Vortrag Geerbte Erinnerungen- Last oder Schatz? Konzepte des Erinnerns, der Geschichte und der Identität im Konflikt

Die Erinnerung spielt eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Sie kann Kollektive vereinen oder trennen und trägt Ideen nationaler Identität und Diversität. Sie kann Gefühle von Stolz oder Beleidigung und Schmerz in Individuen genauso wie in großen Gruppen hervorrufen. Folglich kann Erinnerung Beziehungsgeflechte von Unterdrückung und Unterwerfung konsolidieren oder auch in Frage stellen. In Konflikten spielt sie eine besondere Rolle. Erinnerungen und geschichtliches Erbe können genutzt werden, um zu mobilisieren und agitieren, aber auch um Traumata zu überkommen und neue Kontakte und Austausch zwischen ehemaligen Feinden zu initiieren.
 
In ihrem Vortrag untersucht Dr. Andrea Zemskov-Züge unterschiedliche Ideen und Konzepte zu Erinnerung und Geschichte in Bezug auf unsere Identität. Gibt es ein ‚kollektives Gedächtnis‘ und wie funktioniert es? Können Erinnerungen vererbt werden und wie wird dieses Erbe weitergegeben? Und welche Rolle spielen Geschichte und Geschichtsschreibung im Rahmen von Erinnerung und Identität?
 
Als promovierte  Historikerin (Promotion der Universität Konstanz) arbeitet Andrea Zemskov-Züge seit 2000 im Bereich Konfliktbearbeitung. In ihrer Forschung, und als Autorin verschiedener Artikel, beschäftigt sie sich in erster Linie mit den historischen Dimensionen von Konflikten, Kriegsgedenken und Methoden der Erinnerungsarbeit in der Konfliktbearbeitung. Seit 2012 arbeitet sie als Projektmanagerin für das Kaukasus-Programm der Berghof Foundation.
 

Zurück