European Angst

  • European Angst © Sandra Kastl
  • Herta Müller © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire
  • European Angst BOZAR © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire
  • Shermin Langhoff-Klaus-Dieter Lehmann © Goethe-Institut Photo: Caroline Lessire
  • Béatrice Délvaux-Didier Eribon © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire
  • European Angst - Tag 1 © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire
  • Paul-Scheffer-Firas-Alshater-Isolde-Charim © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire
  • Slavoj-Zizek-Elif-Shafak-Martin-Ehl © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire
  • Sonia-Mikich-Lukasz-Warzecha-Beppe-Severgnigni © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire
  • Johannes Ebert © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire
  • Studenten © Goethe-Institut Foto: Caroline Lessire

KONFERENZ ÜBER POPULISMUS, EXTREMISMUS UND EUROPASKEPSIS IN GEGENWÄRTIGEN EUROPÄISCHEN GESELLSCHAFTEN

Ressentiments, Wut und Angst suchen Europa heim. Populistische und nationalistische Parteien und Bewegungen gewinnen umso mehr Schwungkraft, je ratloser die etablierten politischen und kulturellen Institutionen sind. Sobald populistische Rhetorik Teil des öffentlichen Diskurses wird, sind die Folgen unvorhersehbar, wie das Referendum über Großbritanniens Austritt aus der EU gezeigt hat. Weshalb geschieht dies jetzt? Und wie gehen wir damit um? Die Konferenz European Angst nähert sich diesen Fragen, ohne die Kontroverse zu scheuen. Sie bringt prominente Autoren, Wissenschaftler, Intellektuelle und Journalisten mit je unterschiedlichen Ansichten und Erklärungsmustern zusammen. Aus den Diskussionen möchten wir ein besseres Verständnis der gegenwärtigen Entwicklungen gewinnen.

Die Konferenz fand statt am
Dienstag, 06.12.: 15:30-19:00 Uhr
Mittwoch, 07.12.: 08:30-17:30 Uhr


Bozar, Rue Ravenstein - Ravensteinstraat 23, 1000 Brüssel


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MANIFEST European Angst (EN)

Reportage über die Konferenz „European Angst“  

Programm European Angst

European Angst Pressemappe

Presseecho

European Angst ist eine Initiative des Goethe-Instituts zusammen mit vier Mitgliedern von EUNIC und BOZAR, mit der freundlichen Unterstützung von European Movement International. Mediapartner: EU Observer
 

Artikel

Gesprächspartner/Experten

Herta Müller Foto: Stephanie von Becker

Herta Müller

„Es ist unverantwortlich, Angst politisch zu instrumentalisieren. Dabei gibt es doch gar keine Freiheit ohne Risiko, sonst könnten wir uns nicht mehr bewegen - weder im Kopf noch mit den Füßen."

Müller in einem Interview während des Erlanger Poetenfests, Nürnberger Zeitung, 30.08.2016

Slavoj Žižek Foto: Tomaž Gregorič

Slavoj Žižek

„Ich finde es viel bedrohlicher, wie wir uns mitten in einer Krise, die unser Überleben gefährdet, in Pseudokonflikten verheddert haben: in England das Ja oder Nein zum Brexit, in der Türkei Militärregierung oder Erdogan, in Osteuropa neue baltisch-polnisch-ukrainische Fundamentalisten oder Putin.“

Žižek auf die Frage: „Wovor haben Sie eigentlich Angst“, FAS, 18.09.2016

Elif Shafak Foto: Zeynel Abidin

Elif Shafak

„Für mich steht Europa für Werte, für Grundrechte, für Freiheit, für Frauenrechte. (...) Menschenrechte und Meinungsfreiheit sind zentrale, dringliche Themen, sie sind nicht verhandelbar.“

Shafak in einem Spiegel-Interview, 05.12.2015

Didier Eribon © Goethe-Institut Brüssel Foto: Caroline Lessire

Didier Eribon

„Wie ist es möglich, so viele Menschen im politischen Alltag zu ignorieren? In Europa wissen die Eliten nicht einmal, dass es in ihren Ländern echte Armut gibt.“

Eribon in einem Zeit-Interview, 04.07.2016

Béatrice Delvaux © Le Soir

Béatrice Delvaux

„Die Europäische Union ist nicht in der Lage, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen und ihre eigene demokratische Struktur zu verteidigen, die immer mehr der UNO gleicht  – einer zur ewigen Machtlosigkeit verurteilten Beobachterin von Genoziden, wie sich gerade wieder am Beispiel Syrien zeigt. Die europäische Demokratie ist nicht mehr nur in Gefahr. Sie zerfällt bereits. Wollen wir weiterhin tatenlos zusehen?“

Delvaux im Oktober 2016

Klaus-Dieter Lehmann Foto: Goethe-Institut/Bettina Siegwart

Klaus-Dieter Lehmann

„Mit der vorherrschenden ‚European Angst‘ sind die Europäerinnen und Europäer schlecht beraten. Denn die Integration Europas gelingt nur durch aktive Teilnahme, nicht durch Flucht aus der Verantwortung. Einfach gehen ist feige. Wir müssen als Kulturleute massiv gegensteuern. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung für den europäischen Kulturraum.“

Lehmann im Oktober 2016

Sonia Seymour Mikich © WDR

Sonia Seymour Mikich

„Ich will nicht irgendwann weinen um den Verlust unserer Werte, unseres Europas. Ich will, dass wir, die Kinder der Aufklärung, das letzte Wort haben, nicht den letzten Schuss feuern.“

Seymour Mikich in einem TV-Kommentar unter dem Eindruck der Attentate von Paris, ARD, 14.11.2015.

