Filmfestival zu Menschenrechten Berlin
Filmfestival zu Menschenrechten
Dokumentarfilme sind ein wirkungsvolles Mittel, um Menschen zu inspirieren und ihr Bewusstsein für Menschenrechtsverletzungen zu stärken. Das Human Rights Film Festival Berlin stellt jährlich 10 Tage lang Geschichten aus allen Teilen der Welt in den Mittelpunkt, die auf eindringliche Weise menschliches Handeln, den gesellschaftspolitischen Status Quo und grundlegende Themen wie Demokratie, Gerechtigkeit, Freiheit und Umweltschutz behandeln und reflektieren. Durch Diskussionen und Q&As mit Filmemacher*innen, Aktivist*innen und Expert*innen schafft das Festival eine Plattform, um neue Perspektiven auf unsere Welt zu gewinnen. In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Burkina Faso werden wir Ihnen an diesen beiden Tagen eine Auswahl einiger Filme des Festivals präsentieren.
PROGRAMM
09.03.2023 _ 20Uhr _ Espace Culturel Gambidi
Stop Filming Us but Listen
Eine Frau hält sich einen Schal vor das Gesicht – sie will nicht gefilmt werden. Doch die Kameras wenden den Blick nicht ab. Die Szene stammt aus dem Dokumentarfilm eines niederländischen Filmteams. Sie wollen das Leben in Goma, einer Großstadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, darstellen. Doch sind sie überhaupt die Richtigen, um diese Geschichte zu erzählen? Sollten sie besser aufhören zu filmen? Eine Diskussion entspannt sich. Die kongolesische Filmemacherin und Journalistin Bernadette Vivuya entscheidet sich gemeinsam mit dem Filmemacher Kagoma Ya Twahirwa dazu, das Filmmaterial, gedreht aus westlicher Perspektive, neu zu schneiden und um die kongolesische Perspektive zu erweitern. Lässt sich so der koloniale Blick auflösen?
Bernadette Vivuya, Kagoma Ya Twahirwa, 72mn, 2022, R.D. Congo / Holland.
10.03.2023 _ 20Uhr _ Goethe-Institut
Backlash: Misogyny in the Digital Age
„Ein paar Tweets und Nachrichten im Internet, was soll man da schon machen?“ Aber ist das wirklich alles? Mehr als 40.000 sexistische Beleidigungen, Vergewaltigungs- und Morddrohungen, die Bildmontage eines abgetrennten Frauenkopfes, Aufnahmen einer Vergewaltigung und Hauseinbrüche – der Hass bleibt bei weitem nicht online. Die Politikerinnen Laura Boldrini und Kiah Morris, die YouTuberin Marion Séclin und die junge Lehrerin Laurence Gratton sind dieser Gewalt offline ausgesetzt, in ihrem Alltag. Und sie werden damit alleine gelassen. Lässt sich überhaupt etwas dagegen tun? Die vier Frauen sagen: Ja! Sie verlangen, dass endlich jemand zur Verantwortung gezogen wird und fordern die großen Onlineplattformen YouTube und Facebook, den Staat und die Täter selbst heraus.
Léa Clermont-Dion, Guylaine Maroist, 89mn, 2022, République Centrafricaine, 2022.
10.03.2023 _ 20Uhr _ Goethe-Institut
Aya
Aya wächst in einer Hütte am Meer auf. Sie schläft gerne im Sand, sie ist verliebt, pflückt Kokosnüsse und kümmert sich um ihren kleinen Bruder. Wenn ihre Mutter fragt, wo sie gerne leben würde wenn sie frei wählen könnte, antwortet Aya: hier, auf der Insel Layou. Doch der Wasserspiegel steigt und die Insel vor der Elfenbeinküste versinkt Meter für Meter im Meer. Vom Friedhof zum Wasser ging man früher zwei Stunden, sagen die Alten. Jetzt holt sich das Meer ein Grab nach dem anderen. Die Inselbewohner*innen müssen ihre Toten umbetten, doch auch weiter im Landesinneren werden sie nicht sicher sein. Das Meer wird uns verschlingen, wir müssen die Insel verlassen sagen die Alten und die Jungen. Doch Aya beschließt zu bleiben.
Der Film changiert zwischen dokumentarischen und fiktionalen Elementen. Ayas Darstellerin ist keine professionelle Schauspielerin, sie spielt in ihrer eigenen Umgebung
Simon Coulibaly Gillard, 90mn, 2021, Belgium/ Frankreich
Details
Sprache: Französisch / Englisch
Preis: Frei Eintritt
+226 79 36 82 55 programm-ouagadougou@goethe.de