Vortrag
Frauen in der bulgarischen Fotografie

Vortrag Katerina Gadjeva
© Viktoria Nikolova

Vortrag von Dr. Katerina Gadjeva

Goethe-Institut Sofia

Das Vermittlungsprogramm zur Ausstellung „Sibylle Bergemann. Photographien“ wird mit einem Vortrag von Dr. Katerina Gadjeva fortgesetzt, die den weiblichen,fotografischen Blick in einem lokalen Kontext untersuchen wird. Der Vortrag, der den Frauen in der bulgarischen Fotografie des späten zwanzigsten Jahrhunderts gewidmet ist, ist Teil des Programms „Sehverstehen“:

16. März, 18:30 Uhr,
im Großen Saal des Goethe-Instituts

* freier Eintritt


Obwohl die sogenannten „Gender Studies“ heute besonders aktuell sind und sich mit einem breiten Spektrum sozialer, kultureller, wirtschaftlicher, politischer und anderer Fragen befassen, steht die Fotografie immer noch am Rande des ernsthaften Interesses.

Fast alle vorhandenen Arbeiten über Frauen hinter der Kamera sind das Ergebnis historischer und nicht philosophischer, soziologischer, kunsthistorischer oder kulturwissenschaftlicher Ansätze. Wenn interdisziplinäre Arbeiten in diesem Bereich weltweit selten sind, so fehlen sie in Bulgarien völlig. Um einen Anfang zu machen, ist es jedoch notwendig, nicht nur die Gegenwart zu analysieren, sondern auch einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, da viele der Prozesse, die den Zustand der bulgarischen Fotografie bis heute beeinflussen, dort ihren Ursprung haben.

In diesem Zusammenhang wird sich der Vortrag auf die 1960er, 1970er und 1980er Jahre konzentrieren – die Jahrzehnte, in denen Frauen begannen, sich als Autorinnen in der bulgarischen Fotografie zu behaupten. Die entscheidende Frage wird sein, ob die damaligen Veränderungen, die sich auf die berufliche Entwicklung und die Präsenz der Frauen im fotografischen Leben des Landes auswirkten, das Ergebnis persönlicher innerer Bedürfnisse und kreativer Möglichkeiten waren oder künstlich auf einem speziell vorbereiteten, von der sozialistischen Regierung sorgfältig gepflegten ideologischen Boden „gekeimt“ sind.


Dr. Katerina Gajeva ist Kunsthistorikerin und leitende Mitarbeiterin am Institut für Kunstforschung der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Ihr Forschungsinteresse gilt der Geschichte und Theorie der bulgarischen und internationalen Fotografie. Sie spezialisierte sich an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Europäischen Universität in St. Petersburg. Seit 2007 ist sie als Dozentin tätig. Sie hat Kurse an der Nationalen Kunstakademie, der Universität Sofia „St. Kliment Ohridski“ und Neue Bulgarische Universität. Sie ist Autorin einer Reihe von Artikeln in bulgarischen und ausländischen Publikationen sowie der Monographie „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Fotografische Illustrationen in bulgarischen Zeitschriften 1948-1956“.


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"Sehverstehen" ist eine langfristige Initiative der Art Affrairs and Documents Foundation (unter der Leitung von Stefka Tsaneva) für Kunsterziehung und -vermittlung. Partner und Mitveranstalter ist das Goethe-Institut Bulgarien.

„Sybille Bergemann. Photographien“ ist eine Ausstellung des ifa-Instituts für Auslandsbeziehungen, die in Sofia vom Goethe-Institut Bulgarien und der Städtische Kunstgalerie Sofia präsentiert wird.

Details

Goethe-Institut Sofia

Budapesta Str. 1
1000 Sofia