Paul Scheffer Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Paul Scheffer

„Die Gesellschaften sind umso friedlicher, je offener über die Probleme gesprochen wird. Dabei geht es um beide Seiten: Um die Mehrheit, die Minderheiten benachteiligt, und um Angehörige von Minderheiten, die sich wegen ihrer Vorurteile selbst isolieren. Wenn diese Konflikte ausgetragen werden, ist das kein Zeichen einer gescheiterten Integration, sondern einer lebendigen Gesellschaft.“

Scheffer in einem SZ-Interview, 31.01.2016

Isolde Charim Foto: Daniel Novotny

Isolde Charim

„Identität ist das Terrain, auf dem sich in nächster Zukunft die Geschichte der Demokratie abspielen wird.“

Aus einem Meinungsstück über Populismus, taz, 23.02.2016

Łukasz Warzecha Foto: Damian Burzykowski/Newspix.pl

Łukasz Warzecha

„Wer für Business as usual in Europa eintritt, ohne den neuen außenpolitischen Kurs der gegenwärtigen polnischen Regierung zur Kenntnis zu nehmen, heuchelt. All deren vermeintlich europafreundliche Bekenntnisse zu mehr Integration und besserer Zusammenarbeit sind von der Realität auf schmerzliche Weise widerlegt worden.“

Warzecha, in Rzeczpospolita, 31.01.2016

Beppe Severgnini Foto: Daniela Zedda

Beppe Severgnini

„Die Deutungsmacht in Europa haben dessen Feinde übernommen, und die sind bekanntlich zahlreich. Auf Europa herumzuhacken ist die Lieblingsbeschäftigung von Politikern. Ein gefährliches Vergnügen.“

Severgnini im Oktober 2016

Sascha Lehnartz Foto: Martin Lengemann

Sascha Lehnartz

„Auch auf dem europäischen Festland werden die Stimmen derjenigen lauter, die bereit sind, sich loszusagen von einem Paradigma, das bis vor Kurzem noch unantastbar schien: dass ein geeintes Europa Voraussetzung für den Fortbestand des Friedens ist.“

Lehnartz in einem Essay in der Welt am Sonntag, 14.08.2016

Martin Ehl Foto: Martin Ehl

Martin Ehl

„Zentraleuropa ist nicht die einzige Region, in der Populisten agitieren. Aber wenn es keine stabilen Institutionen gibt, keine effiziente, unabhängige Justiz und seriös arbeitende Verwaltung, dann kann es schwierig werden, die Wähler davon abzuhalten, den bisweilen befremdlichen Versprechen befremdlicher Personen zu folgen.“

Ehl in Op-Ed Metropole Vienna, 01.03.2016

Shermin Langhoff © Ute Langkafel MAIFOTO

Shermin Langhoff

„Für die Zukunft Europas wünsche mir den Mut zurück, der 1989 diesen Kontinent bestimmte: die eigenen Mauern zu Fall zu bringen. Wir müssen jetzt an neuen Mauerfällen arbeiten, wir müssen das Risiko der Öffnung zu unserem Geist machen, statt den nationalstaatlichen Sirenen nachzugehen.“

Langhoff in einem Gastbeitrag zu der ZDF-Serie Europas Zukunft, 22.12.2015

Vladimíra Dvořáková Foto: Vladimíra Dvořáková

Vladimíra Dvořáková

„Die Beziehungen in Europa oder anderen integrativen Systemen bringen ganz unterschiedliche Interessen hervor. Politologen charakterisieren sie als Beziehungen von Miteinander und Gegeneinander. Die Voraussetzung für das Funktionieren einer solchen Organisation aber ist die Kooperation. Das heißt aber nicht, dass sie ihre eigenen Interessen nicht wahren dürfen.“

Dvořáková im Oktober 2016

Firas Alshater © Okayfactor GmbH/Cristian Zamora - ZUKAR.org

Firas Alshater

„Wenn die Leute Angst vor Flüchtlingen haben und sie nicht in ihren Ländern wollen, dann sollten sie aufhören, Waffen nach Syrien zu schicken. Großbritannien macht das, genauso wie Deutschland, die USA, Russland und Frankreich. So lange man Waffen verkauft, ist man zumindest teilweise verantwortlich.“

Alshater in The Guardian, 20.03.2016

Gesprächspartner