Film & Gespräch WERKSCHAU STEFAN KOLBE & CHRIS WRIGHT

Das Block Kolbe & Wright © Kolbe & Wright

So, 26.06.2016 -
Di, 28.06.2016

Landesvertretung Sachsen-Anhalt bei der EU & Cinéma Aventure

Mit drei Dokumentarfilmen: „Pfarrer", „Das Block" und „Technik des Glücks"

Die Regisseure Stefan Kolbe und Chris Wright vertreten eine eigene Art des Dokumentarfilms: Mit besonderer Kameraführung, neuen Erzählmethoden und einer assoziativen, skizzenhaften Struktur schaffen sie eine ganz neue dokumentarische Ästhetik. Ihnen geht es darum, für jeden Protagonisten und jedes Sujet die passende Form zu finden. In Brüssel präsentieren sie zum ersten Mal drei ihrer Filme: „Pfarrer" (26.06.) wird im Rahmen des Reformationsjahres in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt gezeigt und stellt die Frage: Was passiert, wenn zwei atheistische Filmemacher Zugang zu einem Predigerseminar bekommen? „Das Block" (27.06., Cinéma Aventure) schaut sich das Leben in einem ostdeutschen Plattenbau aus nächster Nähe an. „Technik des Glücks" (28.06., Cinéma Aventure) begibt sich auf die Spuren des ehemaligen Kohlekraftwerks Zschornewitz.  

„Stefan Kolbe und Chris Wright, beide Jahrgang 1972 und Absolventen der HFF Konrad Wolf Potsdam-Babelsberg, bereichern mit ihren gemeinsam realisierten Filmen seit zwölf Jahren das neuere deutsche dokumentarische Kino um eine ganz eigene Variante." (Arsenal).
 
  • 26.06., 19:00 Uhr in die Landesvertretung Sachsen-Anhalt bei der EU: „Pfarrer" (DE 2014, 90') - in Anwesenheit der Regisseure
Was passiert, wenn zwei atheistische Filmemacher Zugang zu einem Predigerseminar bekommen? Und das in Wittenberg, der Lutherstadt, einst Hochburg der deutschen Reformation, heute gelegen in einer der ungläubigsten Ecken Europas. Ein Jahr lang begleiten Chris Wright und Stefan Kolbe eine Gruppe junger Männer und Frauen in der Endphase ihrer Ausbildung zum Pfarrer. Anfangs geht es noch hauptsächlich um das Erlernen religiösen Handwerks. Aber im Laufe der Zeit sehen sich Protagonisten wie Filmemacher zunehmend mit den grundlegendsten menschlichen Fragen konfrontiert. Grenzen verschwimmen – zwischen Glauben und Unglauben, Trost und Verzweiflung, Wahrheit und Wahnsinn. Es entsteht ein offener, intimer Dialog über unsere fundamentalen Bedürfnisse nach Liebe, Geborgenheit und Sinn.

Nach dem Film diskutieren Stefan Kolbe und Chris Wright mit Valentin Wendebourg, Sondervikar in der EKD Vertretung Brüssel, Absolvent des Predigerseminars Wittenberg 2016, und Cristina Nord, Leiterin des Kulturprogramms für Südwesteuropa am Goethe-Institut Brüssel.


Pfarrer von Kolbe & Wright / Edition Salzgeber Edition Salzgeber / Kolbe & Wright
  • 27.06.2017, 19:30 Uhr im Cinéma Aventure: „Das Block" (DE 2006, 75') - in Anwesenheit der Regisseure

DAS BLOCK. Ein Jahr. 2005. Ein deutscher Ort. Gräfenhainichen. Poetenweg. 85 Einzimmerwohnungen. Vier Türen gehen auf. Dahinter zwei Frauen und zwei Männer. Vier Generationen. Vier Zustände von Verlust und Einsamkeit. Draussen an der Wand im Flur steht  DAS BLOCK – es lebt, sagen sie hier. DAS BLOCK, ein Film über vier Menschen, das Leben und wie es sie verlässt.
 
  • 28.06.2017, 19:30 Uhr im Cinéma Aventure: „Technik des Glücks" (DE 2003, 68')

Früher gab es das Kraftwerk Zschornewitz. Tausende machten hier aus Kohle Strom. Mit der DDR verschwand das Kraftwerk und mit ihm die Arbeit. Es blieben die Amateurfilme der Kraftwerker. Gefilmte volkseigene Erfahrung. Im Dialog mit diesem Material entsteht eine Vision ausgelöschter Vergangenheit und fehlender Zukunft. Das kleinere private Glück neben dem großen, nicht eingelösten Versprechen.



  
Chris Wright: Geboren 1972 in Radcliffe, England. Schule, Germanistik- und Romanistikstudium in Cambridge und Leipzig. Arbeit als Übersetzer. Schnittstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg. Arbeit als Dokumentarfilmer und Schnittmeister. Lebt in Berlin.

Stefan Kolbe: Geboren 1972 in Halle an der Saale, DDR. Schule, Volontariat, Kamerastudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg. Arbeit als Dokumentarfilmer. Lebt in der Franzigmark, Berlin, und in der Uckermark.

Eine Zusammenarbeit des Goethe-Instituts, der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt bei der EU und der Vertretung der EKD in Brüssel (26.06.) und des Cinéma Aventure (27.-28.06.)

 

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