternativem Wissen praktizieren - haben progressive soziale Bewegungen Solidarität eingefordert und hergestellt, indem sie Forderungen nach sozialer und ökologischer Gerechtigkeit mit einer umfassenden Forderung nach Gesundheitsrechten verbanden.

Aufbauend auf laufenden Forschungen über soziale Bewegungen während der Pandemie wird die Keynote die weiter gefasste Frage nach den Chancen und Herausforderungen behandeln, die die Pandemie für progressive Politik mit sich bringt.

17:00 - 17:30 Pause

17:30 - 19:00 Podiumsdiskussion

Klimawandel: neues Ziel oder neue Waffe der Populisten?

Der Klimawandel ist in den letzten Jahren endlich ganz oben auf die politische Agenda gerückt. Die mitteleuropäischen Länder neigen jedoch oft dazu, die europäische Klimapolitik als etwas Aufgezwungenes, das die Wirtschaft und das Wohlergehen der Menschen in der Region zerstören kann, in Frage zu stellen oder abzulehnen. Wie aber gehen die Regierungsparteien mit den Herausforderungen des Klimawandels um und welche Lösungen bieten sie an? Wird der Klimawandel zu einem neuen Instrument in den Händen der Populisten? Welche Geschichte erzählen sie über die Klimakrise, und wie wird sie von den Medien geprägt? Welche Maßnahmen sollten wir ergreifen, um die politische Debatte auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen?

Diskutant*innen:

Kata Balint, Institut für Strategischen Dialog, Brüssel

Jan Krajhanzl, Masaryk-Universität, Brünn

Magdalena Klarenbach, Stiftung Open Plan, Krakau

Moderatorin: Adéla Jurečková, Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung, Prag

GÄSTE:

Donatella della Porta ist eine italienische Soziologin und Politikwissenschaftlerin, die Professorin für Politikwissenschaft und politische Soziologie an der Scuola Normale Superiore ist. Sie ist bekannt für ihre Forschungen in den Bereichen soziale Bewegungen, Korruption, politische Gewalt, Polizei und Politik der öffentlichen Ordnung. Zwischen 2003 und 2015 war sie Professorin für Soziologie an der Abteilung für Politik- und Sozialwissenschaften des Europäischen Hochschulinstituts.

Kata Balint ist ungarische Analystin am Institute for Strategic Dialogue, wo sie die Forschung zu Desinformation, Extremismus und Hate Speech in verschiedenen Regionen unterstützt, indem sie groß angelegte Methoden zur Analyse von Social-Media-Daten und fortschrittliche Open-Source-Untersuchungstechniken einsetzt. Zu ihren Forschungsgebieten gehören Klima-Falsch- und Desinformation, staatlich geförderte Einflussnahme sowie rechtsextreme Radikalisierung und Extremismus.

Magdalena Klarenbach ist eine sozialwissenschaftliche Forscherin, Aktivistin und NGO-Mitarbeiterin mit 10 Jahren Erfahrung in den Bereichen ökologische Bildung und Klimabildung. Ihre Forschungsinteressen liegen in den Fachgebieten Klimawandel, Klimagerechtigkeit und Kolonialismus, insbesondere im osteuropäischen Kontext. Sie ist Gründerin und Vorstandsmitglied der Open Plan Foundation (einer Umwelt-NGO aus Polen).

Jan Krajhanzl ist Sozial- und Umweltpsychologe und spezialisiert auf die Entwicklung von Kommunikationsstrategien im Umweltbereich. Er ist Gründer und Leiter des Instituts 2050 und arbeitet gleichzeitig am Fachbereich für Umweltstudien der Masaryk-Universität. Er ist Autor oder Mitautor zahlreicher Veröffentlichungen und Forschungsarbeiten in diesem Bereich.

Das vollständige Programm der 7. Prager Populismuskonferenz ist auf der Facebook-Seite der Prager Populismuskonferenz verfügbar.

Partner: Heinrich-Böll-Stiftung und die Sozialwissenschaftliche Fakultät der Karlsuniversität.

Ebenfalls im Rahmen der Prager Populismuskonferenz wird der Film "Ökozid" am 15.05. um 18Uhr gezeigt. 

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