Film Deutsches Kino. Eine Auswahl des Goethe-Instituts am Centro Cultural Kirchner

cine alemán en el cck

So, 15.05.2022 -
So, 22.05.2022

Centro Cultural Kirchner

Die ausgewählten Filme richten sich monatlich an den Hauptthemen des Programms des Kulturzentrums aus und bieten eine zeitgenössische Reflexion über die aktuelle Produktion des deutschen Films.

Gezeigt werden Filme von Regisseurinnen und Regisseure wie Helke Misselwitz, Thomas Heise, Doris Dörrie und jüngeren, sehr kraftvollen Regisseurinnen wie Janna Ji Wonders und Alison Kuhn. 
 
Die Filmvorführungen finden jeden zweiten und dritten Sonntag im Monat um 19 Uhr im „Auditorio 612“ statt, mit spanischen Untertiteln. Der Eintritt ist frei.

MAI: DIESSEITS DES ZAUNS

Welche sowohl reale als auch symbolische Gitter trennen uns, schließen uns gegenseitig aus? Auf der Grundlage des Programms des Centro Cultural Kirchner im Monat des Gedenkens an die Arbeitnehmerrechte und an die Revolution, die zur Unabhängigkeit Argentiniens führen sollte, hat das Goethe-Institut im Mai zwei bedeutsame Filme ausgewählt. Sie zeigen die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern am Arbeitsplatz auf und beleuchten die unerfüllten Bedürfnisse von Frauen in der Gesellschaft aus der Ich-Perspektive. In Winter Adé reist Helke Misselwitz mit dem Zug durch Ostdeutschland und enthüllt mit aussagekräftigen Zeugnissen den Arbeits- und Sozialalltag von Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft in der DDR. Weit ab von der vom Staat verbreiteten offiziellen Sichtweise sehen sich die Befragten nicht in den vermeintlich gleichen Arbeitsbedingungen abgebildet. In Alison Kuhns Filmdebüt The Case You ergründen und verurteilen fünf junge Schauspielerinnen in einem Akt wahrer Emanzipation den sexuellen Missbrauch, den sie vor Jahren erlitten haben. Frauen vor und hinter der Kamera können den Zaun niederreißen.

Sonntag 15 -19 h

Winter Adé (1988, 116 Min., Dokumentarfilm) 
Regie: Helke Misselwitz 
 
Winter Ade Ⓒ DEFA_Stiftung / Thomas_Plenert Kurz vor dem Zusammenbruch der DDR. Helke Misselwitz reist von Zwickau aus mit dem Zug durch die DDR und begegnet Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft. In diesem dokumentarischen Meisterwerk äußern die Frauen in den Gesprächen ihre persönlichen und beruflichen Frustrationen, ihre Wünsche und Hoffnungen. Sie bilden so das Porträt einer sich wandelnden Gesellschaft ab. Die Kamera wird in dem Schwarzweißfilm (35mm), der sich vor dem Hintergrund der ostdeutschen Landschaft und Architektur abspielt, von Thomas Plenert, einem der besten deutschen Kameramänner, geführt. Winter Adé ist ein richtungsweisender Dokumentarfilm, der bei seiner Uraufführung 1988 auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival in Leipzig entsprechendes Aufsehen erregte. Der Film untergrub das offizielle Bild der Frauen in der DDR und stellte die Behauptung in Frage, die DDR habe die Gleichstellung der Geschlechter erreicht. Gleichzeitig aber sprechen die Frauen im Gefühl einer neuen Unabhängigkeit auch viel offener über ihr Leben.

Sonntag 22 - 19 h

The Case You (2021, 80 Min., Dokumentarfilm) 
Regie: Alison Kuhn

The Case You © Lenn Lamster Fünf Schauspielerinnen verbringen zusammen einige Tage in einem Theatersaal. Sie sind alle in ihren Zwanzigern und haben vor über vier Jahren an einem Casting teilgenommen, bei dem es zu systematischen Übergriffen sexueller und gewaltsamer Natur gekommen ist. Auch Alison Kuhn war damals eine der Bewerberinnen. Wie viele ihrer Kolleginnen versuchte sie, diesen Tag so schnell wie möglich zu verdrängen. Da der Regisseur, der das Casting leitete, den Missbrauch jedoch fortführte, indem er aus dem gedrehten Material einen eigenen Film montierte, brennt aktuell ein Rechtsstreit zwischen Produktionsfirma und Schauspielerinnen. An die Öffentlichkeit ist kaum etwas gelangt. In dem geschützten Raum brechen die Frauen nun ihr Schweigen und ergründen gemeinsam, was damals geschah und was die Geschehnisse für ihre Gegenwart bedeuten.
Quelle: Filmfestival Max Ophüls Preis 2021

 

Zurück