Eine Ausstellung im Nationalmuseum von Burkina Faso FAVT - FUTURE AFRICA VISIONS IN TIME

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"FAVT - Future Africa Visions in Time" ist ein Ausstellungsprojekt der Academy of Advanced African Studies und des Iwalewahaus in Bayreuth, Deutschland. Das Projekt startete im Jahr 2015 mit einer Zusammenarbeit zwischen zeitgenössischen internationalen Künstler*innen und Forscher*innen verschiedener Disziplinen. Im selben Jahr wurde die Ausstellung im Iwalewahaus, einem Museum für moderne und zeitgenössische afrikanische Kunst, erstmals präsentiert.

Seit 2017 reist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut auf dem afrikanischen Kontinent und machte auch einen Zwischenstopp in Brasilien. Nach den Ausstellungen in Nairobi, Johannesburg, Salvador de Bahia, Windhoek und Harare wurde FAVT nach Ouagadougou eingeladen. FAVT wurde vom 27. September bis 3. November 2018 im Nationalmuseum von Burkina Faso präsentiert.
Die FAVT-Ausstellung zeigt Visionen einer aufstrebenden Zukunft aus Afrika und seiner Diaspora. Sie befasst sich mit Fragen wie: Welche Zukunftskonzepte werden in Zeiten von Unsicherheit und Umbruch entwickelt? Wie prägen soziale Mobilität, alternative Lebensstile oder Identitäts- und Zugehörigkeitsgefühle heute die Herausforderungen und Visionen der Zukunft? Wie klingt die Vergangenheit in der Zukunft? Wie sieht eine vergangene Zukunft aus? Wie kann man sich die Zukunft in unruhigen Zeit vorstellen? Und wie werden diese Zukünfte in Form von künstlerischen und kulturellen Praktiken vorgestellt und in Frage gestellt?
Bei den Gesprächen in der Bayreuther Akademie wurde die Zukunft eher als Unternehmung, Ziel oder Erwartung diskutiert, weniger als Moment. Bei der Gestaltung der Ausstellung sind neun "Positionen" zur Aktivierung der "Zukunft" entstanden. Diese Schlüsselbegriffe wurden vom Grafikdesigner der Ausstellung Emeka Alams entwickelt und in Symbole interpretiert. Die Symbole bilden Positionierungsmodi in Richtung Zukunft(en) und dienen als Navigationswerkzeug in der Ausstellung:
intervenieren, performen, heilen/ sich erinnern, aussetzen/ warten, begehren/ anstreben, optimieren, beschleunigen/ verlangsamen, queering und de-/stabilisieren

In Ouagadougou, wie auch an den anderen Stationen von FAVT, wurde die Ausstellung unter Berücksichtigung des örtlichen Kontextes umgesetzt. Drei Künstler aus Burkina Faso wurden ausgewählt, um neue Werke zu schaffen und ihre Perspektiven auf das Thema der Ausstellung zu geben. Alle entwickelten ihre Arbeiten auf der Basis eines kollaborativen und interdisziplinären Ansatzes im Gespräch mit Wissenschaftlern. Abou Sidibé, Bildhauer uns Installationskünstler, tauschte sich mit Ludovic O. Kibora, Anthropologe und Direktor des Forschungsinstituts INSS, aus. Der Maler Abass Zoungrana war im Gespräch mit Calixte Kaboré, Assistenzprofessor für Philosophie an der Université Joseph Ki-Zerbo in Ouagadougou. Der Fotograf Adrien Bitibaly arbeitete mit dem kenianischen Fotografen James Muriuki zusammen, der bereits 2015 an dem Projekt beteiligt war. Zwei weitere Künstler, die bereits bei der Entwicklung von FAVT in Deutschland partizipierten, wurden zu einem kurzen künstlerischen Aufenthalt in Ouagadougou eingeladen. Emeka Alams, Künstler und Modedesigner, schuf eine Installation mit traditionellen Faso Dan Fani-Stoffen und der Tänzer Lulu Sala konzipierte eine Video- und Tanzperformance, die in einer Reflexion über Zukunft und revolutionäre Ikonen Maputo mit Ouagadougou verbindete. Die Performance wurde zur Eröffnung der Ausstellung präsentiert und musikalisch von Tim Winsey, einem Musiker aus Burkina Faso, begleitet. Darüber hinaus wurden in der Ausstellung Werke der Künstler*innen Sam Hopkins und John Kamicha (Kenia), Délio Jasse (Angola), Ingrid LaFleur (USA), Lilian Magodi (Simbabwe), Luís Carlos Patraquim (Mosambik) und Gilbert Ndi Shang (Kamerun) gezeigt.

Die Eröffnungswoche von FAVT in Ouagadougou wurde von einem Rahmenprogramm begleitet, das mithilfe von Workshops, Künstlergesprächen, einer Führung, einer Paneldiskussion sowie eines Filmeabends einen belebten Diskurs zwischen Forscher*innen, Künstler*innen und der Öffentlichkeit schuf. Das Programm ermöglichte einen fruchtbaren und kritischen Austausch über Konzepte, Ideen und Visionen von Zeit und Zukunft.

Das Ausstellungsprojekt reist nun weiterhin auf dem afrikanischen Kontinent geht als nächstes nach Kampala. An jedem Ort tritt das Projekt mit der Welt der lokalen Kunst in Resonanz und wird zu einem Raum für kollektive Produktion von Wissen sowie Reflexion über unsere gemeinsame Zukunft und ihre Umsetzung.
 
Weitere Informationen zu „FAVT - Future Africa Visions in Time“:
https://favt.blog/