Diskussionskino
Eine afrikanische Revolution: Die zehn Tage, die Blaise Compaore zu Fall brachten
Nach 27 Jahren an der Macht in Burkina Faso verkünden der Präsident Blaise Compaoré und seine Regierung am 21. Oktober 2014 offiziell, die Verfassung ändern zu wollen, um es ihm zu erlauben, an der Macht zu bleiben. Dies löst eine Welle von Protesten aus: Straßenblockaden, Treffen und Märsche werden organisiert. Die Bevölkerung manifestiert über Tage hinweg ihre Missgunst durch verschiedene Aktionen.
Der 30. Oktober, Tag der Abstimmung des Gesetzes im Plenarsaal, ist ebenfalls von der Wut der Bevölkerung dominiert, die ihren Höhepunkt erreicht. Millionen Menschen im ganzen Land gehen auf die Straßen.
In der Hauptstadt Ouagadougou wird die Nationalversammlung gestürmt und in Brand gesteckt. Häuser, Geschäfte… der hohen Würdenträger des Regimes werden geplündert; die Macht gehört der Straße. Der Präsident versucht verzweifelt, die Kontrolle wiederzuerlangen, aber sieht sich mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Die Bevölkerung und Teile der Armee verlangen seine Abdankung.
Im Angesicht dieser Massen gibt es keinen Ausweg mehr. Am Freitag, den 31. Oktober 2014 fällt das Regime von Blaise Compaoré und der Präsident verlässt das Land.
Gideon Vink, Boubacar Sangaré, 2015, 90 min., Burkina Faso