Sustainable Together
Nachhaltig leben in Angola

Sustainable Together Angola
@ Goethe-Institut Johannesburg

Es wird immer wichtiger, dass wir alle ökologische und nachhaltige Gewohnheiten annehmen. Das gilt sowohl für jeden einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes: Gemeinsam müssen wir versuchen, den Untergang der Menschheit und das Aussterben unserer Tier- und Pflanzenwelt zu verhindern.

von Erica Taveres und Luiana Guerra

Angola steht vor der großen Herausforderung, die Probleme der Umwelthygiene, des Hungers und der Armut zeitnah zu lösen. Für diese Entwicklung wird Angola weiterhin auf die Nutzung seiner natürlichen und biologischen Ressourcen setzen müssen, was zwangsweise zu einer Schädigung der Umwelt führen wird. Nicht absehbar ist die Entwicklung neuer Industriezweige, die zusätzlich zur Umweltbelastung in Angola beitragen werden.

Das bedeutet aber nicht, dass sich unser Land nicht auch nachhaltiger entwickeln kann als bisher. Es kommt jetzt darauf an, Ressourcen und Energie effizient zu nutzen und durch ein stärkeres ökologisches Verhalten einen Ausgleich zu schaffen, um weitere Umweltschäden zu verhindern. Das sollte unser aller Interesse sein, denn alle Umwelteinflüsse betreffen letztendlich auch uns selbst.

Deshalb ist es wichtig, dass jeder von uns ganz bewusst verantwortungsvolle Gewohnheiten annimmt, die zwar "klein" sind, aber in der Summe einen großen Unterschied für den Planeten ausmachen können.

"Grün" zu sein - das ist in Angola eine besondere Herausforderung, daran besteht kein Zweifel. Aber für jede Herausforderung gibt es Lösungsansätze: Ökologisch sein bedeutet, vor jeder Handlung zweimal nachzudenken und sich bewusst zu fragen: Wird das etwas oder jemanden beeinflussen? Inwiefern? Könnte mein Handeln hilfreich sein oder verschlimmert es die ökologische Situation sogar?
 
Die hohe Armutsquote, die Unkenntnis ökologischer Zusammenhänge und die wenigen Angebote und Anreize machen es den Menschen schwer, sich nachhaltiger zu verhalten. Dennoch gibt es einige Verhaltensweisen und Tipps, die jeder Einzelne in sein tägliches Leben integreieren kann, um ein umweltbewussterer Bürger zu werden:
 

