Goethe on Demand: die Streaming-Plattform des Goethe-Instituts
Im Zeichen des Widerstands

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Mit Dokumentarfilmen aus vier Jahrzehnten präsentiert die Filmreihe „Im Zeichen des Widerstands“ exemplarisch Filme zu zivilgesellschaftlichem Engagement, Protestbewegungen, Erinnerungskultur und Umweltthemen.

14 Filme
7 Filme mit spanischen Untertiteln
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Plattform Goethe On Demand So funktioniert’s

Was immer die Menschen bewegt, sich zu engagieren, inspiriert auch Filmemacher*innen. Künstlerisch und inhaltlich etablierte sich der Dokumentarfilm bei Festivals und Filmpreisen. Filmschaffende schlossen sich zusammen, um ihre Interessen und Werke auch nach außen zu vertreten. In einer Kooperation des Goethe-Instituts mit der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) entstand zum 40-jährigen Jubiläum der AG DOK 2020 diese Auswahl von Filmen. Dr. Kay Hoffmann, Studienleiter Wissenschaft im Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart, hat als Kurator die Reihe zusammengestellt. Darin spiegelt sich die Professionalisierung und Entwicklung des Dokumentarfilmschaffens in Deutschland genauso wie unterschiedliche formale Herangehensweisen und inhaltliche Facetten im Themenbereich „Zivilgesellschaft“.

Die Filme

FRITZ BAUER – TOD AUF RATEN

Ilona Ziok, 2010, 110 Min.

fritz bauer
Bei der Verfolgung von NS-Verbrechern gehörte Fritz Bauer in Westdeutschland zu den entschiedensten Anklägern. Er war davon überzeugt, dass jeder ein Widerstandsrecht gegen Willkürakte des Staates hat. Als niedersächsischer Generalstaatsanwalt erreichte er 1953 in Braunschweig die Rehabilitierung der hingerichteten Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Als Generalstaatsanwalt in Hessen (1956 bis 1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse. Es war das erste große Gerichtsverfahren gegen NS-Kriegsverbrecher. In der konservativ geprägten Ära Adenauer stellte er sich massiv gegen eine Politik des Schweigens und Vergessens und forderte, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Verantwortliche der NS-Vernichtungspolitik im KZ Auschwitz-Birkenau wurden in Frankfurt verurteilt. Eine wichtige Rolle spielte Fritz Bauer bei der Ergreifung Adolf Eichmanns.

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LAND IN SICHT

Judith Keil y Antje Kruska, 2014, 93 Min.

Tierra a la vista
Wenn Flüchtlinge es nach Deutschland schaffen, sieht ihr Alltag oft anders aus als erwartet. Dies zeigt der Dokumentarfilm LAND IN SICHT von Judith Keil und Antje Kruska. Drei Flüchtlinge versuchen in Brandenburg den Start in ein neues Leben und müssen gegen Widerstände und Vorurteile kämpfen. Abdul, ein Scheich aus dem Jemen, der Iraner Farid und Brian aus Kamerun wohnen im Asylbewerberheim in der brandenburgischen Kleinstadt Bad Belzig. 

Die Menschen stehen im Zentrum des Films der beiden erfahrenen Regisseurinnen Judith Keil und Antje Kruska. Dadurch gelingt den beiden ein anderer Blick auf die aktuelle Flüchtlingsfrage und diejenigen, die Asyl suchen. Es ist ein Porträt darüber entstanden, mit welchen Strategien die deutsche Gesellschaft versucht, die Fremden abzuwehren. 

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REVISION

Philip Scheffner, 110 Min.

Revisión
In den frühen Morgenstunden des 29. Juni 1992 wurden in Mecklenburg-Vorpommern, in einem Getreidefeld nahe der polnischen Grenze, von Erntearbeitern zwei Menschen tot aufgefunden. Mit der detaillierten Rekonstruktion des Falles beschäftigt sich Philip Scheffner in seinem essayistischen Dokumentarfilm REVISION. Es geht um den Tod zweier rumänischer Roma, die Asylbewerber in Deutschland waren. Die Umstände, die zum Tod von Grigore Velcu und Eudache Calderar führten, wurden bis heute nicht aufgeklärt. Offiziell handelte es sich um einen Jagdunfall, eine tragische Verwechslung mit Wildschweinen. Zu einer Verurteilung der Jäger kam es nie. Der sich über Jahre schleppende Prozess, in dem entscheidende Fragen nicht verfolgt wurden, endete mit einem Freispruch.

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LOSERS AND WINNERS

Michael Loecken y Ulrike Franke, 2007, 96 Min.

