Lecture-Performance „Hausbesuch“: Najem Wali

Najem Wali © Paula Marquez

Mi, 11.05.2016 -
Do, 12.05.2016

verschiedene Orte

EIN KÜNSTLER IN IHREM WOHNZIMMER

Auf Einladung des Goethe-Instituts kommen 2016 verschiedene Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland nach Belgien. Sie werden in Privatwohnungen eingeladen, wo sie für zwei Abende Carte Blanche  bekommen  und  ganz nach Belieben tanzen, kochen, lesen, musizieren oder philosophieren können. Vielleicht dieses Mal auch in Ihrem Wohnzimmer?

Für die Hausbesuche am 11. und 12. Mai können Sie den Schriftsteller Najem Wali zu sich nach Hause einladen. Gemeinsam mit ihm und Ihren Gästen können Sie über seine Werke und über seine Erfahrungen als Migrant reden. Auch die heutige Flüchtlingskrise wird sicherlich ein zentrales Thema des Abends werden.
Najem Wali floh 1980 nach  Ausbruch des iranisch-irakischen Kriegs vor Saddam Husseins Diktatur und emigrierte nach Norddeutschland. . Sein Hintergrund als Migrant war in vielen seiner journalistischen Beiträge in arabischen und deutschen Zeitungen ein Thema. Auch in seinen Büchern tauchen häufig die Motive der Migration und Grenzen auf. In Reise in das Herz des Feindes untersucht Najem Wali Israel, basierend auf Sartres existentiellem Grundprinzip: „Lerne das Fremde erst kennen, bevor du dir eine Meinung darüber bildest“. Wali steht den arabischen Obrigkeiten sehr kritisch gegenüber und entlarvt Vorurteile gegenüber Israel. Sein Roman ist ein Aufruf für Frieden und Zusammenarbeit  und für das Abschaffen von Grenzen.
 
Biografie:
Najem Wali wurde 1956 in Basra (Irak) geboren. Er studierte deutsche Literatur an der Universität Bagdad und floh 1980 nach Deutschland. Er setzte sein Studium  in Hamburg und in Madrid fort. Für die Internationale Migrationsorganisation beteiligte er sich 2005 an den ersten irakischen Wahlen nach dem Fall Saddam Husseins. Najem Wali lebt und schreibt in Berlin als Redakteur für die wichtige arabische Tageszeitung Al-Hayat und ist freiberuflich für Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und Die Zeit tätig. Er ist Autor von Die Reise nach Tell al-Lahm (2001), Jussifs Gesichter (2008) und Bagdad Marlboro (2014). Für Bagdad Marlboro bekam Wali den Bruno-Kreisky-Preis verliehen.


Rückblick:

Die beiden Hausbesuche mit Najem Wali hätten unterschiedlicher nicht sein können. Najem Wali gestaltete beide Abende hochinteressant: er las aus seinem Roman Bagdad. Erinnerungen an eine Weltstadt. vor, diskutierte mit den anwesenden Gästen und tauschte sich mit ihnen aus. Die erste Lesung fand in urgemütlicher Wohnzimmeratmosphäre mit anschließendem interessantem Austausch über u.a. ISIS, Terror und dessen Ursprung statt.
Die zweite Lesung geschah vorwiegend mit irakischen und syrischen Flüchtlingen auf Arabisch. Ergreifende Momente, Musik, Gesang und der Austausch von Erfahrungen prägten diesen Abend.

Markus Bickel, freiberuflicher Journalist, war an beiden Abenden anwesend und schrieb danach einen Artikel für die Berliner Zeitung über die Hausbesuche, den Sie hier lesen können: Badgad in Brüssel - Markus Bickel
  • Hausbesuch Belgien - Najem Wali 1 © Goethe-Institut
  • Hausbesuch Belgien - Najem Wali 2 © Goethe-Institut
  • Hausbesuch Belgien - Najem Wali 3 © Goethe-Institut
  • Hausbesuch Belgien - Najem Wali 4 © Goethe-Institut
  • Hausbesuch Belgien - Najem Wali 5 © Goethe-Institut
  • Hausbesuch Belgien - Najem Wali 6 © Goethe-Institut
  • Hausbesuch Belgien - Najem Wali 7 © Goethe-Institut
  • Hausbesuch Belgien - Najem Wali 8 © Goethe-Institut

                                                                  
 

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