Literatur Kristof Magnusson: Arztroman

Kristof Magnusson auf der 41. Internationalen Buchmesse in Buenos Aires.


Es ist einfacher, andere zu retten als sich selbst 


Einer der erfolgreichsten und interessantesten jüngeren deutschen Autoren, Kristof Magnusson, wird auf der 41. Internationalen Buchmesse in Buenos Aires zu Gast sein. Auf Einladung der deutschen Botschaft und des Goethe-Instituts liest der deutsch-isländische Autor aus seinem 2014 erschienenen Arztroman. Der argentinische Schriftsteller Ariel Magnus hat Teile des Romans für die Lesung übersetzt und wird diese in spanischer Sprache vorstellen. Der Roman schildert auf eindringliche und  spannende Weise das Nebeneinander von Berufs- und Privatleben, er erzählt witzig, unterhaltend  und mit großer Detailkenntnis aus dem Leben einer Notärztin, die mit ihrem Leben nicht mehr zurechtkommt: Ausgebrannte Ärzte am Rande des Nervenzusammenbruchs, ein marodes Gesundheitssystem und die Krise des Gefühlslebens Anfang vierzig. Wo beginnt die Privatsphäre einer Notärztin, zumal ihr Ex-Mann im selben Krankenhaus tätig ist?
Kristof Magnusson ist ebenfalls ein sehr produktiver  Übersetzer aus dem Isländischen. So wird er auch zu Gast in der „Escuela de Otoño de Traducción Literaria“ sein, einer Werkstatt für Nachwuchsübersetzer im Instituto de Enseñanza Superior en Lenguas Vivas, sowie auf der diesjährigen, vom Argentinischen Übersetzerverband und der Fundación El Libro veranstalteten Übersetzertagung. Zuletzt liest der Autor in Mendoza, im Rahmen einer vom Goethe-Zentrum Mendoza, der Stadtverwaltung Godoy Cruz und der Deutschen Botschaft organisierten Lesung.

Mit freundlicher Unterstützung von Allianz Argentina.

Freitag, den 24. April um 18.30 Uhr
Arztroman. Lesung und Gespräch mit Kristof Magnusson und Ariel Magnus. Veranstaltet von der Deutschen Botschaft in Buenos Aires, dem Goethe-Institut Buenos Aires und der Fundación El Libro. 41. Internationale Buchmesse Buenos Aires, Saal Alfonsina Storni, La Rural. Deutsch mit Konsekutivübersetzung.
 
Donnerstag, den 23. April um 17 Uhr

Lesung im Rahmen der Übersetzertagung auf der Internationalen Buchmesse. Vorstellung einer Auswahl der im Rahmen der Übersetzerakademie entstandenen Übersetzungen aus dem Roman „Das war ich nicht“. Veranstaltet von der Asociación Argentina de Traductores e Intérpretes (AATI) und der Fundación El Libro, mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts und der deutschen Botschaft in Buenos Aires.

Kristof Magnusson in Mendoza: Samstag, den 25. April um 18 Uhr, Biblioteca Manuel Belgrano, Antonio Tomba 54, Godoy Cruz, Mendoza.

 
Zum Arztroman
Anita Cornelius ist Notärztin an einem großen Berliner Krankenhaus und liebt ihren Beruf. Sich auf unerwartete Situationen einzustellen, entspricht ihrem Temperament. Auch wenn es bei ihren Einsätzen nicht immer so aufregend zugeht, wie man sich das vorstellt. Anita ist das recht. Sie kann helfen und sie hilft gerne.
Adrian, ihr Exmann, ist Arzt am selben Krankenhaus. Sie haben sich erst vor kurzem „in bestem Einvernehmen“ getrennt, und Lukas, ihr vierzehnjähriger Sohn, lebt bei seinem Vater und dessen neuer Freundin Heidi.
Hätte Anita Adrian nicht zufällig bewusstlos auf der Krankenhaustoilette gefunden, zugedröhnt mit einem Narkosemittel, und hätte Heidi nicht dauernd diese flotten Sprüche losgelassen, dass jeder seines Glückes Schmied ist, dass Arme und Kranke oft genug selbst an ihrem Zustand schuld sind, dann könnte sich Anita weiter vormachen: alles ist in bester Ordnung. Ist es aber nicht. Weder privat noch beruflich.
Kristof Magnusson erzählt mit großem Hintergrundwissen aus dem Alltag einer Notärztin und gleichzeitig aus dem Alltag ihrer Patienten. Vor allem aber erzählt er aus dem Leben einer Frau Anfang vierzig, die mehr will als Routine und 'schöner Wohnen'.
 
Kristof Magnusson, als Sohn deutsch-isländischer Eltern geboren 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er lebt als Autor und Übersetzer aus dem Isländischen in Berlin. Sein Debütroman „Zuhause“ (2005) wurde mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet, in seinen Romanen  „Das war ich nicht“ (2010) und „Arztroman“ (2014) greift er  in erfrischender Manier  aktuelle Themen (Börsenspekulation,  Bankenkrise bzw. Burn-Out) auf. Beide Romane  waren Bestseller in Deutschland. Die Verfilmung seiner Komödie „Männerhort“ kam im Oktober 2014 in die Kinos.
 
Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Er studierte Philosophie und Romanistik in Heidelberg und Berlin. Heute schreibt er für verschiedene Medien in Lateinamerika und für die „taz“ in Berlin, und lebt als Autor und literarischer Übersetzer aus dem Deutschen und Englischen in Buenos Aires. Er hat bislang zwölf Bücher veröffentlicht. 2007 wurde er für seinen Roman „Ein Chinese auf dem Fahrrad“ mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2010 erschien es auf Deutsch bei Kiepenheuer & Witsch. “Zwei lange Unterhosen der Marke Hering” erschien 2012 ebenfalls bei KiWi.
 
 

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