Winter in Germany The cold season in pictures

Winter landscape
Winter landscape | Photo (detail): © Petair - Fotolia.com

Winter in Germany – what thoughts does this evoke in you? A winter’s tale, snow and an open fire? Or sullen countenances, grey cities and icy winds? The German winter has many faces. A short cultural history of the cold season in pictures.

Everyone associates very particular images with the German winter. These include white mountain peaks, snowy forests and frozen lakes. And this best of all against the backdrop of a fairytale-like royal castle in the foothills of the Alps. In fact, a German winter is of course much more various. From region to region, it shows a distinctive form, quite different in the north from the south. Moreover, the German winter is itself changing. There have always been winters with much snow and with less snow, but it seems that the warm winter has now become the norm. At the same time, the German are, from a climactic point of view, more and more independent of the cold season’s caprices. This may be seen not least from the history of many – typically German – winter rituals that have long been cultivated in Germany.
 

  • Schneemann © ivan kmit - Fotolia
    Schneemann

    Fällt Schnee in Deutschland, werden Schneemänner gebaut – die ersten wohl schon vor rund 250 Jahren. Damals galten Schneemänner als Personifizierung eines in der Regel als hart und entbehrungsreich empfundenen Winters. Entsprechend grimmig sahen sie auch aus: eine mürrische Miene, ein drohend erhobener Besen und eine riesige, bis zu drei Metern hohe Gestalt. Erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts wandelte sich auch das Bild des Schneemanns. Er wurde zum kugelig knuffigen Spielkameraden der Kinder – und schließlich, im 20. Jahrhundert, zu einem der erfolgreichsten Werbeträger eines zunehmend kommerzialisierten Weihnachtsfestes.
  • Eisbaden Foto (Ausschnitt): ChBaltes, CC BY-SA 3.0
    Eisbaden

    Und hinein in die frostigen Fluten! – Eisbaden oder Winterbaden bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt wird in Deutschland von schätzungsweise 2.000 bis 3.000 hartgesottenen Menschen bevorzugt. Der kalkulierte Kälteschock hat religiöse Ursprünge. Die russisch-orthodoxe Kirche feiert jedes Jahr am 19. Januar die Taufe Jesu. Zu diesem Anlass finden in verschiedenen Teilen von Russland Gottesdienste im Freien statt. Das Eisbaden soll das Gewissen reinigen und vor Krankheiten und bösen Geistern schützen. Mittlerweile ist es vor allem die Wellness-Szene, die Eisbaden als Winter-Freizeitvergnügen zelebriert.
  • Wärmepilze © lakeemotion - Fotolia
    Wärmepilze

    Der Gast will an die frische Luft – auch oder gerade im Winter. Für viele deutsche Restaurants ist es ein unabdingbarer Service, auch in den Wintermonaten einen Aufenthalt im Freien zu ermöglichen. Absolut notwendige Utensilien: Wärmepilz oder Heizstrahler und eine warme Wolldecke. Zwar sind die Strahler und Pilze mittlerweile in vielen deutschen Städten, so München, Hamburg oder Berlin, wegen des hohen CO2-Ausstoßes verboten. Besonders in der Hauptstadt wird das Verbot allerdings immer häufiger umgangen. Und in München wurden angeblich schon Sonnenschirme mit eingebauter Heizmöglichkeit gesichtet.
  • Schnee © dusk - Fotolia
    Schnee

    Einer schönen, aber leider falschen, Legende nach haben die Inuit, Ureinwohner des dauerverschneiten Grönland, unzählige Begriffe für unzählige verschiedenen Arten von Schnee in ihrer Sprachen zur Verfügung. Tatsächlich hat auch die deutsche Sprache eine ganze Reihe von Worten zur genaueren Beschreibung der weißen Flocken in ihrem Repertoire: Neben geläufigeren Begriffen wie Neuschnee, Altschnee oder Pulverschnee existieren Spezialworte wie Sulzschnee (schwer und nass), Windharsch (bildet sich bei feuchtem Wind als dünne Kruste auf Schnee) oder Griesel (wiederholt gefrorener, körniger Schnee).
  • Warme Winter ... Brandenburger Tor im Februar 2016 | Foto (Ausschnitt): Christoph Sammer, CC BY 2.0
    Warme Winter ...

    Es ist noch nicht lange her, da empfanden viele Deutsche, vor allem im relativ schneereichen Süden, ein Weihnachten ohne Schnee als eine kleine Katastrophe. Mittlerweile gelten weiße Weihnachten eher als Ausnahme, obwohl es ab und an immer noch Winter gibt, in denen es überdurchschnittlich viel schneit. Die Frage ist nur: War das nicht vielleicht auch früher schon so? Bilden wir uns einen allgemeinen Trend zur Schneelosigkeit vielleicht nur ein? Und wenn nicht, welchen Anteil hat hieran der sogenannte Klimawandel?
  • ... Kalte Winter Brandenburger Tor im Dezember 2009 | Foto (Ausschnitt): Christian Cable, CC BY 2.0
    ... Kalte Winter

    Ja, es gibt sie immer noch, die Winter mit Schnee und Eis – trotz des globalen Temperaturanstiegs. Außergewöhnlich kalt waren beispielsweise die Winter 2009 und 2010. Wochenlang befanden sich große Teile Deutschlands unter einer dicken Schneedecke. 2010 gab es, zum ersten Mal seit 1981, überall in Deutschland ein weißes Weihnachtsfest. Für Klimaexperten ist dies allerdings kein Widerspruch zum Klimawandel. Diese beiden kalten Winter waren ein regional begrenztes Phänomen. Global gesehen gehörten die Winter 2009 und 2010 zu den wärmsten jemals gemessenen.
  • Winter auf der Insel © ahornfoto - Fotolia.com
    Winter auf der Insel

    Denkt man im Ausland an den deutschen Winter, hat man in der Regel eine verschneite Berglandschaft vor Augen. Doch was machen die Menschen auf den deutschen Nord- und Ostseeinseln? Im Winter ist das Klima an den Küsten Deutschlands aufgrund des wärmenden Wassers zwar mild, wird aber durch die hohen Windgeschwindigkeiten doch als rau empfunden. Eine geschlossene Schneedecke gibt es seltener als in anderen Regionen. Hier kann man allerdings wunderbar eingemummelt spazieren gehen.
  • Winterdepression ... © lzf - Fotolia.com
    Winterdepression ...

