Berlinale Blogger 2017 Film und andere Künste

Pendular.
Pendular. | Foto: Eduardo Amayo

Die beiden im Filme aus dem Panorama-Programm „Pendular“ und „Vênus – Filó a fadinha lésbica“ (Venus – Filly the Lesbian Little Fairy) bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Tanz, Skulptur und Poesie.

In Pendular von Julia Murat werden die Zusammenhänge zwischen der Filmkunst und anderen Künsten über das Thema selbst auf der Leinwand ergründet. Die Geschichte ist in vier Teile untergliedert, in denen die verschiedenen Stadien der Beziehung zwischen einem Bildhauer und einer Tänzerin beschrieben werden. Die beiden ziehen in ein verlassenes Fabrikgebäude, in dem sie gleichzeitig sein Atelier und ihr Tanzstudio einrichten – getrennt durch ein orangefarbenes Klebeband, das sie am Boden befestigen. Diese Linie am Boden, die immer wieder neu gezogen wird, thematisiert die Einnahme des physischen Raums und dient gleichzeitig als Metapher für die Einnahme des persönlichen Raums der beiden Charaktere. Die Geschichte wird getragen durch eine körperliche und emotionale Spannung, die sich sowohl in der Entwicklung der Arbeit der Hauptfiguren als auch in den Sexszenen ausdrückt, deren Intensität entsprechend der vier Kapitel der Geschichte variiert. Die Materialität der Körper und der Skulpturen wird mittels Nahaufnahmen erschlossen, wodurch die Oberflächen für den Zuschauer zum Greifen nah sind. Zur Besetzung des Films zählen die beiden Künstler Neto Machado und Jorge Alencar, die dem Künstlerkollektiv Dimenti angehören, das Teil des Residenzprogramms Vila Sul des Goethe-Instituts Salvador de Bahia ist.

 


Vênus – Filó a fadinha lésbica ist ein animierter Kurzfilm in 2D basierend auf dem gleichnamigen Gedicht von Hilda Hilst. Unter der Regie von Sávio Leite erkundet der erotische Kurzfilm die Lust und die sexuellen Fantasien der Einwohner eines kleinen Dorfes (Vila do Troço – Whatsit Village), die für ein Treffen mit Filó Schlange stehen. Er beleuchtet die Thematik der sexuellen Identitäten, indem er eine lesbische Fee mit Phallus als Hauptfigur präsentiert, die sich nachts in ein „wildes Raubtier“ verwandelt und jedem, den sie berührt, einen Stern hinterlässt. Die 2D-Animationstechnik mit einfachen Strichzeichnungen und Szenen in warmen Farben, tragen zu einer Atmosphäre bei, in der die Phantasie ihren freien Lauf nehmen kann.