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"Metamorphose": Mohamed Ouedraogo, warum die zweite Chance manchmal die richtige ist

Der Künstler Mohamed Ouedraogo aus Burkina Faso präsentiert vom 10. Juni bis zum 29. Juli 2022 seine neuen Arbeiten in den Räumen des Goethe-Institut Burkina Faso. Die Ausstellung mit dem Titel "Metamorphosen" zeigt eine Reihe von Werken, die laut dem Künstler dazu einladen, sich bewusst zu machen, dass alles möglich bleibt, solange man den Willen dazu aufbringt. Eine Geisteshaltung, die es ihm ermöglicht hat, der Künstler zu sein, der er heute ist.
 

Die Geschichte von Mohamed Ouedraogo ist alles andere als typisch. Nach seiner Ausbildung im Hoch- und Tiefbau, fand er seinen Weg in der Kunst gefunden und blüht dort auf. Wie er stolz sagt: "Ich bin dem Ruf der Kunst gefolgt. Und dort fühle ich mich jetzt wohl." Wie könnte es auch anders sein, wenn man bedenkt, wie bekannt er heute ist und wie viele Anfragen er auch im internationel Kontext erhält. Wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Dakar, wo er an der Dak'Art, der afrikanischen Biennale für zeitgenössische Kunst, teilgenommen hatte, eröffnete er am 10. Juni 2022 im Goethe-Institut Burkina Faso "Metamorphoses".
 

Ausstellung @nooculture
"Metamorphosen", das sind etwa 15 Werke die mal Tiere, mal Szenen aus dem Leben darstellen. Aber alle mit der erklärten Absicht des Autors, zum Hinterfragen, aber auch zur Geduld anzuregen. Der Rundgang beginnt mit dem Werk "Meine Wahl". Für Mohamed Ouedraogo hat "jeder von uns die Wahl. Die Wahl, das zu tun, was uns glücklich macht. Die Wahl, uns zu verwandeln, wenn es sein muss, und die beste Version von uns selbst zu finden". Diese Überzeugung hat den Künstler, der er ist, sein ganzes Leben lang und beim Aufbau seiner Karriere geleitet.
Als Selfmademan hat Mohamed Ouedraogo beschlossen, für seine Werke Materialien zu verwenden, die von den Menschen in der Natur zurückgelassen wurden. Seine bevorzugten Materialien, Getränkedosen und Flaschenverschlüsse, möchte der Künstler nach eigener Aussage eine zweite Chance geben, um sie nützlich zu machen. In seinen Händen nehmen diese Gegenstände Gestalt an und transportieren spezifische Botschaften. So wie dieses Gemälde mit dem Titel "Perlhühner", das dieses Tier darstellt, das von den Menschen oft zugunsten von Hühnern und Ziegen vernachlässigt wird, wenn es darum geht, den Göttern zu huldigen. In der Tat wurde es zu etwas Besonderem und wurde zu besonderen Anlässen verwendet. Die Botschaft? "Du wirst immer irgendwo gebraucht werden".
  Metamorphose @nooculture
Wie das Perlhuhn sind auch die Tiere in dieser Ausstellung am stärksten vertreten. Ob Fische, Giraffen oder Affen, die Tiere scheinen einen wichtigen Platz in der Entscheidung des Künstlers einzunehmen, sich an die Menschen zu wenden. Sind die Menschen vielleicht Tiere? Die Antwort springt einem sofort ins Auge, wenn man das Gemälde "Die Gefährten" betrachtet, das Fische darstellt, die im Wasser in einer Reihe stehen." Das ist die Übersetzung der Redewendung "Gleich und gleich gesellt sich gern". Wie die Menschen folgen auch diese Fische einander, und Vögel mit demselben Gefieder fliegen zusammen", erklärt Mohamed Ouedraogo.
Der Künstler ist also von der sehr großen Ähnlichkeit zwischen Menschen und Tieren überzeugt und lässt es sich nicht nehmen, diese Ähnlichkeit aufzugreifen, um seine Ratschläge auf zugänglichere Weise auszudrücken. "Wir haben alle einen Teil des Tieres in uns. Und auf jeden Fall wird uns beigebracht, dass der Mensch ein Tier ist", rechtfertigt der Künstler.
Wie dem auch sei, indem er Gemälde anbietet, ohne einen Pinsel und Farbe zu verwenden, ist sich Mohamed Ouedraogo bewusst, dass er sich in einer Kunstszene, in der man schnell in eine Schublade gesteckt wird, in die Höhle des Löwen wirft. "Es ist eine Herausforderung, die ich mir gestellt habe, Malerei ohne Malerei zu machen. Ich würde es sogar als Provokation bezeichnen. Aber ich verwende Materialien mit vielen Farben, die ich mir vorstellen und arrangieren muss, um dieses Ergebnis zu erzielen", erklärt er. Eine Technik, die ihn von den bekannteren Werken unterscheidet, die er geduldig praktiziert hat. Dadurch konnte er in den letzten Jahren in der Subregion ausstellen und zahlreiche Auszeichnungen erhalten.  Eine Metamorphose für den fast 50-Jährigen, der seit über 15 Jahren Kunst betreibt. 

Das Gespräch führte Eustache AGBOTON ©www.noocultures.info

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