Ausstellung Wake up, Europe!

Wake up, Europe - novo ©

Mi, 20.10.2021 -
Mi, 15.12.2021

18:00 Uhr

Historisches Museum BiH

Wake up, Europe - novo

Initiativen zur Unterstützung und Solidarität mit Bosnien und Herzegowina und seinen Bürger:innen während des Krieges 1992 und 1995

Mit der Covid-Pandemie und der Migrationskrise wurde in Europa auch die Frage der Solidarität wieder aktuell: Was verstehen wir unter Solidarität? Was können wir tun, um uns solidarisch mit Menschen und Gesellschaften zu zeigen, die existentiell bedroht sind? Es gibt ein Beispiel europäischer Solidarität in der nahen Vergangenheit, das für die heutige Zeit sehr inspirierend sein kann, und dies um so mehr als es es kaum bekannt ist: Während des Krieges in Bosnien und Herzegowina von 1992-1995 entstanden zahlreiche Initiativen in Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden, der Tschechischen Republik und anderen europäischen Ländern, in denen Bürger, NGOs, informelle Gruppen und Künstler ihre Unterstützung und Solidarität mit Bosnien und Herzegowina und seinen Bürgern auf verschiedene Weise zum Ausdruck brachten: indem sie bosnischen Flüchtlingen halfen, die in verschiedenen europäischen Ländern ankamen; indem sie Nahrungsmittel, Medikamente, Kleidung und andere Ausrüstung sammelten und nach Sarajevo und in andere Teile von Bosnien und Herzegowina transportierten; und/oder indem sie Demonstrationen, Informationskampagnen und anderen Aktivitäten organisierten, zur Mobilisierung ihrer Mitbürger, um ihre eigenen Regierungen dazu zu drängen, ihre Politik gegenüber BiH zu ändern, und um antinationalistischen Gruppen in BiH und anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawiens zu unterstützen. Es war eine breite und sehr heterogene Mobilisierung, eine Mischung aus humanitärem und bürgerschaftlichem Engagement, verbunden mit der Diskussion über die notwendige Verteidigung europäischer Werte. Für viele der beteiligten Akteure ging die Zusammenarbeit mit Bosnien und Herzegowina auch nach dem Krieg weiter.

Ziel dieses Projektes ist es, über die verschiedenen Formen, Aktivitäten und Akteure der Solidaritätsbewegungen mit Bosnien und Herzegowina in Europa während des Krieges 1992-1995 zu informieren und diese anhand verschiedener konkreter Beispiele zu veranschaulichen. Durch die Auseinandersetzung mit diesem wenig bekannten, aber wichtigen Kapitels der jüngeren europäischen Geschichte will das Projekt auch die Diskussion für heute anregen: Was können wir aus diesen Mobilisierungen lernen? Was können wir heute tun, um Solidarität mit Menschen und Gesellschaften zu zeigen, die Krieg oder andere Krisensituationen erleben? Im Zentrum des Projekts steht die Realisierung einer Ausstellung, in Verbindung mit anderen Aktivitäten, insbesondere einer Diskussionsveranstaltung und pädagogischen Workshops für SchülerInnen und StudentInnen.

Ausstellungseröffnung: 20. Oktober 2021, Historisches Museum von Bosnien und Herzegowina, Sarajevo.

Das Projekt wird durch den deutsch-französischen Kulturfonds gefördert.

Zurück