HUMANIMA von Wilfried de Paul

  • Humanima 1 @ Goethe-Institut (Francois d'Assise Ouédraogo)
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Eingetaucht in die Welt der künstlerischen "Schriften" des Malers, der auch als Rapper und für seine Wandgemälde in Ouagadougou bekannt ist...

Der kleine weiße Raum - KUNSTRAUM226 – dessen Ende des Abenteuers für das Jahr 2020 bekannt gegeben wurde und dessen künstlerische Identität sich jetzt als unverzichtbar zeigt – vereint Werke, deren Diversität die Handschrift von Wilfried de Paul Ouedraogo verdeutlicht.

Große oder kleine Gemälde, Zeichnungen, in Farbe oder in Schwarzweiß, das Universum ist eindeutig „gezeichnet“. Silhouetten oder verschwommene menschliche Gesichter in einer Freske („Balthazar“, „Gûudûm“) oder „Portraits“, seine Arbeit ist stets kompositorischer Art, von geometrischen Codes oder Konstruktionen aus menschlichen, tierischen und pflanzlichen Figuren im Umriss von "Gesichtern" am Rande von Mensch und Tier.

Die große Leinwand "Gûudûm", auf der drei Köpfe in einer dynamischen Bewegung aufeinanderreihen, erinnert an das Universum der tibetischen Tangkhas und die ins Auge stechenden Farben und grafischen Kompositionen der Masken mythischer Monster ("M'Ma Zâané" und "Chagal") lassen mich in meine Erinnerungen an Reisen nach Indien und Indonesien eintauchen. Aber Wilfried de Paul ist nie in Asien gewesen. Er wurde jedoch von dem Dichter Jean-Jacques Beylac in die Malerei eingeführt; mit Wandmalereien von „Tangkhas“, wo Buddhas Gesicht durch solche von Verwandten und Freunden des Wirtes der Villa Sikandra eingetauscht wurde (diese Bilder existieren nach wie vor an diesem kulturellen Ort in Cissin).

Auf jedem Zeichenblatt, auf jeder Leinwand geht der Künstler mit seinem Gepäck grafischer Ästhetik frei auf Reisen. Fast systematisch nehmen seine "Landschaften" das Aussehen menschlicher Gestalten an, gefüllt mit Bildern, die rätselhafte Erzählungen suggerieren. Gerade und eckige Geometrien in Farbe, wellenförmige Linien in Schwarz-Weiß-Zeichnungen und Gemälde, deren Universum im Dialog mit dem „Orient“ steht.

Sobald sein Gepäck deponiert ist, ordnet der Künstler das Bild der grafischen Reise einer Erinnerung zu, die eines Mythos (wie das von Balthazar, dem König und schwarzen Magier), die einer Person, die sein Gedächtnis bewohnt (eine Schwester, die vor ihrer Geburt starb, eine von seinem Vater verlassene Nichte, die sich prostituierte, ein Verrückter, eine Verrückte...). Die Namen werden zu Titeln für die ausgestellten Werke und tragen zur "mythologischen" Komposition der Welt des Künstlers bei.

Die Ausstellung vereint Werke aus dem Jahr 2017 und neuere Werke, zu denen auch meine Lieblingswerke zählen: die Serie von Schwarz-Weiß-Zeichnungen und das Gemälde „Yellow“ für seine Ästhetik, die deutlichen Kontraste und die „Lesbarkeit“.
Aber für das künstlerische Gefühl, nenne ich das Bild in Schwarzweiß „Gaengo Talato“ („Talato, die Verrückte“) und vor allem „M‘Bida“ (Spitzname eines Verrückten, von Kindern geliebt) für seine sauberen und schlichten einfach hingeworfen Linien, als meine Favoriten.

Das schwere Herz, das in dem Rap-Künstler brüllt und in einem seiner frühen Gedichte herausbrach ("J’ai peint le Bien, Rouge de sang, Blanc pur d’esprit,… J’ai peint le Mal, Noir à première vue, Blanc-sale d’hypocrisie, Jaune chaleur qui crame, Rouge de sang quand même.… » / „Ich malte das Gute, blutrot, weiß, reiner Geist ... Ich malte das Böse, schwarz auf den ersten Blick, das schmutzige weiß der Heuchelei, gelbe Wärme, angebrannt, sowieso blutrot..."), wäre es bereit, aus dem grafischen „Raster“ des Künstlers herauszuspringen?