Paris Seine-Saint-Denis Hirten in der Stadt

Seine-Saint-Denis: Hirten in der Stadt
Seine-Saint-Denis: Hirten in der Stadt | © Christophe Lucchese

Früher waren sie Baustellenchefs, Landschaftsplaner oder Architekten, heute treiben sie eine Schafherde durch die Vorstädte von Paris. Ihre durchdringenden „Rat! Rat Rat!“-Rufe machen so manchen Passanten neugierig. Schafe in der Banlieue? Das sieht man wahrlich nicht oft!
 

Seit 2012 stellen die urbanen Hirten ihre Dienste (und Tiere) in den Dienst der Stadt Seine-Saint-Denis vor den Toren von Paris. Sie organisierten sich zunächst als Verein (Clinamem), und dann als Kooperative, um landwirtschaftliche Praktiken in der Stadt sichtbar zu machen und neue Dynamik in den urbanen Raum zu bringen. Schafherden sind an sich nichts Neues – die Idee, mit ihnen durch die Stadt zu spazieren, aber schon! Und es hat viele Vorteile: Die  Tiere erleichtern die Kontaktaufnahme zu den Bewohnern, tragen zur Pflege der Grünflächen bei und bringen etwas Wärme in die harte Betonwelt.
 
Wir sind mit vierzig Schafen und 16 kleinen Böcken durch die Straßen der Nordpariser Vororte gestreift. Fast sechs Kilometer in zwei Stunden haben wir an diesem Novembernachmittag zurückgelegt! Auf dem Weg von Viltaneuse bis zum Georges-Valbon-Park in Courneuve haben wir gelernt, die Stadt „mit Schafaugen zu sehen“: Wir entdeckten grüne Oasen in der Asphaltwüste und sorgten bei den Bewohnern für Staunen und Amüsement. Was eine Schafherde in der Stadt alles auslösen kann, und wie man die grauen Vorstädte einmal aus neuer Perspektive wahrnimmt, sehen Sie uns in unserer Slideshow.