Workshop Poetik des Klangs - Klänge der Poesie

Fonética del sonido Foto: Goethe-Institut

Mo, 10.06.2019

Bibliothek des Goethe-Instituts

Avenida Corrientes 343
C 1043 AAD Buenos Aires

Entwicklung der Lautpoesie als Genre und Erweiterung des Poesiekonzepts. Workshop mit Léonce Lupette und Alan Courtis.

Wörter und Sätze klingen, aber was passiert, wenn der Klang plötzlich in den Mittelpunkt rückt? Was geschieht, wenn die Literatur nicht mehr nur ein geschriebener Text ist, wenn sie Grenzen überwindet und sich mit der Musik und der plastischen Kunst verbindet? Warum verschwimmen die üblichen Bedeutungen?
 
Das sind nur einige der literarisch-linguistischen, philosophischen, historischen und künstlerischen Fragen, die sich im Kontext mit der Lautpoesie stellen.
 
Diese Serie von Workshops lädt dazu ein, sich auf praktischer und theoretischer Ebene diesen faszinierenden Verbindungen und Überkreuzungen anzunähern.
 
Die Avantgarden des 20. Jahrhunderts – die französischen Symbolisten, die russischen und italienischen Futuristen, die Surrealisten, die Dadaisten und die Vertreter der deutschsprachigen konkreten Poesie – wurden berühmt aufgrund ihres revolutionären literarischen und performatorischen Ausdrucks, bei dem sie auch spirituelle Praktiken anderer Kulturen aufnahmen. Ganz wesentlich sind deshalb auch die symbolischen künstlerischen Produktionen Lateinamerikas, sowohl der Urbevölkerung als auch der verschiedenen Avantgarden sowie ähnliche Praktiken auf anderen Kontinenten, wie zum Beispiel Asien. Und nicht zuletzt: Mit den neuen Möglichkeiten der Produktion und Wiedergabe von Lautpoesie verschwimmen die Grenzen zwischen Literatur, Musik und Performance immer stärker.
 
So laden die Klangkünste dazu ein, sich auf spielerische Art und Weise dem Unbekannten, dem Fremden anderer Kulturen und anderer Sprachen zu nähern, aber auch dem, was man gemeinhin als „das Eigene“ bezeichnet.
 
Im Workshop werden wir verschiedene Wort- und Klangsprachen miteinander verbinden; wir werden Aufnahmen, Videos und Texte in Beziehung setzen, ergänzt durch kürzere theoretische Lesungen, um einen repräsentativen Einblick in die klangphonetischen Praktiken der unterschiedlichen Epochen, Kulturen und Genres zu bekommen. In einem praktischen Teil beschäftigen wir uns mit eigener Wort– und Klangerzeugung, angefangen vom Schreiben über die Produktion von Klangliteratur bis hin zur Audioverarbeitung.
 
Termine und Themen der weiteren Workshops im Rahmen dieser Reihe:
 
  • 18.07.2019 – Vermischungen, Überkreuzungen, Abwanderungen

Die Referenten der Workshops sind:
 
Léonce Lupette (Göttingen, 1986) ist ein deutsch-französischer Autor, Übersetzer und Literaturwissenschaftler. Seine Gedichte erscheinen regelmäßig in deutschen und internationalen Gedichtanthologien. Darüber hinaus publizierte er die Gedichtbände Einzimmerspringbrunnenbuch (mit T. Amslinger, Wiesbaden: Luxbooks, 2009), a|k|va|res (Asunción: Felicita Cartonera, 2010) und Tablettenzoo (Wiesbaden: Luxbooks, 2013). Er ist Mitherausgeber der Online-Zeitschrift karawa.net. 2015 erhielt er den Preis der Stadt Münster für internationale Poesie für seine Übersetzungen von Charles Bernstein ins Deutsche. In Argentinien erschien im vorletzten Jahr sein Gedichtband Äkste & Änkste denxte (Buenos Aires: Fadel & Fadel, 2017).
 
Alan Courtis (Buenos Aires, 1972) ist Musiker und Kommunikationswissenschaftler. Er ist Mitbegründer der Band Reynols und des französischen Kollektivs L’Autopsie a révélé que la mort était due à l’Autopsie. Alan Courtis wirkte bei mehr als 400 Plattenaufnahmen mit, für Labels wie Mego, SubRosa, RRR, Pogus, Blossoming Noise, Korm Plastics, Porter etc. Er erhielt zahlreiche internationale Medienpreise und nahm u.a. an Produktionen von BBC, WFMU sowie Resonance-FM teil. Er komponierte Musik für Filme und Installationen und arbeitete mit herausragenden Künstlern wie z.B. Pauline Oliveros, Lee Ranaldo (Sonic Youth), Merzbow, Keiji Haino, Otomo Yoshihide, Jim O’Rourke, Yoshimi (Boredoms) zusammen.

Klangbeispiele

Hier finden Sie einige akustische Kreationen, die von Teilnehmer*innen des letzten Workshops erarbeitet worden sind.

 
 
 

 

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