Internationales Literaturfestival Sofia: Ilija Trojanow im Gespräch mit Georgi Gospodinov

Sofioter internationales Literaturfestival, 11-16 Dezember © Studio Enthusiasm

Fr, 14.12.2018

Nationaler Kulturpalast, Marmorfoyer

Bulgarien Platz 1
1463 Sofia

Gesprächsthema: „Flucht: Über das un-mögliche Entkommen und die Trauer sich nirgendwo zu Hause zu fühlen“

Ilija Trojanow und Georgi Gospodinov sprechen am 15.12., um 18:00 Uhr, über das Überwinden von Grenzen. Wortwörtlich als Geflüchteter, der sich weder „hier“ noch „dort“ zugehörig fühlt und im übertragenen Sinne als Individuum in einer globalisierten Welt. Sie besprechen ob Literatur diese Heimat ersetzen kann. 


Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Unterbrochen von einem vierjährigen Deutschlandaufenthalt lebte Ilija Trojanow bis 1984 in Nairobi. Danach folgte ein Aufenthalt in Paris. Von 1984 bis 1989 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie in München. Dort gründete er den Kyrill & Method Verlag und den Marino Verlag. 1998 zog Trojanow nach Mumbai, 2003 nach Kapstadt, heute lebt er, wenn er nicht reist, in Wien. Seine bekannten Romane wie z.B. „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“, „Der Weltensammler“ und „EisTau“ sowie seine Reisereportagen wie „An den inneren Ufern Indiens“ sind gefeierte Bestseller und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei S. Fischer sein großer Roman „Macht und Widerstand“, sein Sachbuch-Bestseller „Meine Olympiade: Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen“ sowie der autobiographisch-politische Essay „Nach der Flucht“.

Georgi Gospodinov (1968) ist Dichter, Schriftsteller und Dramatiker, einer der meist übersetzten bulgarischen Schriftsteller nach 1989. Er debütierte in den 1990er-Jahren mit den Lyrikbänden „Lapidarium“ und „Die Kirsche eines Volkes“. Einem internationalen Publikum wurde er mit seinem Roman, „Natürlicher Roman“, bekannt, der in mehr als 20 Sprachen übersetzt ist. Für „Physik der Schwermut” (2012) erhielt er den Preis für besten Roman des Jahres in Bulgarien, sowie den internationalen Prix Jan Michalski (Schweiz). Das Buch war für sieben europäische und amerikanische Preise nominiert, darunter für den American Pen Translation Prize, den Premio Strega Europeo Internationale in Italien, den Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt (Berlin). „Vaysha, die Blinde”, ein animierter Kurzfilm nach Georgi Gospodinovs gleichnamiger Erzählung (Regie: Teodor Ushev), wurde für die Oscarverleihung 2017 als Bester animierter Kurzfilm nominiert. Er lebt an verschiedenen Orten, dort, wo ihn seine Bücher hinbringen. 2018 hielt er sich in New York auf, wo er das Schriftsteller-Stipendium New York Public Library bekam. „Alle unsere Körper“ ist sein aktuelles Buch.

Moderation: Angel Igov

Angel Igov ist Schriftsteller, Übersetzter und Literaturkritiker. Er lehrt an der Sofioter Universität. Seine Werke und Übersetzungen gewannen bereits mehrere prestigeträchtige Preise.


 

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