„Tauschspiele, Gesellschafts-
spiele“

Ausstellung von Sylvo Zoungrana

  •  © Goethe-Institut (Francois d'Assise Ouédraogo)
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  •  © Lucien Humbert
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  •  © Lucien Humbert
  •  © Lucien Humbert
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Wir begrüßen sowohl die Rückkehr Sylvos (Sylvestre ZOUNGRANA) auf der Bühne der Bildenden Künste, als auch ein künstlerisches Ereignis, das über die vorgefasste Idee von klassischen Ausstellungen hinausgeht, die dazu neigen die Bildende Kunst in eine elitäre Geschäftswelt einzubinden.

„Sylvo“ wurde unter anderem als sehr junger Zeichenlehrer am Institut Français Ouagadougou bekannt sowie für seine ersten „gewagten“ Werke, die zu Beginn der 2000er Jahre in der Villa SIKANDRA ausgestellt wurden.

„Gewagt“, denn dieser Künstler war radikal entschlossen und engagiert, seine Gefühle gegenüber der Gesellschaft um ihn herum auszudrücken: spirituelle Erfahrung, sinnliche Beziehung zum Körper - ohne Tabus, Gewalt des politischen Establishments und Imperialismus (Mord an Gaddafi etc.) -, die aus bedruckten Textilträgern oder geflochtenen Matten und nicht aus akademisch geklebten Leinwänden hervorgehen. Die Aufführungen, die Umwege durch das Theater (inspiriert von seinem Bruder Paul ZOUNGRANA, Schauspieler und Regisseur) halfen ihm, seine Langeweile künstlerischen Konventionen gegenüber zu überwinden.

Nachdem er sich lange Zeit Gedanken über das Fehlen eines Marktes für Bildende Kunst in Burkina Faso, über die immer „leeren“ Ausstellungen, die zwischen den Akteuren des Sektors zirkulieren, ohne dass es irgendein Zeichen von Interesse seitens der Intellektuellen und Unternehmer vor Ort gäbe, gemacht hat, innoviert Sylvo im Kunstraum226 in Paspanga meisterhaft mit einer bemerkenswerten Installation: „Tauschspiele, Gesellschaftsspiele“.

Im Dialog mit den Partnern des Goethe-Instituts, KY Siriki et BARRY Alcény, tauchte der Künstler in das sozioökonomische Umfeld ein, stellte sich Fragen und nährte sein künstlerisches Schaffen in einem gesellschaftlichen Sinne: die Realität des wirtschaftlichen Überlebens im informellen Sektor mit seinen Mikrofinanzlösungen...

Ein Raum für Spiele, in dem die Besucher Tauschgeschäfte tätigen können, gefolgt von einem Raum für kleine Einkäufe, in dem Kunst (Sylvos Zeichnungen) inmitten von Kolanüssen, Flaschen mit rotem Öl, kleinen Beuteln mit Erdnüssen und getrockneten Bananen verkauft wird.

Die Figuren sind in monochromem Braun direkt auf die weißen Wände des Raumes gemalt, in anonymen „Schatten“, während die Möbel und Verkaufsobjekte, die die künstlerische Botschaft tragen, echt sind.

Wir haben hier eine echte künstlerische Kreation, die in der Lage ist, die Phantasie eines jeden anzuregen und sie zu nähren, wie neugierig er/ sie auch immer ist.

Und es ist in der Tat ein Werk, das ausgelöscht wird, das nicht zum Verkauf steht, das nicht gekauft werden kann... wenn die Absicht in kommerzielle Handlungen verschwindet. Dies ist eine Herausforderung für diejenigen, die sich von dieser Arbeit abwenden hinzu einem touristischen oder westlichen Markt. Es zeigt uns auf andere Weise, was uns umgibt und was wir nicht beachten: jene Schattenmenschen, von denen wir nur die Waren sehen.

Der Künstler bezeugt und ruft auf, seine Augen für einen Teil der Gesellschaft zu öffnen, der ihn selbst ignoriert.

Was fehlt, um „Sinn zu machen“ und das Entstehen einer zeitgenössischen Kunst im Alltag zu fördern, in der Gesellschaft in Burkina Faso, einem Land der Kultur, das von einer Jugend belebt wird, die ihr Bündel an Traditionen trägt, die aber gleichzeitig die Notwendigkeit einer Zukunft und der Existenz in den Augen der Ihren und der Welt hat?