  • Sparen Sie Wasser: beim Baden, Kochen, Gießen, Wäsche- und Geschirrspülen usw.;
  • Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum und führen Sie mehr einheimisches Gemüse in Ihre Ernährung ein;
  • Folgen Sie nicht gleich jedem Modetrend. Geben Sie langlebiger, zeitloser Kleidung, die Sie wirklich gerne tragen, den Vorzug. Vermeiden Sie es, neue Kleidung zu kaufen, und versuchen Sie stattdessen, Second-Hand-Kleidung in Säcken oder einzlen durch Tausch mit Freunden zu erwerben. Werfen Sie Ihre Kleidung nicht weg, sondern tragen Sie sie so lange wie möglich oder verkaufen, spenden oder recyceln Sie sie - kreieren Sie doch mal selbst ein neues Kleidungsstück!
  • Wenn Sie ein neues Produkt kaufen, entscheiden Sie sich für lokale Produkte - sie sind in der Regel billiger, nachhaltiger und tragen auch zur örtlichen Wirtschaft bei;
  • Versuchen Sie, wenn möglich, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder zu Fuß zu gehen;
  • Nein zur Plastiktüte! (Regel Nr. 1!) Nehmen Sie beim Einkaufen immer Ihre eigene wiederverwendbare Tasche mit oder einen eigenen Korb und lehnen Sie Einwegtaschen ab;
  • Verwenden Sie keine Plastikstrohhalme. Wenn Sie in ein Restaurant oder eine Bar gehen, bestellen Sie Ihr Getränk immer ohne Strohhalm. Wenn Sie gerne Strohhalme benutzen, sollten Sie sich einen wiederverwendbaren Strohhalm zulegen, den Sie beim Ausgehen mit sich führen. Es gibt bereits Strohalme aus Bambus, Metall und Glas zu kaufen;
  • Trennen Sie Ihren Abfall zu Hause - getrennte Dosen, Behälter sowie Plastik- und Glasverpackungen werden gern von Unternehmen oder Müllsammlern abgeholt, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Sie verkaufen die Abfälle, die anschließend recycelt oder weiterverarbeitet werden können;
  • Werfen Sie keine Lebensmittelabfälle weg, sondern stellen Sie daraus natürlichen Kompost (organischen Dünger) her. So reduzieren Sie Ihre Abfälle und machen gelichzeitig ihre Böden fruchtbarer (ideal für Hausgärten);
  • Versuchen Sie, zu Hause und im eigenen Garten Lebensmittel anzubauen. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern es schont auch ihren Geldbeutel und Sie tun ganz nebenebei noch etwas für Ihre Gesundheit!
  • Nehmen Sie immer eine wiederverwendbare Trinkflasche mit und vermeiden Sie den Kauf von Einwegflaschen oder -dosen;
  • Vermeiden Sie die Verwendung von Einweggeschirr. Nehmen Sie stattdessen ein normales Geschirrset mit, wenn Sie an Orten essen gehen, von denen Sie wissen, dass dort normalerweise Einweggeschirr angeboten wird. Das gleiche gilt auch auf Partys;
  • Schalten Sie das Licht aus, wenn Sie sich nicht in einem Raum aufhalten, und nutzen Sie tagsüber das natürliche Licht;
  • Lassen Sie elektronische Geräte nicht zu lange eingeschaltet. Schalten Sie den Fernseher, den Computer und andere Geräte aus, wenn Sie sie nicht benutzen;
  • Wenn möglich, lassen Sie tagsüber die Fenster offen, anstatt die Klimaanlage zu benutzen;
  • Nehmen Sie Ihr Mittagessen von zu Hause mit zur Arbeit oder zum Unterricht und vermeiden Sie den Kauf von Lebensmitteln, die normalerweise in Einwegbehältern geliefert werden.
Dies sind einige ganz einfache, alltagstaugliche Tipps, um unseren Konsum und unsere Gewohnheiten zu überdenken und so unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Einer der wichtigsten Tipps, den ich Ihnen mit auf den Weg geben kann, lautet jedoch: Machen Sie die Dinge bewusst!

Denn damit diese Tipps zur Gewohnheit werden, müssen wir uns bewusst machen, welche Auswirkungen diese kleinen Maßnahmen auf unser Leben, unsere Gesundheit, die biologische Vielfalt, unsere Gemeinschaft und unsere Umwelt haben können.

Folgen Sie Websites und Influencern, die Ihnen Tipps geben können, wie Sie Ihre Gewohnheiten verändern können; nehmen Sie an Aktionen teil, die sich positiv auf Gesellschaft und Umwelt auswirken, und engagieren Sie sich! Es gibt bereits viele Verbände, Initiativen und Projekte, die Ihre Unterstützung benötigen, um eine größere Wirkung und Reichweite zu erzielen.

Denken Sie daran, dass umweltbewusstes Handeln damit beginnt, dass wir alle aus unserer Blase ausbrechen und erkennen, dass wir alle ein wesentlicher Teil der Weltgemeinschaft sind, in der wir leben; alles, was wir tun, hat Auswirkungen auf etwas und/oder jemanden.

Und nicht vergessen: Lernen und Wissen teilen! Vermitteln Sie gute Werte, vermitteln Sie Wissen und Problembewusstsein, teilen Sie Ihre Erfahrungen, Probleme, Herausforderungen und Lösungen mit anderen. Tief in unserm Inneren sind wir alle Umweltschützer, denn jeder kann ökologisch handeln - wir müssen es nur wollen und Geduld mit uns selbst, den anderen und dem Prozess an sich haben - denn unsere Gesellschaft ist auf Konsum ausgerichtet.

Die Frage ist schlicht und einfach: Welches Angola und welche Welt wünschen Sie sich?