Deutsche Saison Katar 2017
Dokumentionen

Interview mit Volker Schlott

Der deutsche Jazz Saxofonist Volker Schlott wird mit seiner Band Favo im Herbst 2017 nach Doha reisen. Er gibt Konzerte und Workshops als Teil des Programms der Deutschen Saison Katar 2017. Wir haben ihm vorab drei Fragen zu seiner Arbeit und seinem bevorstehenden Aufenthalt in Doha gestellt. 

FAVO: Falk Breitkreuz, Volker Schlott, Sander De Winne © FAVO, Volker Schlott

Sie sind seit vielen Jahren als Jazzmusiker tätig. Wie sind Sie zur Jazzmusik gekommen? Und wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Ja stimmt, mein erstes Engagement  war schon 1978 in einer Fusion-Band. Damals habe ich noch an der Hochschule für Musik in Berlin studiert. Der erste Band-Chef hat auch meine Neugier für den Jazz geweckt. Bei ihm habe ich eigentlich mehr über Jazz gelernt als an der  Hochschule, die damals mehr auf Klassik ausgerichtet war.
So startete ich dann 1980 mit meinem ersten eigenen Quartett  und dies setzt sich fort bis heute. Ich arbeite immer noch mit den Fun Horns, die es nun schon seit 32 Jahren gibt und mit denen wir schon sehr viele Konzerte weltweit, auch auf Einladung des Goethe-Instituts, geben durften. Mein aktuelles Projekt FAVO entspringt ebenfalls aus der Tradition rhythmusgruppenloser Bands. Bestehend aus Bassklarinette, Sopransaxophon und Stimme steht diese Formation auch für meine Vorliebe für außergewöhnliche Besetzungen und die Experimentierfreudigkeit, Musik neu zu entdecken. Und nachdem ich in den 1980er und 1990er Jahren alles an Musikstilen probiert habe, bin ich an einem Punkt  angekommen, an dem ich auf tiefere Wirkung der Musik auf den Zuhörer achte. Und ich liebe Melodien und groovige Elemente in der Musik. Egal aus welcher Ecke der Welt die einzelnen Segmente kommen, am Ende sollte die Musik immer eine Wirkung auf den Zuschauer erzielen.  

Sie leben in Berlin, eine Stadt, in der auch viele arabische Künstler leben. Haben Sie bereits mit arabischen Künstlern zusammengearbeitet? Und welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht?

Ja, Berlin ist wirklich eine unglaublich pulsierende Stadt, die immer mehr internationale Musiker und Künstler anzieht. Man kann sozusagen alle Kulturen der Welt in Berlin finden. Allerdings habe ich in Berlin bisher nur mit griechischen, türkischen, afrikanischen und amerikanischen Musikern zusammengespielt. Meine erste Begegnung mit arabischer Musik war bereits vor einigen Jahren das Projekt mit Kamal Musallam und drei weiteren internationalen Musikern in Doha und Abu Dhabi, auch auf Einladung des Goethe-Instituts. 

Sie waren bereits vor einigen Jahren in Doha als Musiker zu Gast. Was haben Sie noch in Erinnerung? Und was glauben Sie erwartet Sie dieses Mal in Doha? 

Wie ich gerade erwähnte, erinnere ich mich sehr gerne an die Konzerte mit Kamal in Doha. Es war eine ganz neue Erfahrung in dieser Ecke der Welt Konzerte zu geben. Aber dann war es auch wiederum ganz einfach, denn wenn Menschen oder in diesem Fall Musiker zusammen kommen, um Musik zu machen, ist es meistens eine unkomplizierte  Art der Kommunikation und Verständigung. Diese Art der Kommunikation ist mit keinem anderen Medium so einfach umzusetzen. Deshalb freue ich mich besonders dieses Mal mit meiner eigenen Band nach Doha zu kommen und unser Verständnis von Musik und Jazz im Besonderen mitzubringen. Darauf freue ich mich sehr. 

Wie sieht Ihr Programm für Ihren Auftritt in Doha aus? Worauf legen Sie Ihren Schwerpunkt? Und worauf freuen Sie sich besonders?

Unser Programm wird aus Kompositionen von bekannten Jazz- und Weltmusikkomponisten bestehen, aber auch aus eigenen Stücken von jedem von uns dreien. Die Schwerpunkte liegen insbesondere in der Umsetzung von scheinbar bekannten Melodien mit unserem Trio. Ein besonderer Aspekt ist auch die Vielfalt. Wir haben viele bekannte Stücke relativ unkonventionell bearbeitet. Es wird neben den Instrumenten Bassklarinette und Sopransax auch eine Mbira aus Zimbabwe zu hören sein. Und unser Sänger wird auch beatboxen. Wir hoffen, die Zuschauer werden genauso viel Spaß haben wie wir beim Musizieren.