    Schlapp? Ohne Antrieb? Dann handelt es sich vielleicht um eine saisonale Depression. Viele Studien belegen die negativen Auswirkungen der Wintermonate auf die menschliche Psyche. Der Zustand sei vergleichbar mit dem von Tieren im Winterschlaf. Zu den typischen Symptomen zählen Energielosigkeit, Müdigkeit am Tag, Heißhunger auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel und Gewichtszunahme. Als Hauptursache gilt der Lichtmangel, der die Produktion stimmungsaufhellender Hormone hemmt. In einer Forsa-Studie von 2013 gaben 46 Prozent der befragten Deutschen an, sie würden unter dem Winterwetter leiden.
  • ... oder Wintergemütlichkeit © ASK-Fotografie - Fotolia.com
    ... oder Wintergemütlichkeit

    In derselben Studie gaben allerdings fast genauso viele Deutsche (43 Prozent) an, sie würden den Winter genießen. Immerhin 14 Prozent sagten sogar, der Winter würde ihnen „Kraft und Energie“ geben. Und in einer weiteren, ebenfalls von der Forsa durchgeführten Befragung, gaben 61 Prozent der Deutschen an, sie würden den Winter mögen. Über die Hälfte der Kälteliebhaber (56 Prozent) freut sich dabei auf die Möglichkeit, endlich wieder Ski und Snowboard zu fahren oder sich Wintersportübertragungen im Fernsehen anzuschauen.
  • Wintersport © mma23 - Fotolia.com
    Wintersport

    Ab in den Skilift – denn viele Deutsche lieben Wintersport. Sieben bis acht Millionen Bundesbürger fahren nach Angaben des Deutschen Skiverbandes regelmäßig Ski oder Snowboard. Viele Möglichkeiten bieten nicht nur die Alpen, auch die deutschen Mittelgebirge sind ein beliebtes Reiseziel, besonders bei Langläufern. Norddeutsche brauchen nicht unbedingt mehrere hundert Kilometer Richtung Süden fahren. Selbst der nur 168 m hohe Bungsberg in Schleswig-Holstein besitzt einen Skilift. Ein besonderes Highlight für viele deutsche Wintersportler ist das Rodeln auf speziell präparierten Bahnen.
  • Harte Winter Foto (Ausschnitt): © colourbox.de
    Harte Winter

    Der Winter mag für die meisten Menschen seine Härte verloren haben. Für diejenigen allerdings, die auf der Straße leben, ist er immer noch eine existenzielle Bedrohung. Jedes Jahr erfrieren in Deutschland Menschen ohne Wohnung. Laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) waren es in den letzten 22 Jahren mindestens 278 Obdachlose. Neben regulären Einrichtungen für Wohnungslose eröffnen deswegen viele Städte Notunterkünfte. Karitative Einrichtungen verteilen mit sogenannten Kältebussen Decken, Tee und Suppe an diejenigen, die trotz Kälte auf der Straße übernachten.
  • Winterkatastrophen © Igor Link – Fotolia
    Winterkatastrophen

    Im Vergleich zu anderen Ländern wird Deutschland in der Regel von dramatischeren Wetterkatastrophen verschont. Das gilt auch für den Winter. Bilder von Menschen auf Langlaufskiern oder in Schneeschuhen auf dem Weg durch die Straßen der Stadt, wie man das von New Yorker Wintereinbrüchen kennt, haben in der deutschen Hauptstadt eher Seltenheitswert. Dennoch hat es immer wieder Winter gegeben, die zu chaotischen Zuständen führte. Die Temperaturen können auf minus 30 Grad fallen. Starke Schneefälle und Eisregen legen den Verkehr lahm, lassen Strommasten einknicken und bringen Dächer zum Einsturz.
  • Winteressen © fineart-collection – Fotolia
    Winteressen

    Deftiger Braten, herzhafte Würste – viele Deutsche neigen dazu, sich im Winter besonders gehaltvoll zu ernähren. Die deutsche Winterküche hat ihre Wurzeln in einer Zeit, in der während der kalten Jahreszeit auf den Tisch kam, was den Sommer über geerntet und haltbar gemacht worden war. Das heißt natürlich nicht, dass deutsche Familien im Winter immer noch Kochen wie vor 100 Jahren. Dennoch ist ein gewisser Trend zum saisonalen Speiseplan nicht zu leugnen.
  • Winterferien © bluedesign – Fotolia
    Winterferien

    Laut Tourismusforschung gibt es für Deutsche vor allem drei Gründe, im Winter zu verreisen: Sonne, Schnee oder ein Besuch bei Verwandten. Ein Viertel der Urlaubsreisen im Winter geht in die Alpen oder in die Mittelgebirge, ein weiteres Viertel ans Mittelmeer, 17 Prozent sind Fernreisen und immerhin noch 10 Prozent haben die Nord- oder Ostsee zum Ziel. Wobei eine Reise in die Alpen oder ins Mittelgebirge noch nicht automatisch Skifahren bedeutet: neben dem Sport geht es zum Beispiel in die Sauna oder ins Schwimmbad – oder in ein Konzert.