Berlinale-Blogger 2017 BerlinalePeople: Oliver Husain, Künstler

Oliver Husain, Isla Santa Maria 3D, 2016. Production still.
Oliver Husain, Isla Santa Maria 3D, 2016. Production still. | Fotograf: Iris Ng, © courtesy O. Husain

Teil einer Reihe von Mini-Profilen über die Hauptakteure, welche die Berlinale zu einer der wichtigsten Veranstaltungen im Kalender des internationalen Films machen: die Filmemacher, Programmgestalter, Branchenförderer und Besucher.

Name und Rolle: Oliver Husain, Filmemacher. Geboren in Frankfurt, lebt und arbeitet in Toronto. Meine Videoinstallation „Isla Santa Maria 3D“ wird auf der Ausstellung Berlinale Forum Expanded vom 8.-20. Februar 2017 an der Kunstakademie Berlin gezeigt.

Dies ist meine erste Berlinale.

Mein(e) Lieblingsprogramm(e) bei der Berlinale: Forum und Retrospektive.

Was macht die Einladung zur Berlinale zu etwas so Besonderem für einen internationalen Filmemacher: Es ist fast Cannes!

Was ich mir abseits der Berlinale 2017 unbedingt ansehen werde: Die Retrospektive des indischen Malers Bhupen Khakhar in der Kunsthalle fasziniert mich sehr. Ich hatte das Vergnügen, ihn als junger Gaststudent in Baroda persönlich zu treffen und die Begegnung mit seinen sanften, eigenartigen, in keine Kategorie passenden Arbeiten hat mich sehr beeinflusst.

Was Sie über meinen Film wissen müssen: „Isla Santa Maria 3D“ (trailer) beruht auf dem Märchen von einer Insel aus den Überresten des Flaggschiffs von Christopher Columbus. Das Wrack wird aus dem Zeitablauf genommen und in eine nicht-lineare Erzählung gezogen, in der Wahrheit und Fantasie miteinander verschwimmen und Fantasien über mögliche Zukünfte erlauben.

„Isla Santa Maria 3D“ musste in 3D entstehen, weil: es in 2D zu langweilig wäre! Dies war mein erstes Experiment mit stereoskopischer Technologie und mir ist klar geworden, dass lange, statische, gemäldeähnliche Szenen für das Publikum am besten funktionieren, weil sie ihm gestatten, die räumliche Dimension zu erforschen und die Tiefenwirkung zu erleben. Für 2D hätten wir den Film in einem ganz anderen Rhythmus gedreht.

Interview von @JuttaBrendemuhl

Oliver Husains experimentelle Kurzfilme und Videos wurden auf vielen Filmfestivals gezeigt, darunter das Toronto International Film Festival; das London Film Festival; das „Experimenta India“ in Bangalore und das Film Festival Rotterdam. Im Jahr 2003 bekam Husains Video „Q“ den Deutschen Kurzfilmpreis. Sein Film Item Number gewann den Preis für den besten deutschen Film auf dem Oberhausener Kurzfilmfestival im Jahr 2012. Husains Installationen und Expanded Cinema-Performances wurden in vielen Galerien gezeigt, zum Beispiel in der Art Gallery of York University in Toronto; der Galeri Nasional in Jakarta; der Greene Naftali Gallery in New York City; der ICA Philadelphia; im Frankfurter Kunstverein und im Fridericianum in Kassel.