Ausstellung Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald

Sonderausstellung Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald. ​Foto: ReassemblingNature.org

Fr, 10.11.2017 -
Do, 29.03.2018

Centrum für Naturkunde

Martin-Luther-King-Platz 3
20146 Hamburg

Sonderausstellung Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald.

Mythos (Regen-)Wald zwischen Kunst- und Naturforschung

Der Wald ist ein Mythos. Besungen und vergoldet von Künstlerinnen und Künstlern aller Zeiten und Regionen. Er ist Sehnsuchtsort, Lebenswelt und Ressource. Für europäische Naturforscher des 19. Jahrhunderts auch Stätte der Erkenntnis. Doch wie sieht der (Regen-)Wald heute aus? Wie hat der Mensch diesen idealen Lebensraum so vieler Tiere und Pflanzen nach seinen Bedürfnissen verändert, durch europäischen Kolonialismus und Industrialisierung das fein austarierte Zusammenspiel der Arten – vor allem in den tropischen Regionen – zerschlagen? Und andersherum, welche Erkenntnisse gibt es heute darüber, wie der Mensch aus diesen fruchtbaren Gefügen eigentlich gar nicht wegzudenken ist, weil in vielen Urwäldern indigene Kultivierungspraktiken verwurzelt sind, die erst durch großflächige Abholzung zum Vorschein treten?

Anlass der Ausstellung ist der 160. Jahrestag der Veröffentlichung der Darwin-Wallace-Papiere, einer der zentralen Abhandlungen der Biologie als wissenschaftlicher Disziplin. Der britische Naturforscher und Naturaliensammler Alfred Russel Wallace (1823–1913) unternahm im 19. Jahrhundert Expeditionen nach Südamerika und Südostasien. Seine umfassende Sammlung gilt als Grundlage seiner bahnbrechenden Selektionstheorie.

Mit der Sonderausstellung Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald holt das Centrum für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg das aktuelle Problem- und Forschungsfeld von Artensterben, Entwaldung und Klimawandel mit zeitgenössischen Kunstwerken ins Zoologische Museum.  Audiovisuelle Installationen, Fotografien, Filme und Skulpturen internationaler Künstlerinnen und Künstler verwandeln die Ausstellungshalle in einen (bedrohten) Lebensraum Wald. In Zusammenarbeit mit Kustodinnen und Kustoden der wissenschaftlichen Sammlungen des CeNak, des Herbarium Hamburgense und des Nutzpflanzenmuseums präsentieren die Ausstellungskuratoren Anna-Sophie Springer und Dr. Etienne Turpin eine Vielzahl botanischer und zoologischer Objekte als Referenzen für die Transformationen tropischer Ökosysteme seit deren Erschließung durch europäische Naturforscher vor gut eineinhalb Jahrhunderten. Verschwindende Vermächtnisse zeigt unvergleichliche Artenvielfalt somit im Spannungsfeld von Wissenschaft und Monokultur.

Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald ist ein Projekt von Anna-Sophie Springer und Dr. Etienne Turpin. Die Ausstellung wird vom Centrum für Naturkunde realisiert und ist hier vom 10. November 2017 bis 29. März 2018 zu sehen. Der Ausstellungszyklus ist eine Kooperation mit der Schering Stiftung und dem Goethe-Institut Singapur. Das Projekt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

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