Klimablog Coole Mode kühlt das Klima

Im Tluxe Modegeschäft auf der Oxford Street, Paddington
Im Tluxe Modegeschäft auf der Oxford Street, Paddington | © Gina Robilliard

Eine Karriere im Einzelhandel kann einen manchmal den Glauben an die Menschheit verlieren lassen. Schlecht gelaunten Kunden, die immer niedrigere Preise verlangen, stehen raffgierige Modehäuser gegenüber. Normalerweise auf einer Yacht. Auf der sie sich mit Geldscheinen Luft zufächeln. Zwischen den Fronten stehen erschöpfte, unterbezahlte Angestellte, die ihre Familie ernähren oder mühsam ihren Universitätsabschluss finanzieren müssen und versuchen, nicht durchzudrehen. Und natürlich ein langsam vor die Hunde gehender Planet.

Wenn man allerdings die zu neuem Leben erwachte Oxford Street in Paddington hinunterspaziert, scheint es so, als sei doch noch nicht alle Hoffnung für die Menschheit verloren.

Im Tluxe Modegeschäft auf der Oxford Street, Paddington Im Tluxe Modegeschäft auf der Oxford Street, Paddington

Als die Einkaufsmeile im Jahr 2014 kurz vor dem Untergang stand, zogen noch viele individuelle Labels den Kürzeren gegenüber der geballten Macht des verführerisch strahlenden Glanzes der Westfield-Einkaufszentren und internationalen Mega-Ketten, die bewusst zum Shoppen verleiten und zu einem Bruchteil der Preise alle zwei Wochen Hunderte neuer Designs auf den Markt werfen. Es dauerte jedoch nicht lange, bevor die Verbraucher begannen, ihre eigene Gleichgültigkeit gegenüber industrialisierter Armut und extremer Umweltverschmutzung kritisch zu hinterfragen.

Gina Robilliard Gina Robilliard schreibt über den Zusammenhang von Mode und Emissionen. | © Gina Robilliard Fast Fashion hat eine miserable CO2-Bilanz. Das T-Shirt, das Sie gerade tragen, weist wahrscheinlich eine Bilanz von sechs Kilogramm auf, selbst wenn es aus Baumwolle besteht. Der Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives zufolge sind immer beliebter werdende synthetische Stoffe wie Polyester und Nylon Artikel mit extrem hohem Energieverbrauch, die bei der Herstellung giftige Kohlenstoff-Emissionen produzieren und auch nicht biologisch abbaubar sind, wenn wir sie schließlich wegwerfen. Ganz zu schweigen davon, dass sie unter dem lästigen Ozonloch, das hartnäckig über Australien schwebt, schrecklich unbehaglich und schweißtreibend sind.

Nicht wenige der nächsten Generation von Designern, die entlang der Oxford Street aus dem Boden geschossen sind, haben ein ganz persönliches Interesse an der Zukunft unseres Planeten. Das Lifestyle-Label ‘Tluxe' produziert hochwertige, in Australien hergestellte Produkte, die als langlebige Grundaustattungsstücke konzipiert und verkauft werden und den Waschvorgang wesentlich besser überstehen, als die meisten anderen Artikel auf dem Markt. ‘KitX’ von Kit Willow bezieht seine Seide von Kunsthandwerkern in Entwicklungsländern, die damit ihr Existenzminimum bestreiten und den Stoff mit traditionellen Webstuhltechniken herstellen, die wenig bis keine Umweltauswirkungen haben. Online finden Kundinnen und Kunden beider Labels Informationen über die Maßnahmen, die zur Reduzierung negativer Umweltauswirkungen ergriffen werden.