Perdedores y ganadores
Die Globalisierung kann die Machtverhältnisse radikal verändern. Von einem solchen Umbruch erzählt LOSERS AND WINNERS von Ulrike Franke und Michael Loeken. Die Konsequenzen zeigen sie am Beispiel der Kokerei Kaiserstuhl im Ruhrgebiet. Nach nur acht Jahren Betriebszeit wurde die 1,3 Milliarden Mark teure, hypermoderne Kokerei im Dezember 2000 stillgelegt. Sie wurde an ein chinesisches Unternehmen verkauft, das die Kokerei Stück für Stück zerlegt, um sie nach China zu transportieren und dort wieder aufzubauen. Mit dem Erwerb der Kokerei haben sie die Baupläne erworben und können damit in Fernost zahlreiche neue Betriebe errichten.

Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren haben Ulrike Franke und Michael Loeken diesen Prozess genau beobachtet. Es ist eine Geschichte vom Verschwinden. Zwei Welten treffen hier aufeinander. Der Zukunftsoptimismus der Chinesen trifft auf die Selbstgenügsamkeit der Europäer, die alten Zeiten nachtrauern. 

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BLACK BOX BRD

Andres Veiel, 2001, 102 Min.

Black Box BRD
Die breite Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur begann Ende der 1960er Jahre und war ein Aspekt der Studentenrevolte. Dies prägte die nächste Generation, wie Andres Veiel – Jahrgang 1959 – schon in seinem Dokumentarfilm „Die Überlebenden“ (1996) zeigte, in dem er seine Abiturklasse porträtierte, in der drei Mitschüler Selbstmord begangen hatten.

In BLACK BOX BRD stellt Andres Veiel die Biografie von Alfred Herrhausen, dem damaligen Vorstandschef der Deutschen Bank, der Biografie des RAF-Terroristen Wolfgang Grams gegenüber. Herrhausen wird am 30. November 1989 von der RAF bei einem Bombenanschlag ermordet. Grams wird 1993 bei seiner Festnahme am Bahnhof von Bad Kleinen bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Andres Veiel befasst sich detailliert mit ihren Werdegängen, Überzeugungen und Idealen.

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DER SUBJEKTIVE FAKTOR

Helke Sander, 1981, 138 Min.

El factor subjetivo
Um von der Frauenbewegung und Feminismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu erzählen, wählte die Regisseurin Helke Sander für DER SUBJEKTIVE FAKTOR eine Mischform aus Spiel- und Dokumentarfilm. Der autobiographisch gefärbte Film erzählt von der Studentin Anni, die die Anfänge der zweiten Welle der Frauenbewegung erlebt und beginnt, sich immer stärker zu engagieren. Mit ihrem Kind lebt sie in einer Kommune. Dabei liegt das Augenmerk des Films nicht allein auf den Initiativen der Frauen selbst, sondern ebenso sehr auf den gesellschaftlichen Umständen, aus denen sie hervorgingen. Die Jugend protestierte gegen den Vietnam-Krieg und suchte nach alternativen Lebensformen. Patriarchale Strukturen beeinflussten das Leben der Frauen sowohl beruflich als auch privat.

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WILDES HERZ

Charly Hübner y Sebastian Schulz, 2017, 90 Min.

corazon salvaje
Lange Zeit hatten die staatlichen Kontrollbehörden rechtsradikale Gruppen in der Gesellschaft weit weniger im Blick als die linksradikale Szene. Dies hat unter anderem die verschleppte Aufklärung der NSU-Morde sehr deutlich gezeigt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine starke rechte Szene, wie viele Vorfälle deutlich gemacht haben. Die Punkband Feine Sahne Fischfilet hat sich 2007 dort gegründet und singt in ihren Liedern in klarer, manchmal provokativer Sprache gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie an; zugleich engagiert sie sich gegen Landflucht und versucht, ihren Fans so etwas wie Heimatgefühl zu geben. 

Der mitreißende Dokumentarfilm des bekannten Theater- und Filmschauspielers Charly Hübner („Polizeiruf 110“, „3 Tage in Quiberon“, „Bornholmer Straße“) und seines Editors und Co-Regisseurs Sebastian Schultz begleitet die Band drei Jahre lang; ein weiteres Jahr dauerte der Schnitt. Er beginnt mit einem Rückblick auf den Lebenslauf von ‚Monchi‘, seine zunehmende Radikalisierung und den Start der Band Feine Sahne Fischfilet, mit der sein Leben aufs richtige Gleis kam. WILDES HERZ porträtiert die erfolgreiche deutsche Punkband vor und hinter den Kulissen, bei Konzerten und auf einer Wahlkampftour gegen Rechts. 

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