Film Die Mörder sind unter uns

Die Mörder sind unter uns Foto (Ausschnitt): Die Mörder sind unter uns

Montag, 6. Februar, 20.00 Uhr

MIA Auditorium, Museum of Islamic Arts, Doha, Katar

Deutschland / Deutsch / 1946 / 85 min /
schwarz-weiß / DCP
FSK 15
 
Susanne kehrt nach ihrer Entlassung aus dem Konzentrationslager nach Berlin zurück und findet den früheren Militärarzt Hans in ihrer kriegsverwüsteten Wohnung. Die beiden werden zwangsweise zu Mitbewohnern. Dann begegnet Hans seinem früheren Befehlshaber, der für den Tod von hundert polnischen Kriegsgefangenen verantwortlich ist. Hans und Susanne verlieben sich, aber gleichzeitig fühlt Hans, dass er den Massenmord rächen muss.

„Die Mörder sind unter uns“ von Wolfgang Staudte ist der einzige Film aus der DDR in unserer Filmreihe. Er ist ein sehr frühes Beispiel für den sogenannten "Trümmerfilm", der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg im europäischen Kino entstanden ist. Der Film zeigt den Zustand Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg mit bombardierten Städten als Kulisse für Geschichten von Leiden und Not nach dem Krieg.

Bei Kriegsende hörten Gesetzlosigkeit und Schrecken nicht automatisch auf und häufig kam es zu Vergeltungstaten. Kriegsverbrechen und Verrat wurden oftmals in Selbstjustiz von Zivilisten bestraft. Die unvorstellbaren Gräueltaten der Naziherrschaft hinterließen tiefe psychologische Narben. Der Film plädiert für die  Rückkehr zu geordneten Verhältnissen als einzigem Weg zu Frieden in einer verwundeten Welt.

Regisseur / Drehbuchautor: Wolfgang Staudte wurde 1906 in Saarbrücken geboren. Während des NS-Regimes erschien er als Schauspieler in Filmen wie „Jud Süss“ (1940), dem berüchtigten antisemitischen Propagandafilm. Ein Großteil seiner filmischen Arbeit entstand im Osten Deutschlands nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Seine Kritik an den Gefahren des Nationalstolzes wird deutlich in den Filmen „Die Mörder sind unter uns“, „Der Unteran“ (1951) und „Rose Bernd“ (1957). Staudte verstarb 1984.

Kamera: Friedl Behn-Grund
Schnitt: Hans Heinrich
Musik: Ernst Roters
Darsteller: Hildegard Knef, Elly Burgmer, Erna Sellmer, Hilde Adolphi, Marlise Ludwig

Durchs Programm führt der deutsche Filmkritiker Claus Löser.
 

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