Theater Angela (A Strange Loop) – Susanne Kennedy und Markus Selg

Computergeneriertes Bildmaterial, das einen menschlichen Fötus zeigt. Markus Selg

Do, 11.05.2023 –
Sa, 13.05.2023

20:15 Uhr

Théâtre National Wallonie-Bruxelles

Angela (A Strange Loop) – Susanne Kennedy und Markus Selg

Kunstenfestivaldesarts

Theater, Tanz, Performances, Filme und bildende Kunst: das Kunstenfestivaldesarts ist ein Festival für zeitgenössische Kunst und findet jeden Mai in Brüssel statt. In Theatern, Kulturzentren aber auch im öffentlichen Raum werden dabei sowohl die Werke von belgischen, als auch Künstler*innen aus aller Welt präsentiert.
Dieses Jahr feiern wir am Eröffnungswochenende des KFDA die Weltpremiere von Susanne Kennedys neuem Werk Angela (A Strange Loop) im Théâtre National Wallonie-Bruxelles, eine der größten Bühnen Brüssels.

Angela (A Strange Loop) – Susanne Kennedy und Markus Selg

In Angela (A Strange Loop) entfaltet sich das Leben einer Frau vor unseren Augen in einem spektakulären Fernsehstudio. Der Raum verwandelt sich ständig und wechselt zwischen real und virtuell, während wir Angela durch Wachen und Schlafen, Geburt und Entbindung, Krankheit und Heilung, Altern und Sterben begleiten. Aber was macht Angela zu Angela? Mit ihrer charakteristischen post-humanistischen Ästhetik und ihrem multimedialen Ansatz arbeitet die gefeierte deutsche Theatermacherin Susanne Kennedy mit dem bildenden Künstler Markus Selg zusammen, um eine der grundlegenden Fragen der Existenz zu ergründen: Was ist die Natur der Realität und was ist das „Ich“? Die Schauspieler*innen nähern sich auf unheimliche Weise einer perfekten, aber künstlichen Realität an. Sie sprechen lippensynchron und leicht unrhythmisch, als ob sie versuchen würden, das wirkliche Leben zu imitieren. Digitale Kultur und virtuelle Realität vermischen sich nahtlos mit Spiritualität und Philosophie. Susanne Kennedy ist eine der innovativsten Theatermacherinnen der Gegenwart und wurde mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet. Mit dieser Kreation, die sie zum ersten Mal in Brüssel präsentiert, liefert sie eine Fallstudie darüber, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Eine intensive visuelle Reise und eine ganz neue Art, Theater zu erleben.


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Über die Künstler*innen:

Susanne Kennedy wurde 1977 in Friedrichshafen geboren. Sie studierte Regie an der Hogeschool voor de Kunsten in Amsterdam (AHK). An niederländischen Bühnen entstand eine Reihe von Inszenierungen nach Stücken von Enda Walsh, Sarah Kane und Elfriede Jelinek. 2011 lud Johan Simons sie ein, mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele zu arbeiten. Für „Fegefeuer in Ingolstadt“ (2013) wurde sie in der Kritikerumfrage von "Theater heute" zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt und nahm 2014 am Berliner Theatertreffen teil. In den letzten Jahren arbeitet sie vor allem an der Volksbühne Berlin und an den Münchner Kammerspielen. Die dort entstandenen Inszenierungen, u.a. „Die Selbstmord-Schwestern - The Virgin Suicides" (2017),  "Woman in Trouble" (2017), „Drei Schwestern“ (2019) und Ultraworld (2020), finden starke Beachtung als Theater im posthumanen Zeitalter. Auf das neuartige Kräfteverhältnis zwischen Körpern, technischen Objekten und Maschinen reagiert die Regisseurin mit einer Ästhetik jenseits des Menschen. Verfremdet durch Masken, Play-Back-Dialoge, Doppelgänger und Multimedia konfrontieren die Darsteller*innen das Publikum mit einer posthumanistischen Subjektivität.
 
Markus Selg, 1974 in Singen am Hohentwiel geboren, erforscht Dynamiken zwischen archaischem Mythos und digitaler Technologie. In seinen szenographischen Installationen verbindet er Film, Skulptur, Performance und Musik zu dichten, multimedialen Erfahrungsräumen, welche Genregrenzen zum Experimentellen hin öffnen. An den Münchner Kammerspielen 2019/2020 sind seine gemeinsam mit Susanne Kennedy erarbeiteten Installationen „Algorithmic Rituals – The Infinite Self“, eine Arbeit am Ritual mit drei Robotern, sowie „Orakel“ zu sehen. Für das Bühnenbild der an der Volksbühne Berlin produzierten Inszenierung „ULTRAWORLD“ wurde er zusammen mit Rodrik Biersteker mit dem „Deutschen Theaterpreis DER FAUST“ 2020 ausgezeichnet.
Zu seinen genreübergreifenden Arbeiten gehört der Ausstellungsparcours „Spuren der Sonne – eine apokalyptische Oper“ mit Werner Herzog und Jannis Kounellis (2009). 2012 führte Selg Regie bei dem Spielfilm „Das Ewige Antlitz“.
 

 



Präsentation: Kunstenfestivaldesarts, Théâtre National Wallonie-Bruxelles
Konzept, Text und Regie: Susanne Kennedy & Markus Selg | Konzept und Bühnenbild: Markus Selg | DarstellerInnen: Diamanda Dramm, Ixchel Mendoza Hernández, Kate Strong, Tarren Johnson, Dominic Santia | Dramaturgie: Helena Eckert | Lichtgestaltung: Rainer Casper | Sounddesign und Montage: Richard Alexander | Tonspur: Diamanda Dramm, Richard Alexander | Live-Musik: Diamanda Dramm | Videogestaltung: Rodrik Biersteker, Markus Selg | Kostümgestaltung: Andra Dumitrascu
Produktion: Ultraworld Productions | Management und Vertrieb: Something Great | Koproduktion: Kunstenfestivaldesarts, Festival d'Automne à Paris, Festival d'Avignon, Holland Festival, Wiener Festwochen, Roma Europa Festival, National Theater of Prague/Prague Crossroads
Unterstützt von: Ammodo Foundation, der Kulturstiftung des Bundes und mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Aufführungen in Brüssel mit Unterstützung des Goethe-Instituts Brüssel
 

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