Demographic Change in Germany Unstoppable

More and more Germans live alone.

The traditional picture of the family is obsolete. While the Germans are becoming ever older, they are marrying ever less and having fewer children. Government policy is taking countermeasures, but the country is already in the grip of demographic change.

Father, mother, two children. That was for decades the classical German picture of the family. But, as in many other European countries, people’s lifestyles are changing. One out of two new marriages is now followed by a divorce. Political countermeasures – tax splitting for married couples, parental allowances, child benefits – cannot, it seems, stop the demographic change.
 

  • Haushalte: Immer mehr Deutsche leben allein © Rainer Sturm / pixelio.de
    Haushalte: Immer mehr Deutsche leben allein

    Es gibt rund 81 Millionen Deutsche. Die meisten von ihnen leben in einem Single-Haushalt (40 Prozent), gefolgt von Zwei-Personen-Haushalten (34 Prozent). Die Haushaltsgröße nimmt seit 20 Jahren ab. In einem durchschnittlichen Haushalt leben heute nur 2,02 Personen. Und nur in jedem fünften Haushalt wachsen Kinder unter 18 Jahren auf. Hingegen steigt die Zahl der Senioren-Haushalte: Fast jeder vierte deutsche Haushalt wird ausschließlich von Menschen im Rentneralter bewohnt.
  • Familienformen: Die traditionelle Familie ist auf dem Rückzug © Rolf van Melis / pixelio.de
    Familienformen: Die traditionelle Familie ist auf dem Rückzug

    Wenn die Deutschen nicht allein wohnen, dann leben sie meist in einer Familie: Bei den Mehrpersonenhaushalten dominiert das Ehepaar mit Kindern (71 Prozent), danach kommen Alleinerziehende (20 Prozent) und Lebensgemeinschaften mit Kindern (9 Prozent). Trotzdem ist die traditionelle Familie auf dem Rückzug. 2005 machten die verheirateten Paare mit Kindern noch über 80 Prozent aus.
  • Ehen: Zwei Hochzeiten, eine Scheidung © JMG / pixelio.de
    Ehen: Zwei Hochzeiten, eine Scheidung

    Ja zum Ja-Wort? Heiraten wird für Deutsche immer unpopulärer. Während in den 1960er-Jahren noch über 600.000 Ehen pro Jahr geschlossen wurden, sind es heute weit weniger als 400.000. Im Schnitt sind Männer bei ihrer ersten Hochzeit 33,3 Jahre alt, Frauen mit 30,5 Jahren knapp drei Jahre jünger. Doch viele Ehen halten nicht ein Leben lang: 2011 folgte auf fast jede zweite Eheschließung eine Scheidung.
  • Kinderwunsch: Frauen bekommen immer später Kinder – und immer weniger © Colourbox
    Kinderwunsch: Frauen bekommen immer später Kinder – und immer weniger

    Kind oder Karriere? Mit dieser Frage sehen sich viele deutsche Frauen konfrontiert. Deswegen bekommen sie ihr erstes Kind durchschnittlich erst mit 30,7 Jahren, wenn sie verheiratet sind sogar ein Jahr später. Im statistischen Durchschnitt bringen Frauen 1,39 Kinder zur Welt. Nur jede fünfte Mutter hat drei oder mehr Kinder. Der Anteil der Frauen ohne Kind ist in den letzten Jahrzehnten hingegen kontinuierlich angestiegen.
  • Geburtenrate: Jedes siebte Baby wird in den Neuen Bundesländern geboren © Christian v. R. / pixelio.de
    Geburtenrate: Jedes siebte Baby wird in den Neuen Bundesländern geboren

    Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 662.685 Kinder geboren. Die meisten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (143.097), die wenigsten im Stadtstaat Bremen (5.388). Jedes siebte Baby kommt aus den neuen Bundesländern. Gemessen an der Bevölkerungszahl ist die Geburtenhäufigkeit in Ostdeutschland (1,46 Kinder) jedoch etwas höher als im Westen (1,39 Kinder).
  • Familiengründung: oft ohne Trauschein © JMG / pixelio.de
    Familiengründung: oft ohne Trauschein

    Für immer weniger Deutsche ist die Heirat Voraussetzung für Familie und Kinder: Jedes dritte Neugeborene wird heute nichtehelich geboren. Dabei gibt es erhebliche regionale Unterschiede: Während in Westdeutschland nur 27 Prozent der Kinder von Eltern ohne Trauschein aufgezogen werden, sind es im Osten ganze 61 Prozent. Jedes fünfte Kind wächst zudem nur bei einem Elternteil auf – meistens bei der Mutter. Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen.
  • Ehegattensplitting: noch zeitgemäß? © Colourbox
    Ehegattensplitting: noch zeitgemäß?

    In Deutschland stehen Ehe und Familie laut Grundgesetz unter besonderem Schutz. Um die potenzielle Elternschaft zu fördern, wird die Ehe seit Jahrzehnten auch finanziell begünstigt: Das „Ehegattensplitting“ verschafft Ehepartnern gegenüber unverheirateten Paaren in manchen Fällen steuerliche Vorteile – egal ob sie Kinder haben oder nicht. Auch weil mittlerweile rund 30 Prozent aller verheirateten Paare kinderlos sind, steht dieses Steuerverfahren seit Jahren als unzeitgemäß in der Kritik.
  • Kinder- und Elterngeld: Förderung nach der Geburt © Petra Bork / pixelio.de
    Kinder- und Elterngeld: Förderung nach der Geburt

    Alle Eltern erhalten Kindergeld: Für das erste und zweite Kind bekommen sie monatlich 184 Euro vom Staat, für weitere Kinder etwas mehr. Ein weiteres politisches Steuerungs- instrument ist das Elterngeld: Bis zu 14 Monate lang erhält das Elternteil, das nach der Geburt mit dem Kind zu Hause bleibt, maximal 1.800 Euro pro Monat. So sollen vor allem junge Väter motiviert werden, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern, und Mütter eher in ihren Job zurückkehren können.
  • Sterbefälle: Die Deutschen werden weniger © Kathrin Frischemeyer / pixelio.de
    Sterbefälle: Die Deutschen werden weniger

    Die Lebenserwartung in Deutschland steigt. Heute werden Männer im Schnitt 73,7 Jahre alt, Frauen 81,0 Jahre. Am ältesten werden die Menschen in Baden-Württemberg. Insgesamt jedoch schrumpft aufgrund der geringen Geburtenrate die Gesamtbevölkerung: 852.328 Menschen starben im vergangenen Jahr, knapp 190.000 mehr als geboren wurden.
  • Prognose: Deutschland 2030 © Colourbox
    Prognose: Deutschland 2030

    Nach Schätzungen des Bundesstatistikamts schrumpft die deutsche Bevölkerung weiter – auf 77 Millionen Einwohner bis 2030. Die Lebenserwartung wird steigen: für Männer um knapp vier, für Frauen um gut drei Jahre. Während die Alten immer älter werden, wird es aufgrund des Geburtendefizits 17 Prozent weniger Kinder und Jugendliche geben. Auch eine Zuwanderung von jährlich 100.000 Menschen aus dem Ausland wird den Bevölkerungsschwund nicht stoppen können.