Corona Chronicles Angola 2/6

PAC
Schnitt: Carlos da Silva Pinto, © Goethe Institut Angola
Ana Clara Guerrra Marques ist Pionierin des zeitgenössischen angolanischen Tanzes. Sie gründete die erste professionelle Kompanie des Landes, die Companhia de Dança Contemporânea de Angola. Um die Sicht auf das Tanzen zu diversifizieren, sucht sie nach neuen ästhetischen Ausdrucksweisen und Aufführungs-Konzepten und versucht, das professionelle Tanzen inklusiver zu machen.

Als Lehrerin, Tänzerin, Choreographin und Forscherin hat sie mehrere Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. Sie ist Autorin der Bücher A Alquimia da Dança, A Companhia de Dança Contemporânea de Angola, Para uma História da Dança em Angola und Máscaras Cokwe: A linguagem coreográfica de Mwana Phwo e Cihongo.
37 Jahre lang arbeitete sie im angolanischen Kulturministerium, wo sie Direktorin der staatlichen Tanzschule und Beraterin des Ministers war. Sie gehört zum Gründungskern der professionellen Kunsterziehung in Angola und war an der Gründung der Institutos Médios e Superior de Artes beteiligt.
In ihrem choreografisches Schaffen setzt sie sich mit sozialen Fragen und Gesellschaftskritik auseinander, etwa in den Stücken Mea Culpa, Palmas, Por favor!, Agora não dá! Tou a bumbar..., O Homem que Chorava Sumo de Tomates, Ceci n'est pas une porte oder O monstro está em cena. Als Expertin für die Cokwe-Kultur bringt sie ihre Forschungsarbeit über das traditionelle Erbe auf die Bühne. Das Ergebnis sind Stücke wie A Propósito de Lueji, Uma Frase Qualquer oder Peças para uma Sombra Iniciada e Outros Rituais Mais ou Menos.
Für ihre Arbeit wurde sie mit dem angolanischen Nationalpreis für Kultur und Kunst, dem Identitätspreis der angolansichen Künstler- und Komponistenvereinigung, dem Ehren- und Verdienstdiplom des angolanischen Kulturministeriums und dem Ehrendiplom Pilar da Dança ausgezeichnet.
Sie ist Mitglied des Zentrums für Netzwerkforschung Anthropologie, Mitbegründerin der angolanischen Autorenvereinigung und Mitglied des Internationalen Tanzrates der UNESCO.