Ausstellung BITTE LEBN

Bitte Lebn Schriftzug Foto (Detail) © RYC.

Fr, 24.06.2022 -
So, 10.07.2022

LaVallée

Urbane Kunst und soziale Proteste in Berlin und Brüssel

Urbane Kunst an Fassaden, Farbe auf Denkmälern oder Kunstaktionen sind in den letzten Jahren als Ausdruck sozialer Proteste in europäischen Städten in Erscheinung getreten.
In Berlin entwickelte sich urbane Kunst verstärkt seit dem Mauerfall, begünstigt durch die Besonderheit von Berlin mit seinen Freiflächen zwischen dem Ost- und dem Westteil, zwischen Häusern und den billigen Mieten: Berlin bot Künstler*innen und Aktivist*innen Freiräume, sich weitestgehend ohne ökonomische Zwänge künstlerisch und politisch zu entfalten. Das Reclaim your city Kollektiv dokumentierte seit den 2000er Jahren die stetig wachsende Urbane Kunstszene, und präsentiert ihr Fotoarchiv und gesammelten Kunstwerke in der Ausstellung Bitte lebn!

Doch in den letzten Jahren zeigt sich, dass Verdrängungsprozesse sozial schwächer gestellter Menschen in meist multikulturellen Stadtteilen stattfinden und auch Künstler*innen davon betroffen sind. Diese Entwicklungen verstärken soziale Probleme in der Stadtgesellschaft. Diskriminierungen und sozialräumliche Ausgrenzungen erzeugen soziale Spannungen und Konfliktpotential. Künstler*innen und Aktivist*innen demonstrieren mit Kunst und Aktionen gegen Diskriminierungen, Ungleichheiten und Verdrängungsprozesse. Sie kritisieren die Verhältnisse in der Stadt und ersinnen Gegenentwürfe zum gesellschaftlichen Zusammenleben. Jüngst erstarken viele Proteste, mit dem Ziel Städte zu dekolonisieren und öffentliche Monumente der Kolonialzeit zu hinterfragen. Offizielle Repräsentationen, die kulturelle Diversität und eine migrantisch geprägte Stadtgesellschaft nicht repräsentieren, werden in Frage gestellt. Die vom Goethe-Institut Brüssel organisierte und von Anne Kurr kuratierte Ausstellung Bitte lebn in La Vallée zeigt Fotografien und Kunstwerke der sozialen Proteste aus Berlin für ein Recht auf Stadt und für eine Dekolonisierung.

Berlin ist nicht singulär. Solche Proteste und urbane Kunstbewegungen finden sich überall. Um einen Austausch zu fördern, gibt es Workshops und Führungen zur Ausstellung Bitte lebn. Insbesondere junge Menschen stehen dabei im Fokus. Gemeinsam wollen wir die Themen diskutieren und die Teilnehmenden dazu ermutigen mit Kreativität und Freude ihre Stadt selbst zu gestalten.
 

Programm

24.6.2022 Vernissage
18 Uhr 30 Buchpräsentation: Bitte Lebn – Urban art and subcultures in Berlin 2003-2021,
Reclaim your city collective Berlin

23.6. – 26.6., 15-18 Uhr
Workshop: Meine Nachbarschaft ! Fassadenmalerei
Mit Ambra and friends
Jugendliche aus der Nachbarschaft werden dazu eingeladen, zunächst darüber nachzudenken, was sie in ihrem Alltag beschäftigt und welche Ideen sie für ihre Zukunft haben. Diese Gedanken sollen in Skizzen umgesetzt werden und anschließend gemeinsam mit Ambra als Zeichnungen an die Wand gemalt werden.

26.06.2022, 14:00 Uhr
Öffentliche Führung für Kinder

5.7.-7.7.2022, 16-18 Uhr
Workshop: FaceTime
Mit Various&Gould
öffentlicher Workshop

Anmeldung erforderlich unter:Julian.Volz@goethe.de

Die TeilnehmerInnen machen Porträtfotos von sich selbst. Gemeinsam mit dem Künstlerduo Various&Gould bearbeiten sie diese Bilder und erstellen Collagen. Dabei werden verschiedene Themen, wie z.B. Diskriminierung im Alltag angesprochen und die TeilnehmerInnen befähigt, die Vielfalt unter sich wertzuschätzen und antidiskriminierend zu handeln.

7.7.2022
Künstler*innengespräch: Decolonize your city!
mit Various&Gould

10.7.2022 (14:00 Uhr)
Öffentliche Führung
Mit der Kuratorin Anne Kurr
 

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