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Berlinale-Blogger 2019
Brasilianische Filme in Berlin ausgezeichnet

Rise. BRA/USA/CAN 2018. Regie: Bárbara Wagner, Benjamin de Burca. Berlinale Shorts.© Bárbara Wagner, Benjamin de Burca.
Rise. BRA/USA/CAN 2018. Regie: Bárbara Wagner, Benjamin de Burca. Berlinale Shorts. | © Bárbara Wagner, Benjamin de Burca.

Die brasilianische Beteiligung an der 69. Berlinale war recht politisch, mit Filmen, die Figuren der jüngeren brasilianischen Geschichte, soziale Bewegungen sowie religiöse und kulturelle Fragen auf die Leinwand brachten. Einige davon wurden auf dem Festival ausgezeichnet.

Von Camila Gonzatto

Rise, der Kurzfilm des Künstlerduos Bárbara Wagner und Benjamin de Burca, erhielt den Audi Short Film Award. Der Film entstand mit eingewanderten Künstlern und Dichtern in unterirdischen Räumen der Verkehrsbetriebe von Toronto in Kanada.

Der Dokumentarfilm Espero sua (re)volta (Your Turn) unter der Regie von Eliza Capai, in der Sektion Generation 14plus, erhielt die Auszeichnung von Amnesty International sowie den Peace Film Prize. Er greift mit der Stimme von drei jungen Protagonisten die Aktionen der Schüler- und Studentenbewegung 2013 bis 2018 auf, vor allem die Besetzung von Schulen durch Oberschüler in São Paulo. In einem Mosaik von Archivbildern und eigenen Aufnahmen werden Fragen wie Polizeigewalt gegen Jugendliche, fehlende Unterstützung durch die Bevölkerung sowie Rassismus und wachsende Klassengegensätze in Brasilien diskutiert.

Fenster für bedrohte brasilianische Produktion

Die brasilianische Koproduktion Breve historia del planeta verde (Brief Story from the Green Planet) des Argentiniers Santiago Loza erhielt den Teddy-Award als bester Spielfilm. Der Preis richtet sich an Filme mit LGBT-Protagonisten. Er bekam auch den Teddy-Readers’ Award der Leser des Portals queer.de. In Breve história … reist die Trans-Frau Tania mit zwei Freunden in ihren Geburtsort im Hinterland, weil ihre Großmutter gestorben ist.

In einem Moment, in dem die Zukunft der Kulturproduktion in Brasilien noch unsicher ist, vor allem nach der Schließung des Kulturministeriums durch die derzeitige Regierung und nach der Ankündigung entsprechender Kürzungen, dient die Berlinale, eines der größten Festivals weltweit, als Fenster für viele wichtige Filme, deren Vertrieb noch unsicher ist. Bleibt zu hoffen, das sie bald auch den Weg in die heimischen Kinos finden.

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