Zu Ehren von Werner Guttentag anlässlich des Gedenkens an seinen 100. Geburtstag in der Casa del Poeta

Werner Guttentag Foto: © Goethe-Institut

Werner Guttentag

In Gedenken an den 100. Geburtstag des namhaften Verlegers und Bibliografen Werner Guttentag, organisieren das Goethe-Institut La Paz und das Kultursekretariat der Stadt La Paz am 6. Februar 2020 ab 19 Uhr einen Abend ihm zu Ehren. Die Veranstaltung findet im „Blanca Wiethüchter“-Saal der Casa del Poeta statt (C. Claudio Sanjinés 1062 Ecke Francisco de Miranda, in Miraflores).

Guttentag wurde 1920 in Breslau geboren, damals noch Teil Deutschlands und heute als Wroclaw (Polen) bekannt. Er verließ Europa in einem der letzten Schiffe noch vor der Besetzung der Nationalsozialisten im Jahr 1939. In Bolivien angekommen, träumte er davon, Bibliothekar zu werden, doch er musste zunächst als Mechaniker und Juwelier arbeiten. 1943 stellte ihn Mauricio Hochschild als Arbeiter für den Bergbau ein. Vor 75 Jahren eröffnete Werner Guttentag die Buchhandlung und Verlag LOS AMIGOS DEL LIBRO unter dem Motto „Nicht zu lesen, was Bolivien produziert, ist zu ignorieren, was Bolivien ist“. Ihm sind viele Sammlungen wie die ENCICLOPEDIA BOLIVIANA und die COLECCIÓN JURÍDICA GUTTENTAG zu verdanken. Im August 1966 erschien die erste Ausschreibung des NATIONALEN ROMANWETTBEWERBS namens ERICH GUTTENTAG, zu Ehren seines Vaters. Das Ende des Wettbewerbs wurde mit seiner fünfzehnten Ausführung im Jahr 1999 besiegelt. Guttentags Engagement für die Literatur und insbesondere für die bolivianische Kultur wurde mit vielen Auszeichnungen geehrt, u.a. mit der höchsten Auszeichnung Boliviens, dem Cóndor de los Andes im Jahr 1987. Als Buchhändler, Verleger und Bibliograf veröffentlichte er ab 1962 im jährlichen Rhythmus die Buchreihe BIBLIOGRAFÍA BOLIVIANA, welche im Jahr 2003 den 39. Band herausgab. Er verstarb im Jahr 2008 in Cochabamba.

Als er über seinen größten Beitrag erzählte, sagte er: „Als ich mit der Veröffentlichung der Bibliografía Boliviana begann, war meine persönliche Absicht, abgesehen davon den Wissenschaftler*innen und Gelehrt*innen Arbeitsmaterialien bereitzustellen, anhand von einfachen bibliografischen Anmerkungen die kreative Kraft und das intellektuelle Potential Boliviens aufzuzeigen“.

Zu Guttentags Werken zählen u.a. „Bibliografía Boliviana 1962-1974 (13 v. 1963-1975)“, „Bio-bibliografía boliviana 1975-2001 (26 vol.  1976-2003)” und „Una tradición trasplantada (1972)” (dt. „Eine verpflanzte Tradition”).
An diesem Abend werden Ingrid Guttentag (Tochter von Werner Guttentag), Stefan Gurtner (Autor seiner Biografie), Robert Brockmann (Übersetzter dieser Biografie ins Spanische), Sabine Hentzsch (Institutsleiterin des Goethe-Instituts La Paz), Carlos Ostermann (Buchhändler) und Alejandra Echazú (Kultur- und Kunstdirektorin der Universidad Católica Boliviana “San Pablo”) anwesend sein.
 
Freier Eintritt, Vin d'honneur im Anschluss.