Thomas Brasch Retrospektive

Als Sohn aktiver Kommunisten und Kindertransport-Flüchtlinge in England geboren, verkörperte Thomas Brasch wie kaum ein anderer Künstler die Bruchlinien der deutschen Geschichte. Während sein Vater in den Reihen der ostdeutschen Regierungspartei aufstieg, wurde Brasch ein kompromisslos radikaler Schriftsteller, dessen Aktivismus zu Zensur und Gefängnis führte. Nach seiner Übersiedlung in den Westen weigerte er sich, die Rolle des DDR-Dissidenten zu spielen und konzentrierte seine Kritik auf die westdeutsche Gesellschaft und auf die deutsche Geschichte, in Theaterstücken, Gedichten und brillanten, aber herausfordernden Filmen. Obwohl er als Übersetzer von Tschechow und Shakespeare ins Deutsche hoch angesehen ist, wurde keines von Braschs eigenen Schriften jemals auf Englisch veröffentlicht. Seine wichtigsten Filme, schrille Meditationen über die deutsche Geschichte wie Der Passagier – Welcome to Germany (1988, mit Tony Curtis in der Hauptrolle als cholerischer Hollywood-Regisseur, der nach Deutschland zurückkehrt, um einen Film über seine Zeit im Konzentrationslager zu drehen), werden in den USA nur selten gezeigt.

In diesem Frühjahr stellen das Leo Baeck Institute, das Goethe-Institut New York, das German Film Office, das Deutsche Generalkonsulat in New York, Deutsches Haus at NYU und die Friends of Freiburg Alumni of North America diesen bemerkenswerten Künstler und seine Geschichte dem New Yorker Publikum vor.

Zurück