Schnelleinstieg:

Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)
Szene aus dem Film „Aus westlichen Richtungen“© Juliane Henrich

Goethe on Demand: die Streaming-Plattform des Goethe-Instituts
Aus westlichen Richtungen

NUR AM Dienstag, 20. JuLi

Argentinien und Uruguay 19 bis 24 Uhr
Paraguay 18 bis 23 Uhr

Nach der Reservierung im genannten Zeitraum steht der Film 48 Stunden zur Verfügung.

Juliane Henrich, 2016, 61 Min. Essay-Dokumentarfilm.

Unten links, bei dem Symbol CC können Sie die Untertitelfassung auswählen. Die spanischen Untertiteln, falls vorhanden, sind als „ES“ markiert

Aus westlichen Richtungen (2016) spürt mit Meisterhaftigkeit der Frage nach, wie der Begriff des „Westens“ sich von seiner ursprünglichen Bedeutung loslösen und zur Bezeichnung eines Gesellschaftsmodells werden konnte, um schließlich in jede Spalte der  westdeutschen Geschichte zu dringen. Der Film ist ein Road Movie, das uns durch nicht verortbare deutsche Städte führt und zeitweise mit Bildern z.B. einer Wohnungsauflösung zur Ruhe kommt. Die abstrakte Musik und die Stimme der Sprecherin ergänzen sich und öffnen die Wahrnehmung für persönliche Erinnerungen der Filmemacherin, Kommentare über die Nachkriegsarchitektur und -wirtschaftspolitik, die das Einfamilienhaus als Modell und Garantie eines angeblich ewigen Wohlstands bewarben. Eine Normalität und Sicherheit werden ins Gedächtnis gerufen, die einer anderen Epoche angehören und seit langem schon verschwunden sind. Das Konstrukt des Westens ist das Relikt einer Epoche, die in persönlichen Erinnerungen überlebt, bis das kollektive Erzählen sie überschrieben haben wird. Mit seiner poetischen Schönheit lädt uns Aus westlichen Richtungen ein, die wechselnden historischen Verknüpfungen und Bedeutungen zu entdecken, die in einer bestimmten Topografie eingeschrieben sind.

Trailer

Kritiken und Empfehlungen

Rasen und Moos wuchern auf die Steinplatte hinüber. Westdeutschland in einem Bild. „Aus westlichen Richtungen“ ist eine Spurensuche nach einem Land, das bei der Wiedervereinigung unterging, vor lauter Selbstgefälligkeit aber den eigenen Untergang verpasst hat. Im Kommentar verknüpft die Filmemacherin persönliche Reflexionen und eine Kulturgeschichte Westdeutschlands. Graubrauner Waschputz, zum Inbegriff der Freiheit verklärt. (Fabian Tietke, taz)
 
In den Suchbewegungen des Films pendelt die Erzählerin zwischen Reflexionen über moderne Architektur und Eigentumsverhältnisse zu kleinteiligen Szenen aus der Kindheit und der weitergereichten Erinnerung an ein „eingeklemmtes Westdeutschland“, in der die Zeit der Eltern in einer K-Gruppe der 70er Jahre nachgezeichnet wird. Kristallisationspunkt ist immer wieder das Einfamilienhaus – von Adenauer und seinen Zeitgenossen als Bollwerk gegen den Osten angepriesen, schon von Engels als Mittel zur Eindämmung allen Aufbegehrens angeprangert. Trotz seiner Dekonstruktion erscheint der Westen im Film auch als kindlicher Sehnsuchtsort, in dem „alle noch an das gleiche Fernsehprogramm angeschlossen“ waren.
(Medienboard Berlin-Brandenburg. Film und Medien Stiftung NRW)

 

Regisseurin - Juliane Henrich

Juliane Henrich © Danny Avidan Juliane Henrich studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität der Künste Berlin. 2009/2010 verbrachte sie ein Jahr an der Bezalel Academy of Arts and Design Jerusalem.
Als Schülerin von Cineasten wie Heinz Emigholz, Thomas Arslan und Avi Mograbi machte sich Juliane Henrich einen Namen auf internationalen Filmfestivals und im Ausstellungskontext darunter: Berlinale/Forum Expanded, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Jihlava Film Festival, Duisburger Filmwoche, The Images Festival/Toronto und bei Visions du Réel/Nyon. 2018 war sie Fellow an der Villa Aurora in Los Angeles. Ihre Filmessays beschäftigen sich häufig mit Orten, die eine soziale, konzeptuelle oder architektonische Verwandlung erfahren. Henrich beschreibt dies folgendermaßen: „Meine Filme sprechen von Orten die sich verändern, umstrukturiert oder überschrieben werden.“ Diese Orte sind gleichzeitig die Essenz, der Ausgangspunkt und das Ziel ihrer Filme. Bilder von Orten und ihrer Architektur werden verflochten mit Kommentaren aus dem Off und legen so die unzähligen Schichten frei, durch die eine Weltanschauung gebildet wird.

Top