Project in progress
Beethoven (un)greifbar

Beethoven inconexo. Beethoven próximo Foto: Colourbox.de

Die Klaviersonate „Pathetique“ – zwischen Annäherung, Gegenüberstellung und Abweichung

Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums von Ludwig van Beethoven treten fünf Komponist*innen unterschiedlicher musikalischer Herkunft im Rahmen des Projekts „Beethoven (un)greifbar“ in Dialog mit dem berühmten deutschen Künstler. Ausgehend von dem zweiten Satz der Klaviersonate Nr. 8, Op. 13, gemeinhin bekannt unter dem Namen „Pathetique“, entstehen fünf kleine Musikstücke für Kammerorchester. 

Nach einem Konzept und unter der kuratorischen Leitung von Gustavo De Leonardis erarbeiten Daniel Melero in Co-Autorenschaft mit De Leonardis, Lucía Drocchi, Patricia Martínez, Santiago Santero und ein/e noch zu benennende/r Komponist/in jeweils eine Neukomposition, wobei ihnen eine Anzahl allgemeiner Richtlinien als gemeinsamer Ausgangspunkt dient. Abschließend werden die Stücke vom Ensemble für zeitgenössische Musik Ensamble de Música Contemporánea del DAMus der Universidad Nacional de las Artes einstudiert und aufgeführt.
 
Die Musikpassage der Klaviersonate „Pathetique“ ist einem breiten Publikum geläufig. Es ist sehr wahrscheinlich, dass man sie irgendwann einmal in einem Konzertsaal, im Alltag oder im Hintergrund irgendeines Fernseh- und YouTube-Werbespots gehört hat. So ist Beethovens Musik nicht nur in jedem neu komponierten Stück, sondern auch im Gedächtnis jedes einzelnen Hörers, der auf die ein oder andere Weise schon einmal mit ihr in Berührung gekommen ist, präsent.
 
„Beethoven (un)greifbar“ stellt sich dieser Herausforderung zwischen Annäherung, Gegenüberstellung und Abweichung, wobei der Popularität Beethovens und seiner berühmten Klaviersonate Künstler gegenübergetreten, die nicht unbedingt als populär gelten.
 
Die Resultate der einzelnen Stücke sind offen und werden je nach Fragestellungen, Entscheidungen und kreativem Prozess ausgehandelt und gestaltet. So versteht sich das Projekt auch als ein Appell an den integrativen Charakter von Beethovens Musik, der einen Dialog – frei von Ansprüchen auf Exklusivität oder Zugehörigkeit – zwischen den Komponist*innen, Musiker- und Zuhörer*innen sowie Beethoven selbst ermöglicht.
 
Konzept und kuratorische Leitung: Gustavo De Leonardis
Komponisten: Daniel Melero/Gustavo De Leonardis, Lucía Drocchi, Patricia Martínez, Santiago Santero und N.N.
Musik: Ensamble de Música Contemporánea del DAMus der Universidad Nacional de las Artes

(Veranstaltung auf Grund der durch die argentinischen Behörden angeordneten Präventivmaßnahmen bis auf Weiteres ohne Aufführungsdatum)
 

Gustavo De Leonardis (geboren 1977 in Mar Del Plata, Argentinien)
 
De Leonardis Foto: Gustavo De Leonardis
Gustavo De Leonardis ist Komponist, Pianist und Dozent. Er studierte Musik an der Universidad Nacional de las Artes (UNA) und war Schüler von Fernando Maglia, Oscar Edelstein, Santiago Santero, Luis Arias und Carmen Baliero. 2019 nahm er im Rahmen eines Stipendiums, das ihm 2018 durch Ibermúsicas zuteilwurde, als Composer in Residence und Referent an den Jornadas de Música Contemporánea – einer Veranstaltungsreihe, organisiert durch den Círculo Colombiano de Música Contemporánea (CCMC) – in Bogotá teil. Im selben Jahr wurde das Projekt „Música Minimalista Latinoamericana“ (konzipiert in Zusammenarbeit mit dem Ensamble ECO aus Costa Rica) für das Künstlerresidenzprogramm von Ibermúsicas ausgewählt. Neben seiner Tätigkeit als Komponist kuratiert und organisiert De Leonardis Konzerte für zeitgenössische und experimentelle Musik. Des Weiteren spielt und komponiert er Rock- und Jazzmusik und wirkt in verschiedenen Improvisationsgruppen mit. Derzeit ist er in den Fachbereichen Musik- und Tonkunst und Multimedia-Kunst an der Universidad Nacional de las Artes und der Universidad de Palermo als Dozent tätig.

Top