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Malou© Neue Visionen Medien GmbH

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Malou

NUR AM Dienstag, 3. august

Argentinien und Uruguay 19 bis 24 Uhr
Paraguay 18 bis 23 Uhr

Nach der Reservierung im genannten Zeitraum steht der Film 48 Stunden zur Verfügung.

Jeanine Meerapfel, 1981, 94 min.
Mit Ingrid Caven, Grischa Huber, Helmut Griem, Ivan Desny
Kamera Michael Ballhaus
Schnitt Dagmar Hirtz
Musik Peer Raben

Für Hannah, eine verheiratete Frau aus Berlin, ungefähr Mitte Dreißig, werden ihre Identitätsprobleme eines Tages so bedrohlich, dass sie sich entschließt, sich auf Spurensuche in die eigene Vergangenheit zu begeben. Sie verlässt ihren Mann, um die Orte aufzusuchen, die für das Leben ihrer Mutter Malou bestimmend waren. Das Grab auf dem jüdischen Friedhof ist die erste Station, dann das ehemalige Nachtlokal in Straßburg, in dem Malou als Animierdame und Sängerin ihren späteren Mann, einen wohlhabenden jüdischen Kaufmann, kennengelernte. In der Phantasie tauchen jetzt viele Bilder aus einer Lebensgeschichte auf, die davon geprägt war, endlich eine Heimat finden und nicht mehr arm sein zu wollen. Malou entwickelte sich unter dem Druck dieser Wünsche zu einer ausgesprochenen Anpassungskünstlerin, wechselte ihrem Mann zuliebe den Glauben und musste mit ihm zunächst nach Holland, dann ins argentinische Exil flüchten, wo er sie wegen einer anderen Frau verließ. Hannah begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, um für sich selbst einen akzeptablen Platz im Leben zu finden.

kritiken und Empfehlungen

"Malou ist ein Film, der Gefühle zeigt, ohne sentimental zu sein. Er arbeitet mit stilistischen Mitteln, die überzeugen und Schauspielern, allen voran Ingrid Caven und Grischa Huber, deren Gesichter, deren Gesten und Handlungen noch lange im Gedächtnis bleiben."  Zitty (Anne Frederiksen, Nr. 7/81)
 
"Ein intelligenter, behutsamer Film über eine Krise, die gewiß öfter durchlitten als eingestanden wird. Hier wird sie ausgelebt. Nur so kann man sie schließlich meistern. Ein Film der Gefühle, der nicht der Verlockung zum Gefühlskino nachgibt: Wie leicht, wie einfach und wie falsch könnte alles über die Schilddrüse laufen. Da sei John Cassavetes vor: Ein hoch gezielter Vergleich, der die Nähe signalisiert, zumindest ungefähr. Eine sympathische Nähe."  (Frankfurter Rundschau, Gunar Hochheiden, 23.03.81)
 
Mit Malou mischt Jeanine Meerapfel sich in die Debatte der 70er und 80er Jahre über die Rekonstruktion der Geschichte und die Aufarbeitung der Vergangenheit ein, indem sie die Annäherung an die Mütter als Chance sieht, genauere Information über die eigene Identität zu erhalten als über die offizielle Geschichtsschreibung. Hannah, eine dreißigjährige Lehrerin - das Alter der Regisseurin - die in Argentinien aufwuchs und heute in Berlin lebt, ist nicht in der Lage ihre Vergangenheit abzuschütteln. Was fühlte die Mutter, deren Schicksal plötzlich von den Nazis umgelenkt wurde und deren bedingungslose Anpassung an ihren Ehemann ihr schließlich ein verhängnisvolles Ende bescherte? Ihre Tochter Hannah, die mit 18 Jahren nach Deutschland zurückkehrt, kann diese Abhängigkeit nicht akzeptieren. Sie geht auf die Suche nach der Geschichte ihrer Mutter, um ihren eigenen Weg zu verstehen.

auszeichnungen

  • Preis der internationalen Filmkritiker- und Filmjournalisten-Vereinigung FIPRESCI, Cannes 1981;
  • Erster Preis "Alfonso Sánchez" und Preis der katholischen Kirche, Filmfestival San Sebastian 1981.
  • Erster Preis Filmfestival Chicago 1981.


Regisseurin - ​Jeanine Meerapfel

Jeanine Meerapfel Jeanine Meerapfel Jeanine Meerapfel wurde in Buenos Aires geboren, wo sie Journalismus studiert und als Journalistin tätig war. 1964 geht Jeanine Meerapfel nach Deutschland, um an der Hochschule für Gestaltung in Ulm bei Alexander Kluge und Edgar Reitz Filmregie zu studieren. Nach ihrem Diplom (1968) arbeitet sie als Kritikerin und Filmdozentin, 1980 dreht sie ihren ersten Spielfilm Malou. Seitdem sind weitere Spielfilme entstanden, Die Verliebten (1987), La Amiga (1988), Amigomío (1995), Annas Sommer (2001), Der deutsche Freund (2012). Meerapfel stellte auch mehrere Dokumentarfilme her: u.a. Desembarcos (1986-89), Wer sich nicht wehrt, kann nicht gewinnen (2008). 2022 wird ihr neuester Dokumentarfilm Eine Frau uraufgeführt. Von 1990 bis 2008 hat Jeanine Meerapfel als Professorin an der Kölner Kunsthochschule für Medien gelehrt. Seit 2015 ist Jeanine Meerapfel Präsidentin der Akademie der Künste in Berlin. Für ihre Erfolge als Filmemacherin und Autorin sowie ihren Einsatz für Menschenrechte, Meinungsfreiheit und die gleichberechtigte Vielfalt der Kulturen wurde sie 2020 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
 

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