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19:00–21:30 Uhr
Eröffnung: Filmretrospektive Danièle Huillet & Jean-Marie Straub
Filmvorführung und Gespräch|Machorka-Muff (1963) und L’Aquarium et la Nation (2015)
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Cinematek, Brüssel
- Sprache Französisch und Englisch
- Preis 6€
- Teil der Reihe: Danièle Huillet & Jean-Marie Straub
Das Werk von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub gilt als eines der markantesten, schönsten und kompromisslosesten Werke des modernen Kinos. Es ist daher eine große Freude, dass das Goethe-Institut Belgien und CINEMATEK die erste vollständige Retrospektive ihres Werks in Belgien präsentieren.
Sie sind herzlich eingeladen zur Eröffnung und Filmvorführung am 05. Oktober um 19:00. Philosophin Barbara Ulrich-Straub und Filmemacher Christophe Clavert, ehemalige Mitarbeiter*innen von Jean-Marie Straub, werden anwesend sein.
Jean-Marie Straub, Frankreich 2015 /
Aimé Agnel, Christiane Veschambre /
Farbe / 31' / UT: EN
Der Film ist eine Reflexion über die Geschichte, den Lauf der Zeit und das Schicksal des Menschen. Er ist eine dialektische Zusammenstellung von Bildern, Musik, Texten und Dokumenten: die Aufnahme eines Fischaquariums, die Orchesterversion von Joseph Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, die Lesung eines Auszugs aus André Malraux' letztem, 1948 erschienenen Roman Die Nussbäume der Altenburg durch den Psychoanalytiker, Filmautor und Tonmeister Aimé Agnel und eine Sequenz aus Jean Renoirs Film La Marseillaise von 1938.
Sie sind herzlich eingeladen zur Eröffnung und Filmvorführung am 05. Oktober um 19:00. Philosophin Barbara Ulrich-Straub und Filmemacher Christophe Clavert, ehemalige Mitarbeiter*innen von Jean-Marie Straub, werden anwesend sein.
Machorka-Muff
Danièle Huillet, Jean-Marie Straub, BRD 1963 /
Heiner Braun, Gino Cardella, Johannes Eckardt /
SW / 18' / UT: FR
„Ein metaphorisch abstrakter Traum, keine Geschichte", so stellte Jean-Marie Straub seinen und Danièle Huillets ersten, in Westdeutschland gedrehten Film vor. Der Film zeigt die träumerischen Reflexionen des ehemaligen Nazi-Majors und frisch beförderten Generals Erich von Machorka-Muff, der in die westdeutsche Hauptstadt kommt, um seine Geliebte zu sehen und den Grundstein für die "Akademie der militärischen Erinnerungen" zu legen. Eine vernichtende Kritik an der Remilitarisierung Westdeutschlands und dem Fortbestehen der NS-Ideologie und des NS-Personals nach dem Krieg.
"Machorka-Muff ist die Geschichte einer Vergewaltigung, der Vergewaltigung eines Landes, dem eine Armee aufgezwungen wurde, eines Landes, das ohne Armee glücklicher gewesen wäre. Was bedeutet es, in Deutschland Filme zu machen, oder besser gesagt, Filme gegen jene Dummheit, Verderbtheit und geistige Faulheit zu machen, die, wie Brecht bemerkte, so charakteristisch für dieses Land sind? Hyperion würde antworten, dass es bedeutet, dass man bereit ist, sich bis zum Weißbluten ausbeuten zu lassen. Und ich würde hinzufügen: Es bedeutet, dass ich nicht in der Lage sein werde, das breite Publikum zu erreichen, das ich mit meinem Werk erreichen möchte. Aber was mich als Franzose angezogen hat, war die Möglichkeit, in Deutschland einen Film zu machen, den kein/e Deutsche/r machen konnte - so wie kein/e Deutsche/r Germany, Year Zero, kein/e Amerikaner/in The Southerner oder The Young One machen konnte und kein/e Italiener/in La Chartreuse de Parme hätte schreiben können." (J.-M. Straub, 1966)
L’Aquarium et la Nation
Jean-Marie Straub, Frankreich 2015 /Aimé Agnel, Christiane Veschambre /
Farbe / 31' / UT: EN
„Wir wissen, dass wir es uns nicht ausgesucht haben, geboren zu werden, dass wir es uns nicht ausgesuchen würden zu sterben. Dass wir uns unsere Eltern nicht ausgesucht haben. Dass wir nichts gegen den Lauf der Zeit tun können. Dass zwischen jedem einzelnen von uns und dem universellen Leben eine Art... Kluft besteht. Wenn ich sage, dass jeder Mensch sich der Existenz des Schicksals zutiefst bewusst ist, dann meine ich damit, dass er sich - zumindest in bestimmten Momenten fast immer auf tragische Weise - der Unabhängigkeit der Welt von ihm bewusst ist" (André Malraux, Die Nussbäume von Altenburg, 1948)
Der Film ist eine Reflexion über die Geschichte, den Lauf der Zeit und das Schicksal des Menschen. Er ist eine dialektische Zusammenstellung von Bildern, Musik, Texten und Dokumenten: die Aufnahme eines Fischaquariums, die Orchesterversion von Joseph Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, die Lesung eines Auszugs aus André Malraux' letztem, 1948 erschienenen Roman Die Nussbäume der Altenburg durch den Psychoanalytiker, Filmautor und Tonmeister Aimé Agnel und eine Sequenz aus Jean Renoirs Film La Marseillaise von 1938.
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Ort
Cinematek
Rue Baron Horta - Baron Hortastraat 9
1000 Brüssel
Belgien
Rue Baron Horta - Baron Hortastraat 9
1000 Brüssel
Belgien