Perruche in Residenz im Château Nour mit dem Künstler Adrian Schindler

Espectros de Marruecos, performance, Arxiu Nacional de Catalunya, 2020. Foto (Zuschnitt): Eva Carasol Foto (Zuschnitt): Eva Carasol

Mi, 01.07.2020 -
Fr, 31.07.2020

Chateau Nour

13 Square Albert 1er
1070 Brussels

Espectros de Marruecos, performance, Arxiu Nacional de Catalunya, 2020.

Im Juli 2020 wird Adrian Schindler in der Künstler-Residenz im Château Nour an seinem Projekt "Keep these rebel hands busy!" arbeiten. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Forschung steht die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit Marokkos und den daraus resultierenden soziokulturellen Auswirkungen durch Migrationsbewegungen nach Europa. Im Rahmen seines Residenzaufenthalts wird sich Adrian Schindler auf die Geschichte der Rif-Diaspora im Brüsseler Bezirk Cureghem (Anderlecht) konzentrieren: Wie es der Zufall will, fand der marokkanische Aufstand im Rif-Gebirge im selben Jahr statt (1958), wie die Errichtung des sozialen Wohnungsbaus am Square Albert 1, wo sich die Residenz Château Nour befindet. Dies möchte der Künstler zum Anlass nehmen und einen Austausch mit den Bewohnern und kulturellen Akteuren über den Zusammenhang von Kolonialismus, Wirtschaftswachstum in nordeuropäischen Ländern, Stadtplanung und Unterdrückung von Volksaufständen initiieren.
 
BIO
Adrian Schindler (*1989, FR / DE) lebt und arbeitet in Madrid und Barcelona. Er studierte am Institut für Kunst im Kontext - UdK Berlin (2015), der ENSBA Paris (2012), der School of Art Institute und am Columbia College Chicago (2011). Seine interdisziplinäre künstlerische Praxis setzt sich mit der Beziehung zwischen oft traumatischen historischen Ereignissen und kultureller Produktion auseinander und nutzt dafür biografische oder marginale Erzählungen. Er arbeitete zuletzt an der konfliktreichen deutsch-französischen Beziehung und der Aufarbeitung einen Archivs mit Familienfotografien aus dem Zweiten Weltkrieg. Derzeit bereitet er ein Filmprojekt über das Fortbestehen orientalistischer und kolonialer Stereotype vor, die sich in Spanien in den letzten Jahrhunderten über die „andersartigen“ Marokkaner manifestiert haben.

Seine Arbeiten wurden u.a. zuletzt im FRAC Champagne-Ardenne (Reims), Ludwig Forum (Achen), La Capella, (Barcelona), La Grande Halle de La Villette (Paris), Mahal Art Space (Tanger), One Gee In Fog (Genf), Galerie Analix Forever (Paris) et La Comédie (Reims) präsentiert. Er war Resident im Centquatre (Paris), ZK/U (Berlin), Superdeals (Brüssel) et L'Estruch (Sabadell). 2020-21 ist er Mitglied der Casa de Velázquez – Académie de France de Madrid.
Chandeliers coloniaux dans la vitrine d'un antiquaire de Tanger, photographie de recherche, 2019.
© Adrian Schindler

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