« Quatre Yeux» von Adrien Bitibaly
Fotografische Ausstellung
Da ich in Burkina Faso aufgewachsen bin, konnte ich schon in jungen Jahren die Bedeutung der traditionellen Religionen in der burkinischen Gesellschaft beobachten. Unter den Erscheinungsformen dieser Glaubensrichtungen haben mich die Anschuldigungen der Hexerei immer wieder beschäftigt. Als Kind erschienen mir die Gegenstände oder Orte, die man mir als besessen oder spukend bezeichnete, ganz normal. Ich habe nie verstanden, wie es zu diesen Feststellungen kommen konnte. Auch wenn Hexerei schwer fassbar, übernatürlich und nicht überprüfbar ist, sind die Folgen einer Anschuldigung sehr real: Die Benachteiligung und Diskriminierung der Angeklagten (denn diese Anschuldigungen betreffen überwiegend Frauen) ist weit verbreitet. Meine Fragen richteten sich an unsere Beziehung zur traditionellen Religion, den Ursprung der Anklagen, aber vor allem an die Personen, die die "Fähigkeit" haben, zu bestimmen, ob eine Person böse Kräfte besitzt und daher als Hexe bezeichnet werden sollte. Diese traditionellen Priester oder Wahrsager behaupten, dass sie das Werk eines Zauberers oder einer Hexe erkennen und sowohl die Opfer der Zauberer als auch die Zauberer selbst "heilen" können. Welche Rolle spielen sie in diesem sozialen Gefüge, das häufig den sozialen Ausschluss der Beschuldigten zur Folge hat? Sie sind in Besitz einer Macht, deren Ausübungsbedingungen der Mehrheit unbekannt sind? Können sie sich irren? Meine fotografische Arbeit versucht zu zeigen, was die Beschuldigungen der Hexerei auslösen kann. Es geht mir darum, die Entstehung eines Volksglaubens zu erforschen, und nicht darum, eine Wahrheit beweisen zu wollen.
Details
Université Joseph Ki-Zerbo
Sprache: Französisch
Preis: Frei Eintritt
+226 76 08 71 56 programm-ouagadougou@goethe.de