Debatte „Targets: Praxis und Ethik von Konflikten im 21. Jahrhundert“: Herlinde Koelbl trifft Jamie Shea

Neue Wir-Erzählungen Sandra Kastl

Mi, 21.09.2016

Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU

Rue Wiertz - Wiertzstraat 77
1000 Brüssel

Welche neuen Geschichten können wir uns gegenseitig von Europa erzählen und gemeinsam entwickeln? Wer wollen wir sein und wo wollen wir gemeinsam hin? Die Reihe „Neue Wir-Erzählungen: Eine Zukunftsressource für Europa“ geht in eine neue Runde, diesmal zum Thema „Targets: Praxis und Ethik von Konflikten im 21. Jahrhundert“. Die renommierte deutsche Fotografin Herlinde Koelbl trifft Jamie Shea, den Stellvertretenden Beigeordneten Generalsekretär der NATO für neue Sicherheitsherausforderungen. Moderiert wird das Gespräch von Matthias Krupa („Die Zeit“).

Sechs Jahre lang besuchte Koelbl Truppenübungsplätze in fast 30 Ländern. Das Ergebnis ihrer Reisen ist die Ausstellung „Targets“, eine Sammlung von 200 Fotografien, die landestypische Zielscheiben zeigen. Im Rahmen der militärischen Ausbildung dienen diese Zielscheiben dazu, den Feind zu simulieren und die Soldaten auf den Kampf vorzubereiten. Jamie Shea wird Koelbls Werk kommentieren, und im Gespräch werden sich die beiden darüber austauschen, wie sich das Wesen von Krieg und Konflikt verändert.

Herlinde Koelbl © Johannes Rodach
Herlinde Koelbl zählt zu den renommiertesten deutschen Fotokünstlern. Ihr umfassendes Werk zeichnet sich vor allem durch fotografische Langzeitprojekte aus, oft ergänzt durch tiefgehende Gespräche. Ihr besonderes Interesse gilt dem Portraitieren von Milieus und Personen.

Koelbls Bilder wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen in Galerien und Museen gezeigt und sind in vielen wichtigen Sammlungen vertreten. Die Künstlerin hat über ein Dutzend Fotobücher publiziert und wurde für ihr Schaffen bereits mehrfach ausgezeichnet. Zu ihren Publikationen gehören Targets (2014), Kleider machen Leute (2012), Mein Blick (2009), Schlafzimmer (2002), Spuren der Macht (1999), Feine Leute (1986) und Das deutsche Wohnzimmer (1980).

In einer Kritik im Tagesspiegel schwärmt Harald Martenstein: „Herlinde Koelbl schreibt, Werk für Werk, die Chronik einer Epoche, wie früher die Romanciers, wie Zola oder Balzac, nur mit anderen Mitteln.“

Jamie Shea © NATO
Jamie Shea ist Stellvertretender Beigeordneter Generalsekretär der NATO für neue Sicherheitsherausforderungen. Er ist bereits seit 1980 bei der NATO und war im Laufe der Zeit u.a. Direktor für Politische Planung im Privatbüro des Generalsekretärs, Stellvertretender Beigeordneter Generalsekretär der NATO für auswärtige Beziehungen und Assistent des NATO-Generalsekretärs für Sonderprojekte. Während des Kosovokriegs war er Sprecher der NATO und stellvertretender Direktor für Information und Pressearbeit.

Neben seiner Tätigkeit für die NATO lehrt Shea an mehreren renommierten Bildungseinrichtungen. Er ist Professor am College of Europe in Brügge, Gastdozent im Bereich Practice of Diplomacy an der University of Sussex und außenordentlicher Professor für Internationale Beziehungen an der American University in Washington D.C.

Jamie Shea ist regelmäßig Gast wie auch Referent bei Konferenzen, die sich mit der NATO in Bezug auf Sicherheitsfragen und öffentliche Diplomatie, politischer Kommunikation und vielen weiteren Themen internationaler Beziehungen befassen.
 

Die Gesprächsreihe:

Was braucht man, um die Europäische Union, aber auch Europa insgesamt, als politisches, wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Projekt voranzubringen? Welche europäische Erzählung haben wir, die uns Leitbilder und Leitmotive bieten kann, um unseren gemeinsamen Kurs zu bestimmen? Dies ist die Fragestellung der vom Goethe-Institut und anderen Partnern initiierten Gesprächsreihe. Bisher diskutierten u.a. Gesine Schwan, Martin Schulz, Thomas de Maizière, Věra Jourová, Helmut Schmidt, Jacques Delors, Norbert Lammert und Geert Mak. Die Gesprächsreihe wird im Hörfunkprogramm von WDR 3 und seit Kurzem auch im B5-Plus präsentiert.

Eine Reihe von Goethe-Institut, ARD-Verbindungsbüro Brüssel und Die Zeit. Mit freundlicher Unterstützung der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU.

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