Wir, Flüchtlinge

Anmeldung zur Teilnahme am Projekt

Das Goethe-Institut Bosnien und Herzegowina realisiert in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Bosnien und Herzegowina und der Akademie für Szenische Künste Sarajevo ein Projekt  unter dem Titel Wir, Flüchtlinge:  Im Rahmen dessen wollen wir die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Bosnien und Herzegowina festhalten, wie auch die Geschichten der Zeitzeugen in einer Ausstellung zeigen.
 
Waren sie auch Flüchtling in Deutschland und/oder Österreich und sind dazu bereit, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen, dann melden Sie sich für die nächste Fokusgruppe, die am 26.01.2019 in Sarajevo stattfindet, an, indem Sie das Anmeldeformular oder das google Formular ausfüllen. Deadline für die Bewerbung ist der 16.01.2019.

  

Über das Projekt

Das Projekt wird in mehreren Phasen durchgeführt: Forschungsarbeit mit Menschen, die ihre Zeit als Flüchtlinge, in Deutschland und/oder Österreich verbracht haben (Fokusgruppen und Interviews), Foto-, Audio- und Videodokumentationen, Sammeln der Materialen für das Archiv des Historischen Museums Bosnien und Herzegowina und letzten Endes die Vorbereitung und Produktion der Ausstellung „Wir, Flüchtlinge“ im Historischen Museum Bosnien und Herzegowina.
 
Die erste Fokusgruppe war im März auf Jahorina. Die Teilnehmergruppe hat zusammen mit einer Psychologin über die Erfahrungen der Flucht aus Bosnien und Herzegowina, den Weg, den sie zurückgelegt haben, die Ankunft in Deutschland oder Österreich und letzten Endes über die Rückkehr nach Bosnien und Herzegowina gesprochen.
 
Über die Flucht und das Verlassen der Heimat zu sprechen ist nicht leicht. Jeder Einzelne hat seine positive oder negative Erfahrung und individuelle Geschichte, die sein/ihr Leben auf eine Art und Weise geprägt hat. Wir sind uns bewusst, dass eine solche Erfahrung eine unlöschbare Spur für diejenigen, die sie erlebt haben, hinterlässt und sind der Meinung, dass es nötig ist, sich diesem Thema auf eine empfindliche Weise zu nähern.
 
Insgesamt fast 390.000 Flüchtlinge aus Bosnien und Herzegowina haben während des Bosnien-Krieges 1992-95 Aufnahme in Deutschland gefunden; fast 90 % dieser Menschen sind nach Ende des Krieges bis zum Jahr 2000 wieder zurück in ihr Heimatland gegangen. Die Menschen fühlen sich Deutschland noch heute sehr verbunden, viele persönliche Beziehungen zwischen Menschen und Familien sind in dieser Zeit entstanden, aber auch fruchtbare Kontakte zwischen Institutionen. Die Fluch und Aufnahme sind Teil einer gemeinsamen ungeschriebenen Geschichte der Deutschen und Bosnisch-Herzegowinischen Völker.

 Ab Ende der 1980er Jahre sieht sich Deutschland mit der ersten großen Fluchtbewegung nach dem zweiten Weltkrieg konfrontiert; die Zahl der Asylbewerber steigt steil an. Anfang der 90er Jahre werden fast 450.000 Asylbewerber registriert; viele davon kommen aus dem nach (Bürger-)kriegen zerbrechenden Jugoslawien. Zu dieser Zeit ist Deutschland eins der Hauptaufnahmeländer für Flüchtlinge in der EU. In Deutschland führt die Fluchtbewegung zu einer intensiv und extrem kontrovers geführten gesellschaftlichen Diskussion; Themen sind u.a. die Rolle Deutschlands (Einwanderungsland oder nicht), Missbrauch des Asylrechts, Ausländerkriminalität usw.